Regionale Tourismuswirtschaft: Kostendruck und Umsatzrückgänge trüben Übernachtungsrekord – KI mit Entlastungspotential

Die Tourismusregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim setzt ihren Wachstumskurs fort: Mit mehr als 5,7 Millionen Übernachtungen wurde 2025 ein Plus von 2,5 Prozent gegen-über dem Vorjahr erzielt. Damit liegt die Region leicht über dem niedersächsischen Wachstum von 1,8 Prozent. Mit Ausnahme der Corona-Jahre entwickeln sich die Übernachtungszahlen seit Jahren positiv. Das Niveau von 2019 wurde inzwischen um rund neun Prozent überschritten. Damit zählt die Region weiterhin zu den erfolgreichsten Tourismusdestinationen Niedersachsens. Auch der Start in das Jahr 2026 verlief positiv: Im ersten Quartal wurden in der Region mehr als 900.000 Übernachtungen registriert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 1,5 Prozent.

Trotz dieser positiven Nachfrageentwicklung bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt. Das zeigen die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage Tourismus der IHK Niedersachsen (IHKN) für die Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. 61 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von rückläufigen Umsätzen. Das sind knapp zwei Pro-zentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. „Die anhaltend starke Nachfrage im Tourismus darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Betriebe wirtschaftlich unter erheblichem Druck stehen“, ordnete Wolfgang Hackmann, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Tourismus und Geschäftsführer der Hackmann Hotels GmbH & Co. KG in Meppen, die Umfrageergebnisse ein. „Vor allem beim Umsatz mit Urlaubsreisenden und heimischen Gästen spüren die Unternehmen die wachsende Konsumzurückhaltung“, so Hackmann weiter.

Als größte Risiken nennen 82 Prozent der Unternehmen steigende Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise. 75 Prozent sehen die Arbeitskosten als Belastung. Der Fachkräftemangel wird von 57 Prozent, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen von 55 Prozent der Betriebe genannt. Auch der Blick auf die kommende Saison bleibt verhalten: 52 Prozent der Unternehmen erwarten eine negative Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Ein wichtiger Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). KI-Anwendungen können Betriebe vor allem bei administrativen Aufgaben, im Kundenservice, im Marketing und bei der Optimierung von Prozessen unterstützen.
Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage zeigen jedoch, dass viele Betriebe die Potenziale bisher noch nicht ausschöpfen. 51 Prozent der befragten Unternehmen setzen derzeit keine KI-Anwendungen ein. Gleichzeitig planen 30 Prozent, KI künftig einzuführen. Als wichtigste Ziele nennen die Unternehmen die Entlastung ihrer Mitarbeiter (53 Prozent) sowie die Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit (51 Prozent). Hemmnisse sind häufig fehlende Kenntnisse über konkrete Einsatzmöglichkeiten sowie Unsicherheiten bei der Einführung neuer Technologien.

„Die stabile Entwicklung der Übernachtungszahlen zeigt, dass unsere Region als Reiseziel attraktiv und zukunftsfähig ist. Damit die Betriebe von dieser Entwicklung profitieren und wieder positiv in die Zukunft blicken können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen sowie Entlastungen bei Kosten und Bürokratie. Künstliche Intelligenz kann dabei ein wichtiger Hebel sein, um Mitarbeiter zu entlasten, Prozesse effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Dafür braucht es aber einen technologieoffenen, schlanken und auf-einander abgestimmten Rechtsrahmen. KI-Regulierung darf Innovationen nicht ausbremsen, sondern muss ihren rechtssicheren und praxistauglichen Einsatz gerade auch in kleinen und mittleren Unternehmen ermöglichen“, betonte Hackmann.