Industriearbeitsplätze gehen jetzt auch in der Region verloren: IHK-Präsidium fordert beherzte Maßnahmen gegen De-Industrialisierung
Das Präsidium der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim hat in seiner jüngsten Sitzung in Lingen intensiv über die fortschreitende De-Industrialisierung in der Region beraten. Grundlage war der neue „IHK-Monitor De-Industrialisierung“ (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 202 KB), der einen deutlichen Abwärtstrend belegt: Industrieumsätze entwickeln sich seit Längerem rückläufig, auch bleibt die Industriekonjunktur klar hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück. Besonders energieintensive Branchen geraten immer mehr unter Druck. Nachdem in der Region die Zahl der Industriebeschäftigten noch lange - entgegen dem negativen Bundes- und Landestrend – stabil geblieben war, ist seit 2024 allerdings auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt ein Abwärtstrend zu verzeichnen. Unter dem Strich gingen bereits 2.500 Industriearbeitsplätze verloren.
Die Investitionsbereitschaft in der Industrie ist insofern spürbar gedämpft, Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen werden verschoben oder ganz infrage gestellt. Gleichzeitig fallen die Beschäftigungspläne vieler Betriebe zurückhaltend aus. Während Neueinstellungen vielfach ausbleiben, gewinnen Rationalisierungs- und Verlagerungsüberlegungen an Bedeutung. „Wir erleben hier keinen kurzfristigen konjunkturellen Ausschlag, sondern einen echten Substanzverlust“, mahnt IHK-Präsident Uwe Goebel. „Wenn wir diesen Trend nicht entschlossen stoppen, riskieren wir Wertschöpfung und Wohlstand in unserer Region.“
Vor diesem Hintergrund drängt die IHK auf klare politische Signale für einen wirtschaftsfreundlichen Standort. Ein Element sind die aktualisierten „Kommunalpolitischen Positionen“, die im Vorfeld der niedersächsischen Kommunalwahl 2026 nun in die IHK-Vollversammlung eingebracht und dort beschlossen werden sollen. Zu den Anliegen der IHK zählen der konsequente Abbau von Bürokratie, eine leistungsfähige Verkehrs- und Energieinfrastruktur, mehr Tempo bei Digitalisierung und Genehmigungen sowie wirksame Maßnahmen zur Fachkräftesicherung.
Gastgeber und IHK-Vizepräsident Hendrik Kampmann präsentierte im Rahmen der Sitzung seine aktuellen Innovations- und Transformationsschritte und machte damit am eigenen Beispiel deutlich, dass regionale Unternehmen trotz schwieriger Lage entschlossen in Zukunftsfelder investieren und Verantwortung für den Industriestandort übernehmen.