IHK-Energieumfrage 1. Quartal 2025
Die aktuelle Energieumfrage vom ersten Quartal 2025 der IHK Osnabrück – Emsland - Grafschaft Bentheim zeigt, die Industrieunternehmen haben ihre Produktion und/oder das Angebot aufgrund der Energiesituation bereits eingeschränkt. Grund: Der Strom- und Gaspreise für die Industrie liegt weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Netzentgelte für Gewerbe- und Industriekunden steigen ebenfalls weiter an. 18 Prozent der befragten Industrieunternehmen gaben an, die Produktion zurückgefahren zu haben – sechs Prozent mehr als in der vorherigen Umfrage im vierten Quartal 2024. Über alle Branchen verteilt waren es elf Prozent.
Mit Blick auf die energieintensive Industrie ist das Bild sogar noch deutlicher: 41 Prozent haben ihre Produktion aufgrund der Energiepreise eingeschränkt und produzieren weniger als zuvor. Für Anke Schweda, Mitglied der Geschäftsführung und Geschäftsbereichsleiterin Innovation und Energie, braut sich – besonders mit Blick auf die aktuell schlechte Konjunkturlage - eine „brisante Mischung“ zusammen. Zumal 24 Prozent der Industrieunternehmen der Umfrage zufolge bereits Kapazitäten ins Ausland verlagert haben oder dies planen. Tendenz steigend. Im vierten Quartal 2024 waren es noch acht Prozent weniger. „Mehr als 90 Prozent unserer Unternehmen fordern von der Bundesregierung schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Senkung von Steuern und Abgaben bei den Energiepreisen sowie die Beseitigung von Engpässen bei Übertragungs- und Verteilnetzen. Diese Hebel müssen schnellstmöglich umgelegt werden, wenn der Industriestandort in unserer Region weiterhin guten Bestand haben soll“, so Schweda weiter.
Denn: Eine Möglichkeit, Energie einzusparen, ohne die Produktion einzuschränken, sieht nur ein Teil der Unternehmen. Im Bau sind es der Umfrage zufolge 34 Prozent, in der Industrie immerhin 47 Prozent der befragten Unternehmen.
Positiv bewertet werden die Auswirkungen der Energiewende in der Branche dennoch nicht. „Von unseren Industrieunternehmen bewerten 68 Prozent die Wirkung der Energiewende negativ auf ihre Wettbewerbsfähigkeit“, fasst Anke Schweda die Ergebnisse zusammen.
Die Kernergebnisse:
- 68 % der Industrieunternehmen bewerten die Energiewende negativ im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit.
- 18 % der Industrie hat ihre Produktion und/oder ihr Angebot aufgrund der Energiesituation aktuell eingeschränkt. Bei allen Branchen sind es 11 Prozent.
- 41% der energieintensiven Unternehmen, d.h. Unternehmen mit mehr als 14 % Energiekostenanteil am Umsatz, haben ihre Produktion und/oder ihr Angebot aufgrund der Energiesituation aktuell eingeschränkt.
- 24% der Industrieunternehmen haben Kapazitäten in Ausland verlagert oder planen dies.
- 31% der Industrieunternehmen setzen auf das Thema Energiekooperationen - Power Purchase Agreements (PPA) - als betriebliche Maßnahme angesichts der Energiekrise.
- 95% der Unternehmen fordern schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren.
- 93 % der Unternehmen fordern die Beseitigung von Engpässen bei Übertragungs- und Verteilnetzen.
- 91% der Unternehmen fordern weitere Senkungen von Steuern und Abgaben auf Strompreise
An der Online-Umfrage nahmen mehr als 400 Unternehmen aller Branchen im Zeitraum von Mitte bis Ende April 2025 teil. Christian Fühner, MdL und Bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, war zu Gast bei der Präsentation der Ergebnisse und beteiligte sich im Anschluss an der regen Diskussion und an dem dringenden Wunsch der Unternehmer für wettbewerbsfähige Energiepreise.