Infrastruktur ausbauen und Verlässlichkeit gewährleisten
Das DIHK-Energiewendebarometer 2026 zeigt für unsere Region erstmals einen leicht positiven Gesamtsaldo: 33 % der Unternehmen sehen positive, 20 % negative Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit. Bundesweit zeigt die Umfrage, dass die Energiewende von 40 % der Unternehmen negativ beurteilt wird.
Sehr deutlich zeigt die Umfrage die Wünsche unserer Unternehmen an die Politik. 90 % fordern einen verlässlicheren Ausbau der Energieinfrastruktur, 77 % dabei auch ein stärkeres finanzielles Engagement des Staates, 70 % niedrigere Steuern und Abgaben auf Strom und 67 % unterstützen die Leitprinzipien Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit.
„Es braucht eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung, damit unsere Wirtschaft auf solider Basis investieren kann“, erklärte Anke Schweda, Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie unserer IHK. „Preissteigerungen und Unsicherheiten infolge internationaler Krisen und Verwerfungen sind externe Belastungen. Hausgemachte energiepolitische Entscheidungen verstärken diese Effekte leider unnötig. Hier besteht Handlungsdruck“, betonte Schweda.
Die hohen Energiepreise wirken sich weiterhin auf Investitionen aus. 43 % der Betriebe sehen darin einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. 20 % stellen Investitionen in Kernprozesse zurück, 10 % Investitionen in Forschung und Innovation.
Denn 67 % unserer Wirtschaft beklagen die fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik, 60 % zu viel Bürokratie und 53 % zu langsame Genehmigungsverfahren. Doch es wird nicht nur beklagt, sondern vor allem gemacht. „Positiv ist, dass unsere Unternehmen innerbetriebliches Engagement und Motivation für den Standort beweisen“, sagt Schweda. 74 % haben ihre Effizienz gesteigert und 52 % eine eigene Energieerzeugung aufgebaut.
Wie erfolgreich unsere Unternehmen die Energiewende bewältigen und als wirtschaftliche Chance nutzen, wird im Bundesvergleich deutlich. Der Barometerwert erreicht in unserem IHK-Bezirk 6,9 gegenüber −1,7 in Niedersachsen und −11,5 im Bund. Das Ergebnis fügt sich in das Gesamtbild ein: Auch weitere norddeutsche Regionen bewerten die Energiewende positiv.
„Der Ausbau der erneuerbaren Energien stärkt unsere Region und den gesamten Norden. Jetzt kommt es darauf an, dass die EEG-Novelle einen verlässlichen und technologieoffenen Rahmen setzt. Nur mit Planbarkeit können die Betriebe ihre Stärken ausspielen. Das ist die Grundlage für Wachstum“, macht Schweda deutlich.