Mehr Startup-Gründungen
Das deutsche Startup-Ökosystem startet mit voller Kraft ins Jahr 2026: Zwischen Januar und Juni wurden 3.053 Startups neu gegründet. Das ist eine Steigerung um 52 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 und bedeutet mehr Gründungen als im gesamten Jahr 2024. Das zeigen die aktuellen Daten aus der Report-Reihe „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“, die der Startup-Verband seit 2022 halbjährlich gemeinsam mit startupdetector veröffentlicht.
Der deutliche Aufwärtstrend, der Mitte 2025 eingesetzt hat, gewinnt weiter an Tempo: Der Juni 2026 war mit über 600 Neugründungen der gründungsstärkste Monat seit Beginn der Erhebung 2019. Die aktuelle Gründungsaktivität liegt damit rund doppelt so hoch wie das langjährige Mittel. Neben dem Rückenwind durch KI spielen auch die gesamtwirtschaftliche Lage sowie der angespannte Arbeitsmarkt eine Rolle: Für viele Talente wird die eigene Gründung zur attraktiven Alternative, während etablierte Unternehmen bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender geworden sind.
Die Gründungswelle erfasst das ganze Land: Die Zahl neuer Startups steigt in allen 16 Bundesländern, angeführt von Bayern (626 Neugründungen, 48 % mehr als in H2 2025), Nordrhein-Westfalen (539, +45 %) und Baden-Württemberg (377, +55 %) mit den größten absoluten Zuwächsen. In Niedersachsen gab es 175 Startup-Neugründungen (+77 %).
Der Gewinner des Halbjahres ist aber Hamburg: Die Gründungsaktivität in der Hansestadt wächst um 83 Prozent auf 212 neue Startups, und damit wird in absoluten Zahlen erstmals seit mehreren Jahren mehr in Hamburg als in München gegründet. Die Hauptstadt (429) bleibt zwar die klare Nummer eins unter den Städten, wächst mit 21 Prozent aber deutlich langsamer als der Rest der Republik.
Bezogen auf die Einwohnerzahl sind neben den genannten Metropolen München (Platz 1), Berlin (Platz 2) und Hamburg (Platz 6) zuletzt die Großstädte Düsseldorf (Platz 2 geteilt mit Berlin), Frankfurt am Main (Platz 5) und Köln (Platz 9) sowie die Uni-Städte Aachen (Platz 4), Potsdam (Platz 7) und Heidelberg (Platz 10) gründungsstark.
Künstliche Intelligenz ist der zentrale Treiber des Booms: 1.038 der neu gegründeten Startups haben einen klaren KI-Bezug, mehr als jedes dritte und damit mehr als im gesamten Jahr 2025. Der Software-Sektor bleibt mit 844 Neugründungen die mit Abstand stärkste Branche. Doch der Boom zeigt sich auch in anderen Feldern: So zählen die Medizin (274) und der Lebensmittel-Sektor (181) zu den gründungsstärksten Feldern – KI-Anwendungen und damit verbundene Technologiesprünge sind hier ebenfalls wichtige Treiber der Entwicklung.
128 Neugründungen lassen sich dem Industriesektor zuordnen – eine Steigerung um 125 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Gerade im Kontext der gestiegenen Herausforderungen bei der Transformation der etablierten Wirtschaft hin zur Klimaneutralität und der aktuellen Frage, wie sich die deutsche Industrie auch zukünftig im globalen Wettbewerb behaupten kann, ist das eine spannende Entwicklung.
Auch an der Spitze des Ökosystems tut sich etwas: Seit Anfang 2026 sind sechs neue Unicorns hinzugekommen. Insgesamt zählt Deutschland nun 36 Startup-Unternehmen mit Milliardenbewertung. Doch der internationale Vergleich zeigt die weiter klaffende Lücke gegenüber den USA – dort gibt es rund 900 Unicorn-Startups. Zuletzt wurden mit Tubulis und Contentful zudem gleich zwei deutsche Unicorns von US-Konzernen übernommen.
Der Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“ steht hier zum Download bereit. Grundlage der Analyse sind die von startupdetector erfassten Handelsregisterdaten zu Startup-Neugründungen in Deutschland, die seit 2019 systematisch ausgewertet werden.
(Quelle: Bundesverband Deutsche Startups e.V.)