Jahresbericht 2025
Gründerinnen und Gründer können sich weiterhin auf ein hohes Beratungsniveau der beiden STARTERCENTER NRW Münsterland und Emscher-Lippe verlassen: Beide Einrichtungen, die bei der IHK Nord Westfalen angesiedelt sind, wurden 2025 erfolgreich für drei Jahre rezertifiziert. Damit wurden die Qualifikation und die Berufserfahrung der Beraterinnen und Berater, der Einsatz qualifizierter Gründungslotsen und ein umfassendes Leistungsangebot der Center bestätigt.
Eine Farbmischmaschine, die Kunst und Technologie vereint und dadurch Künstlern für ihre kreative Arbeit eine bisher einmalige Präzision und Vielfalt ermöglicht: Mit dieser Geschäftsidee setzten sich Paul Flad und Paul Scherer vom Gymnasium aus Simmern in Rheinland-Pfalz beim Pitch-Event von JUGEND GRÜNDET in Münster durch. Dabei war auch das Team „Orkkus“ des Hans-Böckler-Berufskollegs aus Münster. Benedikt Ueding aus Laer-Holthausen präsentierte gemeinsam mit Mattis Hilgenhöner aus Drensteinfurt-Rinkerode, Lucy Fellhölter aus Sassenberg, Leonard Kaltmeyer aus Münster-Coerde und Finn Tilbeck aus Telgte die App „Orkkus“. Diese lässt sich mit in Akkus verbauten Trackingchips verknüpfen und liefert so den Ladestand und den Standort der Stromspeicher. Obwohl das Team aus Münster den Regionalentscheid nicht gewann, sammelten sie im anschließenden Unternehmensplanspiel noch so viele Punkte, dass sie sich dennoch für das Bundesfinale qualifizierten und damit zu den Top Ten der Nachwuchsgründer zählten.
Gründungsideen treffen auf junges Unternehmertum: Rund 230 Teilnehmende kamen zum Festival der jungen Wirtschaft am 10. September, in das Bildungszentrum der IHK Nord Westfalen in Münster. Bereits zum fünften Mal brachte das Festival erneut Gründungsinteressierte und junge Führungskräfte mit Start-ups, jungen Unternehmen sowie Betrieben, die den Generationswechsel in der Führung vollzogen haben, zusammen. „Mut und Aufbruch zum Unternehmertum ist spürbar“, resümierte Sven Wolf, IHK-Geschäftsbereichsleiter für Unternehmensförderung. Jungen Unternehmen fehlt im Vergleich zu etablierten Unternehmen häufig das Netzwerk, in dem sie Informationen, Unterstützung oder auch Kooperationspartner finden können. „Und genau hier will das Festival nachhaltige Impulse setzen“, freute sich Wolf über einen intensiven Austausch im IHK-Bildungszentrum.
Unternehmensförderung
Gründerland Nord-Westfalen
Unternehmensgründungen sind unerlässlich. Sie sind mit ihren neuen Ideen und innovativen Geschäftsmodellen eine der tragenden Säulen einer dynamischen Wirtschaft. „Mehr Mut zum Unternehmertum“ lautet daher die unmissverständliche Handlungsempfehlung. Im Beschluss der Vollversammlung vom Sommer 2019 gefasst, ist sie in der IHK-Gründungsförderung Aufgabe und Leitbild zugleich. Um mehr Menschen für die Selbstständigkeit zu gewinnen, setzt sich die IHK dafür ein, den Einstieg so einfach und unbürokratisch wie möglich zu gestalten. Dafür unterstützt sie angehende Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Serviceangeboten.
Hybride Veranstaltungsangebote
Die IHK setzt weiter auf nutzerfreundliche, digitale Formate, um ihren Mitgliedsunternehmen den gewohnten Service ortsunabhängig zur Verfügung zu stellen. Die Onlineformate erleichtern den Zugang der Teilnahme und erzeugen eine größere Reichweite. Im Gründungsbereich haben sich die regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen zur Vorbereitung auf die Existenzgründung oder die Sprechtage zu Steuerfragen für Existenzgründende in hybrider Form bewährt.
IHK-STARTERCENTER in Münster und Gelsenkirchen rezertifiziert
Freuen sich über die Rezertifizierung (v.l.): Angelika Kraus-Buten und Michaela Ehm (STARTERCENTER NRW Emscher-Lippe) sowie Jochen Lammers, Jutta Plötz und Christian Seega (STARTERCENTER NRW Münsterland).
„Die STARTERCENTER NRW sind die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Existenzgründung und -festigung“, erklärte Christian Seega, Leiter des Centers in Münster. Die Beraterinnen und Berater prüfen unter anderem die Geschäftsidee, geben Tipps für den Businessplan, besprechen Finanzierungskonzepte und informieren über Förderprogramme und Unternehmensfinanzierung. Dazu stellen sie Materialien bereit, bieten Einzelgespräche an und organisieren Seminare. Insgesamt hatten die beiden Startercenter der IHK Nord Westfalen im vorangegangenen Jahr gut 3.600 Kontakte mit Gründerinnen und Gründern. „Mit der erfolgreichen Rezertifizierung setzt die IHK ein klares Zeichen für die Qualität und Verlässlichkeit ihrer Gründungsberatung in der Region“, unterstrich Michaela Ehm, Leiterin des Centers in Gelsenkirchen, das die IHK gemeinsam mit der Stadt Gelsenkirchen betreibt.
IHK-Gründungsreport NRW
Der neue „Gründungsreport NRW 2025“ liefert umfassende Einblicke in das aktuelle Gründungsgeschehen in Nordrhein-Westfalen. Alle zwei Jahre nehmen die Industrie- und Handelskammern das Gründungsgeschehen im Land, auf Basis einer breit angelegten Befragung, genau unter die Lupe. Die fünfte Auflage des IHK-Gründungsreports NRW wurde erneut unter Mitwirkung unserer Gründungsexpertin Michaela Ehm erstellt.
Seit 2020 steigt die Zahl der Unternehmensgründungen in Nordrhein-Westfalen wieder und erreichte 2024 ungefähr das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Eine wichtige Rolle spielen dabei Nebenerwerbsgründungen – ihre Anzahl erhöhte sich um rund ein Fünftel.
An der diesjährigen Umfrage, an der auch Personen aus der Emscher-Lippe-Region und dem Münsterland teilgenommen haben, beteiligten sich 828 Gründerinnen und Gründer aus allen relevanten Branchen, die sich in den Jahren 2022, 2023 oder 2024 selbstständig gemacht haben.
Mehr als jede vierte Person von ihnen hat eine Einwanderungsgeschichte. NRW gilt als Hochburg für migrantische Unternehmensgründungen – ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor. Deshalb setzen die IHKs in NRW im aktuellen IHK-Report hier einen Befragungsschwerpunkt. Dafür kooperierten sie mit der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) aus Essen. Wie die Befragung zeigt, spielt die eigene Einwanderungsgeschichte in der Wahrnehmung dieser Gründenden im wirtschaftlichen und im Gründungskontext keine große Rolle. Mehr noch: Die Auswertung ergibt, dass sich mit zunehmender Aufenthaltsdauer und steigendem Akkumulationsgrad die Verhaltensmuster migrantischer und nicht-migrantischer Unternehmer und Unternehmerinnen annähern.
Neues Angebot: Gründungsberatung „Von Frau zu Frau“
Frauen gründen anders als Männer – meist vorsichtiger und häufig im Nebenerwerb. Um diesen Trend zu unterstützen, startete die IHK Nord Westfalen anlässlich des Weltfrauentags ihre neue Gründungssprechstunde „Von Frau zu Frau“. Hier planen Gründerinnen mit IHK-Gründungsexpertinnen die ersten Schritte in die Selbstständigkeit. Die Termine dafür können online gebucht werden. Weit mehr als die Hälfte der rund 250.000 Frauen, die sich 2023 bundesweit selbstständig gemacht haben, wagten diesen Schritt nebenberuflich. Hauptmotivation für Gründerinnen ist laut einer Studie der IHKs in NRW, der Wunsch nach Unabhängigkeit und selbstbestimmtem Arbeiten. Doch nach wie vor gibt es rollenspezifische Hürden. „Viele Frauen haben hohe Perfektionsansprüche und zögern den Start hinaus, weil sie Angst vor Fehlern haben“, erklärte Jutta Plötz, Gründungslotsin der IHK Nord Westfalen in Münster. Mit der neuen Sprechstunde „Von Frau zu Frau“ will die IHK Nord Westfalen ein Zeichen für weibliches Unternehmertum setzen. Ziel ist es, mehr Frauen für die Selbstständigkeit zu begeistern und sie zu unterstützen.
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Weitere Infos unter Frauen gründen
5.000 Teilnehmerin bei der erfolgreichen Webinarreihe „Gründung im Nebenerwerb“
Unternehmensgründungen im Nebenerwerb liegen weiter im Trend. Mit Diana Strohbücker konnte die IHK im Herbst 2025 die 5.000. Teilnehmerin der Webinarreihe „Gründung im Nebenerwerb“ verzeichnen.
Diana Strohbücker ist Diplom-Kauffrau, Diplom-Verwaltungsbetriebswirtin und bietet als selbstständige Dienstleisterin Projektmanagement, Event- und Reiseorganisation an.
Insgesamt nahmen im Jahr 2025 über 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den im Frühjahr und Herbst durchgeführten Webinaren teil. Damit setzte sich die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Inhaltlich im Fokus standen neben den rechtlichen Voraussetzungen sowie den Themen Steuern und Finanzen auch das erforderliche Marketing und der Erfahrungsaustausch anhand von Praxisbeispielen. „Eine Gründung im Nebenerwerb ist eine hervorragende Möglichkeit, unternehmerisches Handeln auszuprobieren und dabei weiterhin finanziell und sozial abgesichert zu sein“, betont IHK-Gründungsberater Christian Seega. Nicht selten entwickelt sich aus einer Nebenerwerbsgründung später eine vollberufliche Selbstständigkeit.
Vor diesem Hintergrund hat die IHK ihr Informationsangebot um das Webinar „Vom Neben- in den Hauptberuf“ erweitert, um erfolgreiche Nebenerwerbsgründungen gezielt beim nächsten Schritt zu unterstützen. Angesichts des anhaltend großen Interesses wurde die Veranstaltungsreihe „Gründung im Nebenerwerb“ zudem fest in das regelmäßige Angebot der IHK-Gründungsberatung aufgenommen.
Steuerberatersprechstunde für Gründende
Damit Gründende und junge Unternehmen nicht schon bei der Gründung ihres Unternehmens in Steuerfallen tappen, bieten die IHK Nord Westfalen und die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe seit 2016 eine monatlich stattfindende steuerrechtliche Erstberatung an. Alle im Jahr 2025 angebotenen Sprechstunden waren ausgebucht.
Willkommen in der Welt der Start-ups
Die IHK Nord Westfalen hilft Unternehmen, Kooperationschancen zu erkennen und zu nutzen – beispielsweise mit persönlicher Beratung, als Mitveranstalter der Start.up! Germany Tour und als Partner der Accelerator Demodays des Digital Hub münsterLAND. Gleichzeitig unterstützt sie Start-ups während der Gründung und darüber hinaus mit zahlreichen Angeboten.
Start.up! Germany Tour 2025
Start.up! Germany Tour in Gelsenkirchen: 13 europäische Start-ups zu Besuch im Digital Hub Ruhr bei GELSEN-NET.
Am 2. Juli begrüßte die IHK Nord Westfalen 13 Start-ups aus dem europäischen Ausland bei GELSEN-NET in Gelsenkirchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten einen Überblick über die Wirtschaftsregion Nord-Westfalen und eine Führung durch den von GELSEN-NET initiierten Digital Hub Ruhr. Ein besonderes Highlight war der Einblick in aktuelle technologische Entwicklungen im Kommunikationsbereich durch den Hub-Partner Verizon, präsentiert von Holger Fuhrmann.
Die erstmals 2017 durchgeführte Start.up! Germany Tour ist ein internationaler Wettbewerb, den die IHK Nord Westfalen in Kooperation mit weiteren Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Ziel ist es, ausgewählte junge Unternehmen aus den Bereichen Green Tech, Industrial Solutions und Life Science aus dem Ausland nach Nordrhein-Westfalen zu holen und sie mit der regionalen Wirtschaft zu vernetzen, Kooperationen anzubahnen und die Start-ups bei der Markterschließung zu unterstützen.
Nach dem Besuch in Gelsenkirchen setzte die Gruppe ihre Tour durch Nordrhein-Westfalen fort.
Den Abschluss bildete am 3. Juli das Grand Final in Düsseldorf, bei dem sich das Start-up „Synaptic“ aus Rumänien durchsetzte. Den zweiten Platz belegte „ENGYcell“ aus Lettland, gefolgt von dem italienischen Start-up „Sacred Valley Fibers“ auf Platz drei. Der Sonderpreis für Nachhaltigkeit der NRW.Bank ging an das finnische Start-up „Ozonium“.
IHK unterstützt Accelerator Demoday – Digitale Start-ups mit viel Potenzial
2025 wurden mit Unterstützung von IHK Nord Westfalen und NRW Bank ein zentraler Accelerator Demoday und ein Demoday HR-spezial für innovative Start-ups aus den Batches (Durchläufen) 19/20 des Digital Hub Accelerator und der Hub Community durchgeführt. Die jungen Unternehmen berichteten über ihre Geschäftsmodelle mit der Zielgruppe HR und Personal und boten Kontaktmöglichkeiten für Kooperationspartner, erste Kunden und Investoren.
Insgesamt brachten die Demodays 2025 mehr als 200 Start-up-Interessierte aus den Netzwerken und der regionalen Wirtschaft zusammen und in den fachlichen Austausch.
Der Digital Hub münsterLAND fördert in seinem sechsmonatigen „Accelerator“-Programm Gründerinnen und Gründer vielversprechender Geschäftsmodelle. Voraussetzung für die Förderung sind die Bereitschaft, Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft einzugehen und ein digitales, skalierbares Geschäftsmodell. So sollen vor allem Kooperationen zwischen mittelständischen Unternehmen und Start-ups angebahnt werden, die den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen weiter stärken.
Die vielversprechendsten Start-ups aus den Batches (Durchläufen) eines Jahres präsentieren bei einem der sogenannten Demodays ihren aktuellen Entwicklungsstand und ihr Potential.
Mit dem Start des TECH.LAND Accelerator begann im November, angepasst an die neue und erweiterte Förderkulisse des Landes NRW, die nächste Phase des erfolgreichen Accelerator-Programms des Digital Hub münsterLAND. Dieser wird ebenfalls von IHK Nord Westfalen und NRW Bank als Partner unterstützt.
„Grünes Gründen Münsterland“ auf der Startup Contacts
Starke Bühne für nachhaltige Gründungen: Die IHK Nord Westfalen und ihre Partner stellten am Gemeinschaftsstand des EFRE-Projekts Grünes Gründen Münsterland drei zukunftsorientierte Start-ups vor: Comuneo, eeden und CARAPAX biotechnologies.
Am 23. Juni öffnete die Startup Contacts 25 im Messe und Congress Centrum der Halle Münsterland ihre Pforten und lud ein zur größten von Studierenden organisierten Startup- und Innovationsmesse in NRW. Mit der dritten Ausgabe wurde beim VCM (Venture Club Münster e.V.) ein neues Kapitel geschrieben: Über 30 Aussteller, inspirierende Keynotes, ein Live-Podcast, spannende Workshops und beste Möglichkeiten für echte Begegnungen von Startups, Unternehmen, Institutionen und Gründungsinteressierten auf höchstem Niveau. Dabei setzte der VCM erneut besonders Studierende in den Mittelpunkt der Messe. „Wir sind davon überzeugt, dass Innovation genau dort entsteht, wo die Kreativität junger Köpfe auf die Erfahrung von Leuten aus der Praxis trifft.“, brachte Flynn Herbst, Vorstandsvorsitzender des VCM seine Überzeugung und die des ganzen VCM-Teams zum Ausdruck, die dieses Event gemeinsam mit viel Energie, Leidenschaft und Mut möglich gemacht hatten.
Um einen besonderen Fokus auf nachhaltige Gründungsideen zu richten hatte die IHK Nord Westfalen federführend mit dem Münsterland e.V. und weiteren Partnern aus dem EFRE-Projekt Grünes Gründen Münsterland einen Messestand organisiert und auf der gemeinschaftlichen Fläche drei bereits namhafte und nachhaltig aufgestellte Startups aus der Region präsentiert, auch um Vernetzungsmöglichkeiten anzuregen. Mit dabei: Comuneo (www.comuneo.org) – entwickelt eine Planungs- und Steuerungs-Plattform für den öffentlichen Sektor, um die begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen effizienter zu nutzen; eeden (www.eeden.world) – hochinnovative Lösungen für zirkuläres Textilrecycling sowie CARAPAX biotechnologies – entwickelt ökologische Innovationen in der Landwirtschaft.
Vorträge von Hendrik Sander (Gründer von NeoTaste) und Dieter Büchl (Gründer von flaschenpost) sowie eine Podiumsdiskussion mit Felix Fiege (Fiege), Dr. Meike Schäffler (Westfalen) und Andre Drissler (Agravis) zum Thema „Impulse aus der Mitte: Wie der Mittelstand Münsters Startups stärkt“ ließen die Startup-Szene aufhorchen und gaben den über 1.000 Messebesuchern weitreichende Inspiration.
Gründungsimpulse – Green Edition im Mühlenhof
Jede Menge Gründergeist lag in der Sommerluft! Open-Air ließen sich die rund 80 Teilnehmenden bei den Gründungsimpulsen 2025 inspirieren. Sechs junge Unternehmen und Startups aus dem Münsterland gaben persönliche Einblicke in ihre Wege in die Selbstständigkeit – ehrlich, praxisnah und inspirierend. In der besonderen Kulisse des Mühlenhofs ging es um innovative Ideen rund um nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel ohne Plastik, Gemüse- und Kräuteranbau im urbanen Raum, handwerklich produziertes Brot mit regionalen Zutaten, energieeffiziente Lösungen ohne bauliche Eingriffe und weitere zukunftsorientierte Geschäftsmodelle. Im Mittelpunkt standen nachhaltiges Wirtschaften, kreative Gründungsideen und konkrete Praxiserfahrungen. Abgerundet wurde der Abend beim Get-together mit kleinem Imbiss von Lecker Leeze und kühlen Getränken – die perfekte Gelegenheit zum Austauschen und Netzwerken im Grünen.
Veranstaltet wurden die Gründungsimpulse vom Netzwerk Münster gründet! mit Beteiligung durch das EFRE-Projekt Grünes Gründen Münsterland und mit Unterstützung der NRW Bank.
Gründungstage in Münster
Drei Tage voller Inspiration! Vom 10. bis 12. November fanden die Gründungstage des Gründungsnetzwerks Münster gründet! in gewohnter Weise eine Woche vor der bundesweiten Gründungswoche Deutschland statt. Geboten wurde ein ausgewogenes Programm mit rund 25 Workshops und Seminaren sowie Events zu wichtigen Themen der Unternehmensgründung und Selbstständigkeit. Zudem boten die Gründungstage den insgesamt rund 400 Gründungsinteressierten neben dem fachlichen Know-how auch gute Möglichkeiten für den Austausch mit Gleichgesinnten und um neue Kontakte zu knüpfen. Ein Highlight war die zentrale Auftaktveranstaltung rund um das Thema „KI im Startup – Veränderung in rasender Geschwindigkeit“ mit gut 120 Teilnehmenden und einer imposanten Key-Note von Nour Idelbi, der talentierten Gründerin aus Münster, die mit gerade einmal 20 Jahren auf der Forbes 30 Under 30 Liste platziert wurde. In der anschließenden Podiumsrunde mit den weiteren Gästen Henning Emmrich (goodgrow), Volker Meise (meise.ai) und Silke Sommer (comuneo) ging es um Erfahrungen und um Chancen und Herausforderungen mit KI in der Gründungspraxis.
Münster gründet! ist die Interessengemeinschaft der Institutionen in Münster, die im Bereich der Existenzgründung aktiv sind. Gemeinsam haben sie zum Ziel, Gründerinnen und Gründern in Münster den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern und ihnen mit Kompetenz und Erfahrung sowie mit Veranstaltungen und Services zur Seite zu stehen. Mitglieder im Netzwerk von Münster gründet! Sind neben der IHK Nord Westfalen die Handwerkskammer Münster und die Wirtschaftsförderung Münster sowie die Technologieförderung Münster, die Sparkasse Münsterland Ost, die Volksbank Münsterland Nord eG, die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, das Jobcenter der Stadt Münster, die Finanzämter in Münster, Kompanera, FH Münster, REACH – EUREGIO Start-up Center, Volkshochschule Münster und der Digital Hub münsterLAND.
Gründungstag Emscher-Lippe in der IHK in Gelsenkirchen
Zum ersten Mal haben alle vier STARTERCENTER NRW Emscher-Lippe ihre Aktivitäten an einem Ort gebündelt. Unter dem Motto „Deine Idee, Dein Netzwerk, Deine Zukunft.“ fand am 17. November der “Gründungstag Emscher-Lippe” in der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Gelsenkirchen statt. Mehr als 50 Teilnehmende nutzten das Angebot von Vorträgen, Workshop und Beratung sowie die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen – in starkes Zeichen für die Zusammenarbeit der Beratungsstellen in Bottrop, Gelsenkirchen und dem Kreis Recklinghausen und ein echter Mehrwert für alle, die gründen oder wachsen möchten.
gwc.Chancenforum
Am 7. Mai fand das 15. gwc.chancenforum bei der SCHMIDT Gruppe in Coesfeld statt, an dem rund 60 Personen teilnahmen. Unter dem Leitthema „The Brand is Your Friend“ erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in den strategischen Markenaufbau, die Kundenbindung und die Bedeutung von Marken für den Unternehmenserfolg. Im Anschluss bot das Get-together Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Das gwc.Chancenforum ist eine Initiative des Netzwerks gwc.Gründung und Wachstum im Kreis Coesfeld. Partner des Netzwerks sind: Handwerkskammer Münster, IHK Nord Westfalen, Kreishandwerkerschaft Coesfeld, Sparkasse Westmünsterland, Volksbanken im Kreis Coesfeld und Volksbank Westmünsterland eG, Agentur für Arbeit Coesfeld, Jobcenter Kreis Coesfeld, Finanzämter Coesfeld und Lüdinghausen, INCA Technologiezentrum Ascheberg und AIW – Unternehmensverband aktive Unternehmen im Westmünsterland e.V.
GO! GründungsCAMP Kreis Borken
Bei der ersten Ausgabe des GO! GründungsCAMP im Kreis Borken erhielten die rund 90 Teilnehmenden auf dem d.velop Campus in Gescher praxisnahes Wissen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Unternehmensgründung und im Unternehmensalltag. Expertinnen und Experten zeigten, wie KI Gründerinnen und Gründer von der Ideenentwicklung über Marketing bis hin zur Strategie unterstützt und als inspirierender Sparringspartner genutzt werden kann. Gleichzeitig wurden rechtliche Aspekte wie Datenschutz, Urheberrechte und die Grenzen aktueller KI-Anwendungen vermittelt. In Workshops konnten die Teilnehmenden den Einsatz von KI für ihr eigenes Vorhaben prüfen, praxisnahe Tools kennenlernen und wertvolle Tipps für den Gründungsalltag erhalten. Bei Pitches stellten Gründerinnen und Gründer ihre Ideen vor und berichteten über Chancen und Herausforderungen der Selbstständigkeit.
Das GO! GründungsCAMP ist eine Initiative des Netzwerks GO! Kreis Borken. Partner des Netzwerks sind: WFG für den Kreis Borken, IHK Nord Westfalen, HWK Münster, Kreishandwerkerschaft Borken, AIW Unternehmensverband, Agentur für Arbeit Coesfeld und Sparkasse Westmünsterland.
IHK Nord Westfalen Partner bei JUGEND GRÜNDET
Im März richtete die IHK Nord Westfalen bereits zum vierte Mal in Präsenz einen von drei Vorentscheiden für den deutschlandweiten Wettbewerb JUGEND GRÜNDET aus.
JUGEND GRÜNDET ist ein bundesweiter Businessplan-Wettbewerb für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende rund um die Themen Innovation und Gründung, der sich weiterhin zunehmender Beliebtheit erfreut. Für den Wettbewerb 2025 waren 1.177 Businesspläne eingereicht worden, was einem erneuten Zuwachs von gut 15 Prozent entspricht. Davon wurden 31 ausgewählt, um sich bei den Regionalentscheiden in Münster, München oder Berlin für das Bundesfinale zu qualifizieren. Neun dieser innovativen Teams gab die IHK in Münster die Bühne in ihrem Bildungszentrum, um die von ihnen entwickelten Geschäftsideen vor einer hochkarätigen Jury zu präsentieren. Die Sieger qualifizierten sich direkt fürs Bundesfinale in Stuttgart.
Das „Team Orkkus“ brütet an der Werkbank über die neuesten Pläne und Ideen für seine App (v.l.): Lucy Fellhölter, Benedikt Ueding, Finn Tilbeck, Mattis Hilgenhöner und Leonard Kaltmeyer.
„Das Engagement der jungen Menschen, die Vielfalt ihrer Innovationen und die guten Ideen für eine praktische Umsetzung sind beeindruckend“, erklärte Sven Wolf, Geschäftsbereichsleiter Weiterbildung und Unternehmensförderung der IHK. „Es steckt viel Potenzial in der nächsten Gründergeneration – das gilt es zu heben“, so seine Bilanz.
Der Wettbewerb wird seit über 20 Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, von der SIE - Steinbeis Innovation Education gGmbH ausgetragen und organisiert und unter anderem von der IHK Nord Westfalen bei der Durchführung unterstützt.
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Weitere Infos unter Jugend gründet
Festival der jungen Wirtschaft
Mitveranstalter neben der IHK waren der Venture Club Münster und die Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen. „Denn auch für die junge Wirtschaft ist der Austausch mit Gründenden und Start-ups von großer Bedeutung“, betonte WJ-Vorsitzender Tobias Elbert. „Wir können viel voneinander lernen, wenn sich junge Menschen mit etablierten Unternehmen und Gründerinnen und Gründern vernetzen.“
Höhepunkt des Festivals, das die IHK Nord Westfalen mit Unterstützung der Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen und des Venture Club Münster organisiert, war das Finale eines Geschäftsideen- und Pitch-Wettbewerbs. Sechs junge Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Nord-Westfalen präsentierten dabei ihre innovativen Geschäftsideen und ließen das Publikum darüber abstimmen.
Am Ende setzte sich Comuneo durch, als Team mit den meisten Publikumsstimmen und erhielt das Preisgeld von 5.000 Euro, gestiftet von den Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen. Comuneo entwickelt Planungs- und Steuerungs-Plattform für den öffentlichen Sektor, um die begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen effizienter zu nutzen.
Das 6. Festival der jungen Wirtschaft ist in Planung und findet am 9. September 2026 statt.
Hier geht es zu weiteren Informationen rund um das Festival der jungen Wirtschaft und der Möglichkeit sich in eine Interessentenliste einzutragen.
Hier geht es zu weiteren Informationen rund um das Festival der jungen Wirtschaft und der Möglichkeit sich in eine Interessentenliste einzutragen.
Neues IHK-Format „Selbst & Ständig“
Lebendiger Austausch beim anschließenden Netzwerken.
Soloselbstständige und Kleinstunternehmen stehen häufig vor besonderen Herausforderungen: Begrenzte Ressourcen und wenig Zeit für Austausch, bei gleichzeitigem Wunsch Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Genau hier setzt die neue Initiative „Selbst & Ständig“ der IHK Nord Westfalen an. Mit regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen schafft die IHK Raum für Begegnung, Kooperation und Inspiration. Ziel ist es, Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit zu geben, voneinander zu lernen, Best Practices auszutauschen und wertvolle B2B-Kontakte zu knüpfen.
An den ersten beiden Netzwerkveranstaltungen der Initiative im Jahr 2025 am IHK-Standort Gelsenkirchen nahmen jeweils rund 60 Personen teil. Im Jahr 2026 wird das Angebot um eine zusätzliche Veranstaltung am IHK-Standort Münster erweitert.
EU-Regulierungen „Sustainable Finance“ – IHK unterstützt Bürokratieabbau
Die IHK Nord Westfalen unterstützte auch 2025 aktiv die bereits in den Vorjahren begonnenen Bemühungen der IHK-Organisation, auf praxisnahe und von der Realwirtschaft leistbare Regulierungen hinzuwirken. Auf EU-Ebene standen unter anderem die komplexen und oft praxisfernen Vorschriften des „Sustainable Finance“-Regulierungspakets zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Fokus der Diskussionen.
Im Rahmen einer bundesweiten IHK-Arbeitsgruppe lieferten die Experten der IHK Nord Westfalen fachlichen Input für (kritische) Stellungnahmen zu EU-Konsultationspapieren, Positionspapieren und Verbesserungsvorschläge aus der Unternehmenspraxis.
Im Juli hat das IHK-Präsidium in Gesprächen mit Parlamentsabgeordneten in Brüssel die Notwendigkeit eines spürbaren Bürokratieabbaus zur Entlastung des Mittelstands herausgestellt.
Das Präsidium der IHK-Vollversammlung, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel (5.v. r.) und weitere IHK-Vertreter unternmahmen im Juli 2025 eine Delegationsreise nach Brüssel.
Nach monatelangen Verhandlungen haben sich nun EU-Kommission, Rat und Parlament zum Jahresende auf eine Entbürokratisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen des Omnibus-I-Pakets geeinigt. Neben deutlichen Vereinfachungen bei den Berichtspflichten und bei der Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten soll der freiwillige Berichtsstandard VSME als Obergrenze für Datenabfragen verankert werden, der kleine und mittlere Unternehmen vor unverhältnismäßigen Anforderungen im Rahmen der Lieferkette schützt. Gleichzeitig bietet der VSME-Standard einen niederschwelligen Anreiz für den Einstieg in eine freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Nachhaltigkeit ist der Dreiklang aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten rund um ein Unternehmen. Egal, ob es um das Thema Unternehmensführung, Mobilität, Energie oder Umwelt geht: Die IHK unterstützt und berät, wie sich Unternehmen nachhaltiger aufstellen können, vermittelt auf Wunsch an weitere Experten und bietet Austauschformate.
Weitere Aktivitäten der IHK zum Thema „Nachhaltigkeit“
Weitere Aktivitäten der IHK zum Thema „Nachhaltigkeit“
Förderpolitik – IHK fordert wirksame und unbürokratische Förderprogramme
Auf EU-, Bundes- und Landesebene setzt sich die IHK aktiv für eine wirksame Förderpolitik ein, die sich an den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft orientiert und praxisorientierte Antragsverfahren für Fördermittel bereitstellt.
Mit der Veröffentlichung ihrer Vorschläge zum mehrjährigen Finanzrahmen (MFR 2028 bis 2034) hat die EU-Kommission im Juli 2025 die umfangreichen Konsultations- und Abstimmungsprozesse zur zukünftigen europäischen Förderpolitik gestartet. Die Ausgestaltung des MFR wird die Förderlandschaft auch im Kammergebiet Nord-Westfalen im kommenden Jahrzehnt erheblich prägen. Zu den wichtigsten Förderpositionen gehören die Förderfonds EFRE, ESF+ und Interreg, die im mehrjährigen Finanzrahmen unter der Position Kohäsionspolitik zusammengefasst werden.
Die Förderexperten der IHK Nord Westfalen beobachten, analysieren und begleiten die Entwicklung von Beginn an und werden auch im Folgejahr aktiv im Rahmen ihrer Netzwerke und in überregionalen Arbeitsgruppen der IHK-Organisation mitwirken, um die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen im Sinne einer wirksamen Förderpolitik zu vertreten.
IHK-Finanzierungssprechtag: Einzelberatungen zu Förderprogrammen und Finanzierungsmöglichkeiten
Auch 2025 nutzten wieder zahlreiche Unternehmen den seit 20 Jahren etablierten monatlichen IHK-Finanzierungssprechtag, um sich zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten von Experten der NRW.BANK, Bürgschaftsbank NRW und IHK individuell beraten zu lassen. Ob für Gründung, Nachfolge, Modernisierungen, Wachstumsinvestitionen oder Umstrukturierungen: Die Teilnehmenden erhalten konkrete Einschätzungen zu ihren individuellen Finanzierungsvorhaben und erfahren, welche Zuschuss- und Kreditförderprogramme im Einzelfall infrage kommen oder wie Bürgschaften genutzt werden können, um fehlende Sicherheiten zu ersetzen.
An den Sprechtagen im Jahr 2025 haben die Förderspezialisten Investitionsüberlegungen mit einem Gesamtvolumen von 58 Mio. Euro beraten. Dabei reichte die Spanne der Einzelanfragen von 150.000 Euro bis zu 6 Mio. Euro für ein Tourismus-Projekt im Münsterland.
Darüber hinaus unterstützen Finanzierungsexperten der IHK Nord Westfalen Förderanträge durch die Abgabe von Stellungnahmen für einzelne Förderprogramme.
Regionale Wirtschaftsförderung – IHK berät und unterstützt Zuschüsse
Unternehmen vieler Branchen können bis zu 45 Prozent Zuschüsse aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes NRW (RWP) beantragen, wenn sie Investitionen in der Emscher-Lippe-Region tätigen.
Zu den RWP-Fördermöglichkeiten bietet die IHK individuelle Einzelberatungen an, oftmals unter Einbeziehung von Förderexpertinnen und -experten der NRW.BANK. Mitgliedsunternehmen können Termine im Rahmen der monatlichen Finanzierungssprechtage oder individuell vereinbaren.
Darüber hinaus begleitet die IHK Nord Westfalen RWP-Anträge durch fachliche Stellungnahmen. Im Jahr 2025 konnten so regionale Investitionen in einer Gesamthöhe von 63 Millionen Euro angeschoben werden. Diese Vorhaben werden bei der Umsetzung mit Zuschüssen von 8,1 Millionen Euro unterstützt.
Die IHK Nord Westfalen berät und unterstützt auch Förderzuschüsse für Beratungskosten. Als Erstberatungsstelle stellt die IHK Beratungsschecks für das Förderprogramm „Fit für die Zukunft“ (FFZ) aus. Unternehmen mit Arbeitsstätten in Bottrop, Dorsten, Gladbeck und Marl können Beratungszuschüsse beantragen, wenn sie sich mindestens in einem der vier Themenfelder Green Economy, Arbeitsorganisation, Digitalisierung oder Personalentwicklung beraten lassen.
Online-Informationsveranstaltung „Wesentlichkeitsanalyse mit WILMA“
In einem von der IHK Nord Westfalen organisierten Webinar stellte die Westfälische Hochschule (WHS) gemeinsam mit Pilotunternehmen aus dem Westmünsterland das digitale Unterstützungswerkzeug „WILMA“ vor, das Anwendern einen praktischen Einstieg in die Wesentlichkeitsanalyse als Bestandteil des Nachhaltigkeitsreportings bietet. Die Experten der Westfälischen Hochschule am Standort Bocholt entwickelten die IT-Anwendung im Rahmen eines 3-jährigen EFRE-geförderten Projekts, das die IHK Nord Westfalen als assoziierter Partner von Beginn an unterstützt hat.
IHK Nord Westfalen Teil des bundesweiten IHK-Netzwerks Business Women IHK
Mehr Sichtbarkeit für weibliches Unternehmertum (v.l.): Alice Reckmann (Geschäftsführerin der Pro Sen GmbH und des ambulanten Pflegedienstes Häusliche Pflege Reckmann, Bottrop), Pamela Kelbch (Geschäftsführerin der PDT Invest GmbH, Bottrop), DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov, Pantea Vieira (Referentin für IHK-Netzwerke bei der IHK Nord Westfalen), Margret Homann (Bankerin bei Merck Finck | A Quintet Private Bank in Münster und Vorsitzende des Netzwerks Frauen u(U)nternehmen) sowie Doris Jansing (Geschäftsführerin von Pferd und Sport Jansing, Emsdetten).
Die IHK Nord Westfalen ist nun offiziell Teil des bundesweiten Netzwerks Business Women IHK, das ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen in den IHK-Organisationen zusammenbringt. Im Rahmen des Netzwerks wurde der bestehende Unternehmerinnenverband „Frauen u(U)nternehmen e. V." als regionales Mitglied aufgenommen.
Ziel des Netzwerks ist es, die Interessen der Wirtschaft zu vertreten, Frauen als Gründerinnen, Unternehmerinnen und Führungskräfte sichtbar zu machen und ihre Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Die DIHK macht das Netzwerk auf einer Landkarte aller regionalen Mitgliedsorganisationen sichtbar und unterstreicht damit die Bedeutung des Unternehmerinnennetzwerks vor Ort in der IHK-Region Nord Westfalen.
Bundesweites Netzwerktreffen 2025 in München
Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und erste Frau in diesem Amt, eröffnete das Treffen mit einem klaren Aufruf: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten, uns gegenseitig pushen, Multiplikatorinnen sein und gemeinsam die Krise in Deutschland meistern.“
Zehn Jahre nach dem Start zieht das Netzwerk eine positive Zwischenbilanz. Inzwischen gibt es in 49 Industrie- und Handelskammern eigene Unternehmerinnenkreise, 45 beteiligen sich am IHK-Girls’ Day und 38 organisierten zum Internationalen Frauentag Veranstaltungen für Gründerinnen und Nachfolgerinnen. Auch in den Führungsetagen ist der Wandel sichtbar: 14 Präsidentinnen und 18 Hauptgeschäftsführerinnen stehen heute an der Spitze einer IHK – 2014 waren es gerade einmal neun.
Am Münchner Netzwerktreffen nahmen vier Unternehmerinnen aus Nordwestfalen teil: Doris Jansing, Geschäftsführerin von Pferd und Sport Jansing in Emsdetten, Margret Homann, Bankerin bei Merck Finck | A Quintet Private Bank in Münster und Vorsitzende des Netzwerks Frauen u(U)nternehmen, Pamela Kelbch, Geschäftsführerin der PDT Invest GmbH in Bottrop, sowie Alice Reckmann, Geschäftsführerin der Pro Sen GmbH und des ambulanten Pflegedienstes Häusliche Pflege Reckmann in Bottrop. Begleitet wurden sie von Pantea Vieira, Referentin für IHK-Netzwerke bei der IHK Nord Westfalen.
Die IHK Nord Westfalen bietet seit vielen Jahren gezielte Veranstaltungen für zukünftige Unternehmerinnen an. Im Jahr 2025 wurde das Angebot „Gründungsberatung von Frau zu Frau“ gestartet und fest in das Beratungsportfolio aufgenommen.
Unternehmensnachfolge – Babyboomer gehen jetzt in Rente
In den nächsten zehn Jahren stehen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region 41.000 Unternehmen mit 220.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zur Übergabe an. In fast jedem zweiten eigentümergeführten Familienunternehmen sind die Inhaberinnen und Inhaber älter als 55 Jahre.
Aus einer IHK-NRW Umfrage aus dem Jahr 2024, in dem Antworten vieler Unternehmen aus der Emscher-Lippe-Region und dem Münsterland eingeflossen sind, ist bekannt, dass der Nachfolgeprozess in der Regel nicht nur komplex ist, sondern auch störanfällig ist.
Drei Trends erhöhen den Handlungsbedarf. So ist der früher gängige Automatismus der familieninternen Übernahme durch Tochter oder Sohn längst Geschichte. Zudem schrumpfen die klassischen Gründerinnen- und Gründerjahrgänge der 25- bis 45-Jährigen. Die dritte Entwicklung: Ausgebildete Fach- und Führungskräfte werden stark umworben, sodass für sie die Nachfolge nur eine von vielen Möglichkeiten ist.
Externe Suche nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern erfordert Geduld
Die Suche nach externen Nachfolgerinnen und Nachfolgern erfordert zunehmend Geduld und Ausdauer. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer gaben in der IHK-Umfrage an, dass sie diese Aufgabe als schwierig empfinden. Acht Jahre davor lag dieser Wert bei einer IHK-Studie zum Nachfolgegeschehen in NRW noch bei 56 Prozent. Aus diesem Grund verfeinert die IHK Nord Westfalen ihr Angebot im Nachfolgebereich stetig.
IHK-Unterstützungsangebote
Die IHK Nord Westfalen unterstützt Unternehmen mit Informationsveranstaltungen, Expertensprechtagen zu Finanzierung, Förderung oder Firmenbewertung, fachkundiger Einzelberatung sowie vertraulicher Vermittlung von potenziellen Nachfolgerinnen oder Nachfolgern durch die nexxt-change Unternehmensbörse, den IHK-Nachfolge-Club und IHK-Nachfolgepool NRW.
Eine zusätzliche Hilfe bietet die digitale Plattform Unternehmenswerkstatt Deutschland. Sie stellt Tools und Hilfen für die strukturierte Nachfolgeplanung bereit. Dabei vereint sie digitale Möglichkeiten mit individueller Betreuung. Zudem können die Beteiligten die Nachfolgeangebote der IHK-Weiterbildung zur Vorbereitung nutzen.
Externe Unternehmensnachfolgen – suchen und finden
Mit den Matchingplattformen IHK Nachfolge Club, IHK-Nachfolgepool und der nexxt-change Unternehmensbörse begleitet die IHK Nord Westfalen Unternehmerinnen und Unternehmer aktiv bei der Suche nach einer passenden externen Nachfolgelösung. Gleichzeitig bieten diese Plattformen qualifizierten Nachfolgerinnen und Nachfolgern strukturierte Möglichkeiten, geeignete Unternehmen zur Übernahme zu finden. Über alle drei Plattformen werden jährlich mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Suche nach einer externen Nachfolge begleitet. Welche Matchingplattform im jeweiligen Fall der zielführende Weg ist, lässt sich in der Regel bereits in einem ersten persönlichen Gespräch gut einschätzen.
IHK Nachfolge Club
Im IHK Nachfolge Club bietet die IHK Nord Westfalen eine diskrete und vertrauliche Matchingplattform, um übergabewillige Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten gezielt mit persönlich bekannten und qualifizierten Nachfolgeinteressierten zusammenzubringen.
Über den Nachfolge Club kennt die IHK rund 150 Nachfolgeinteressierte – überwiegend erfahrene Führungskräfte, die über Eigenkapital verfügen und bereit sind, dieses für die Finanzierung einer Unternehmensübernahme einzusetzen.
Durch den Abgleich des persönlichen Profils der Übernahmeinteressierten mit den Anforderungen der suchenden Unternehmen werden geeignete Personen herausgefiltert. Die Kontaktanbahnung erfolgt durch die Nachfolgeexperten der IHK mit größter Diskretion.
IHK-Nachfolgepool NRW
Ergänzend dazu bietet die digitale Plattform IHK-Nachfolgepool den IHK-Fachexperten die Möglichkeit, auf persönlich bekannte Nachfolgeinteressierte anderer IHKs in Nordrhein-Westfalen zuzugreifen, die in unserer Region ein Unternehmen suchen. Gleichzeitig können suchende Nachfolgekandidatinnen und -kandidaten ihr Profil ausgewählten IHKs in NRW zur Verfügung stellen. Durch diese bezirksübergreifende Unterstützung in NRW erhöhen sich die Erfolgschancen sowohl für die übergabewilligen Unternehmen als auch für potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger.
Nexxt-change Unternehmensbörse
Die IHK Nord Westfalen ist Regionalpartner der nexxt-change Unternehmensbörse, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt wird. Die IHK Nord Westfalen unterstützt bei der Eintragung von Übergabewünschen, gibt Tipps für textliche Formulierungen und unterstützt bei der Kontaktanbahnung. Die nexxt-change Unternehmensbörse wird in der Regel von Kleinstunternehmen genutzt.
IHK-Praxishandbuch zur Gestaltung des Nachfolgeprozesses überarbeitet
Die Unternehmensnachfolge ist ein Prozess, der neben zahlreichen betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerrechtlichen Fragen auch Unsicherheiten und emotionale Aspekte aufwirft. Dabei ist es unerheblich, ob die Nachfolge innerhalb der Familie oder über einen Unternehmensverkauf an eine externe Person fokussiert wird.
Antworten auf diese Fragen sowie weitere, hilfreiche Tipps und Hinweise liefert das überarbeitete IHK NRW-Praxishandbuch: Generationenwechsel im Unternehmen. (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1952 KB) Sowohl die abgebende wie auch die nachfolgende Perspektive werden explizit aufgegriffen und ein Themenquerschnitt von den Chancen und Risiken, über die Altersvorsorge, typische Übernahmeformen, der Unternehmenswertermittlung bis hin zur Finanzierung erläutert.
Das Praxishandbuch wurde federführend von unserer Nachfolgeberaterin Juliane Melchers-Hürkamp mit weiteren IHK-Kolleginnen und Kollegen aus NRW überarbeitet.
9. IHK-Forum Unternehmensnachfolge in Dorsten ausgebucht
Freuten sich über das große Interesse am Thema Unternehmensnachfolge (v.l.): Moderator Lennart Hemme, Sven Wolf, Melanie Baum, Prof. Anne Heider, André Hesseling, Johanna Schulte und Friedbert Menke.
In 41.000 Unternehmen in Nord-Westfalen steht in den kommenden zehn Jahren eine Übergabe an. „Davon sind rund 220.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte betroffen“, verdeutlichte am 22. Mai Melanie Baum die gesellschaftliche Dimension des anstehenden Umbruchs. Die hohen Zahlen, die die IHK-Vizepräsidentin nannte, lieferten eine Erklärung für das erneut große Interesse am 9. IHK-Forum Unternehmensnachfolge im CreativQuartier Fürst Leopold in Dorsten. 200 Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger aus der Region informierten sich darüber, wie ein familiengeführter Betrieb in jüngere Hände übergeben werden kann. Was dabei zu beachten ist, darüber berichteten Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft und aus Unternehmen, die die Staffelübergabe erfolgreich geschafft haben.
„Bereiten Sie sich rechtzeitig und professionell auf den Generationswechsel vor“, empfahl Sven Wolf, IHK-Geschäftsbereichsleiter Unternehmensförderung und Weiterbildung, eindringlich. „Der Prozess einer Unternehmensnachfolge ist sehr komplex und selten geradlinig. Wer früh beginnt, verschafft sich die Zeit, um die Optionen sorgfältig abzuwägen“, so Wolf weiter. Den hohen Zeitaufwand sprach auch die IHK-Vizepräsidentin an. Sie unterstrich, dass es den „Familienautomatismus“ längst nicht mehr gebe: „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass die nächste Generation übernimmt“, so Baum. Laut IHK-Nachfolgereport strebt nur knapp die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten eine familieninterne Nachfolgelösung an. In der IHK-Studie von 2016 waren es noch 71 Prozent.
Wie die Nachfolgeregelung in der Familie gelingt? „Kommunikation und Familienzusammenhalt ist alles“, betonte Prof. Anne Heider vom Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU). Erwartungshaltungen müssten früh geklärt werden. Heider riet, Kinder schon früh für das Thema Nachfolge zu sensibilisieren: „Nehmen Sie sie mit ins Unternehmen oder aufs Betriebsfest.“ Entscheidend seien Motivation und Wille. „Bilanzen lesen kann jeder lernen“, erklärte sie. Besonders richtete sie ihren Blick auf die Töchter: „Auch wenn der älteste Sohn längst nicht mehr immer als Nachfolger gesetzt ist, liegt hier ungenutztes Potenzial für erfolgreiche Nachfolgeregelungen“.
Solche Vorbehalte in Sachen Akzeptanz hatte Helmut Schulte nicht. Der Chef von Werner & Co. Gewürze holte 2018 Johanna, seine jüngste Tochter, ins Gelsenkirchener Unternehmen. Sie hatte dort schon als Jugendliche mitgearbeitet. „Dies half mir dabei, dass mich auch die älteren Mitarbeiter direkt respektiert haben.“ Als die Übergabe anstand, vereinbarte sie mit ihrem Vater ein Probejahr. „Dadurch hatte ich die Chance auszusteigen, falls es mir nicht gefallen hätte“. Es gefiel ihr, weshalb das Unternehmen in der Familie geblieben ist - was auch ihre beiden Geschwister freut.
Das bestätigte Friedbert Menke. Ob es um den Steuerberater, den Anwalt oder die Bank geht, „es muss nicht nur fachlich, sondern auch menschlich passen“. Er war vor fast 20 Jahren als erster Teilnehmer des IHK-Nachfolge-Clubs zur Industrienäherei Schuckenberg in Sassenberg gestoßen, die er dann auch übernahm. Nun steckt er das zweite Mal in einem Nachfolgeprozess, diesmal als Übergebender: Seinen Sohn Robert Menke hat er schrittweise auf seine Rolle als Unternehmer vorbereitet – mit Erfolg. Eine wirtschaftlich schwierige Situation wurde schon gemeistert und mit dem Segment Gartenmöbel ein neues Geschäftsfeld entwickelt.
Ein Beispiel für eine Übernahme außerhalb der Familie lieferte André Hesseling, Geschäftsführer von Bußkamp & Becker in Südlohn-Oeding. Vorteil dieser Lösung aus seiner Sicht: „Externe gehen mit frischem Blick ins Unternehmen.“ Eine vermeintlich ungünstige Konstellation sieht er als Vorteil: Die frühere Inhaberin ist noch im Unternehmen tätig. Ihre Erfahrung schätzt Hesseling: „Sie arbeitet zu, aber ich entscheide – das funktioniert.“ In der abschließenden Podiumsdiskussion blickte Melanie Baum zurück auf ihre Anfänge als Unternehmerin: 2009 übernahm sie den Familienbetrieb Baum Zerspanungstechnik in Marl, sie erlebte es als „Sprung ins kalte Wasser“. Ihr Rat: „Nutzen sie die Angebote der IHK. Sie bekommen die Informationen und das Netzwerk.“
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Webinar-Reihe „FOKUS Unternehmensnachfolge“
Impulse für die Unternehmensnachfolge setzen, darauf konzentrierte sich bereits zum drittem Mal die neunteilige Webinar-Reihe „FOKUS Unternehmensnachfolge“, welche federführend von unserer Nachfolgeberaterin Juliane Melchers-Hürkamp und dem IHK-Teamleiter für Gründung und Unternehmensförderung Michael Meese in Kooperation mit den IHKs in NRW vor drei Jahren entwickelt wurde.
In 90-minütigen, digitalen Austauschformaten erhielten die Teilnehmenden kompakt und praxisorientiert Hinweise und Impulse zur Gestaltung von Nachfolgeprozessen. Das Themenfeld erstreckte sich dabei von der Unternehmensbewertung über die Gestaltung der Nachfolgefinanzierung in Verbindung mit möglichen öffentlichen Fördermöglichkeiten bis zum Umgang mit Verhandlungssituationen, Konflikten in Familienunternehmen sowie der rechtlichen und steuerrechtlichen Gestaltung der Prozesse.
Einen sehr praxisnahen Blick mit persönlichen Eindrücken, Erfahrungen und einem Strauß an Tipps zur Unternehmensnachfolge speziell für Frauen bot das Webinar „Nachfolge ist weiblich“. Alle Frauen berichteten aus ihren unterschiedlichen Perspektiven über persönliche Erfahrungen bei der Gestaltung des Nachfolgeprozesses, Möglichkeiten zur Kommunikation in der Familie, Herausforderungen beim Aufbau der passenden Finanzierung und damit verbundenen, teils herausfordernden Gesprächen und über die Gestaltung der Work-Life-Balance als Nachfolgerin mit Kind.
Im Webinar „Der Suchprozess“ informierte Michael Meese, Teamleiter Gründung und Unternehmensförderung der IHK Nord Westfalen, zusammen mit weiteren Kollegen der IHKs aus NRW im Webinar über die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten der IHK im Nachfolgebereich. Im Fokus stand hier insbesondere die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern sowie der Einsatz geeigneter Plattformen wie die nexxt-change-Unternehmensbörse, der IHK-Nachfolgepool und die Unternehmenswerkstatt NRW (UWD).
Insgesamt meldeten sich zur Webinar-Reihe über 600 Nachfolgeinteressierte, Nachfolgesuchende und Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihr Unternehmen übergeben möchten, an.
Die initiale Entwicklung der Webinar-Reihe erfolgte 2023 in Kooperation mit dem Projekt „NextSTEP_Neue Wege in der Sicherung der Unternehmensnachfolge“. Durch aktive Mitwirkung im Arbeitskreis Unternehmensnachfolge auf Landesebene konnte bereits vor Projektende die Fortführung der Webinar-Reihe unter aktiver Beteiligung der IHK Nord Westfalen erreicht werden.
Im Jahr 2026 wird die Reihe“ FOKUS Unternehmensnachfolge“ der IHK Nordrhein-Westfalen erneut angeboten. Voraussichtlich ab März stehen die Termine für die gesamte Reihe fest und werden in unserem Veranstaltungskalender veröffentlicht.
Bundesweites IHK-Notfallhandbuch überarbeitet
Wie ein Unternehmen handlungsfähig bleibt, wenn die Unternehmensleitung längerfristig ausfällt oder unerwartet verstirbt, ist eine zentrale Vorsorgefrage. Das IHK-Notfallhandbuch unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, sich systematisch auf solche Situationen vorzubereiten und ist 2025 in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen.
Ergebnisse des aktuellen IHK-Nachfolgereports NRW zeigen, dass ein erheblicher Teil der Unternehmen bislang keine ausreichenden Vorsorgeregelungen getroffen hat. 33 Prozent der Befragten haben noch keine Vertretungsregeln formuliert und 51 Prozent haben wichtige betriebliche Informationen nicht schriftlich dokumentiert. Das Notfallhandbuch setzt hier an und hilft, zentrale betriebliche Informationen strukturiert zu dokumentieren – darunter Zugänge, Zuständigkeiten, laufende Projekte, Vertretungsregelungen, Vollmachten sowie Kommunikations- und Nachlassfragen. Auch im Hinblick auf eine spätere Unternehmensübergabe oder -veräußerung bietet das Notfallhandbuch einen zusätzlichen Nutzen, da wesentliche Informationen bereits frühzeitig erfasst werden.
In der aktualisierten Auflage wurde insbesondere der Bereich Digitalisierung weiter ausgebaut, etwa durch eine vertiefte Berücksichtigung von Zugangs- und Gerätedaten. Ergänzt wurde das Angebot zudem um eine Notfallkarte, die sich jeder für den Fall der Fälle in sein Portemonnaie stecken kann.
Das IHK-Notfallhandbuch steht als beschreibbares PDF zum Download zur Verfügung und kann außerdem als gebundene Ausgabe bei der IHK bestellt werden. Das bundesweite IHK-Notfallhandbuch wurde mit Unterstützung unseres ehemaligen Referenten für Unternehmensförderung Reinhard Schulten aktualisiert
Das IHK Nord Westfalen: Notfall-Handbuch für Unternehmen (PDF-Datei · 1229 KB) steht zum Download bereit.
Alternativ kann es bei der IHK unter der Telefonnummer 0251 707-219 oder per Mail bei Wilma Haase als gebundene Ausgabe bestellt werden.
Alternativ kann es bei der IHK unter der Telefonnummer 0251 707-219 oder per Mail bei Wilma Haase als gebundene Ausgabe bestellt werden.
Nutzerzahlen IHK-Unternehmenswerkstatt (UWD) steigen
Die Unternehmenswerkstatt Deutschland verbindet digitale Angebote mit persönlicher Beratung durch regionale IHK-Expertinnen und -Experten – von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge. Nutzerinnen und Nutzer arbeiten dabei in sicheren, geschützten Projekträumen. Zur Unterstützung stehen praxisnahe Vorlagen, etwa Musterverträge und Finanzpläne, sowie digitale Tools wie der Rechtsformfinder und der Unternehmenswertrechner zur Verfügung.
Mehr Nutzer und neues Tool Unternehmensübernahme
Im IHK Bezirk Nord-Westfalen haben Gründungsinteressierte und Unternehmen mehr als 265 Projekte in den Modulen Gründung, Sicherung sowie Unternehmensübergabe und -übernahme angelegt. Seit dem 1. September 2025 steht dabei erstmals ein eigener Projektraum für die Unternehmensübernahme zur Verfügung. Insgesamt entspricht dies einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere angehende Selbstständige haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen und die digitalen Angebote der IHK-Unternehmenswerkstatt intensiv genutzt.
Der für die Gründung überarbeitete Finanzplan wird seit einigen Monaten auch im Projektraum Übernahme eingesetzt, um Nachfolgenden die professionelle Erarbeitung ihres Fortführungskonzeptes zu ermöglichen. Dort wird auch der bekannte Unternehmenswertrechner angeboten, der den Nutzenden eine erste Orientierung bei der Unternehmensbewertung gibt.
Zu Beginn des Jahres 2026 nutzen fast 70 IHKs mit ihren regionalen Fachexpertinnen und -experten die UWD als Beratungstool. Bundesweit einzigartig ist, dass in der Region Nord-Westfalen auch Gründungsinteressierte der freien Berufe sowie angehende Handwerksbetriebe innerhalb der UWD auf die regionale Gründungsexpertise von Expertinnen und Experten der Handwerkskammer Münster und der Wirtschaftsförderungen der Kreise und kreisfreien Städte zurückgreifen können.
