Nr. 6475270
US-Außenwirtschaft

Trumps Handelspolitik im Fokus

Die US‑Administration unter Donald J. Trump hat erneut Strafzölle auf Aluminium und Stahl sowie weitere sektorale Zölle auf Kfz‑Teile und Lkw‑Teile verhängt. Unter anderem wurden auch Zölle auf Kupferimporte aus der EU eingeführt – eine Maßnahme, die bereits während seiner ersten Amtszeit erhebliche Spannungen im Welthandel ausgelöst hatte.
Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), warnt vor den weitreichenden Folgen solcher Schritte: „Höhere Zölle verteuern nicht nur deutsche Importgüter in den USA, sondern schwächen ganze Wertschöpfungsketten.“
Für Waren aus der Europäischen Union fällt seit dem 24. Februar 2026 mit wenigen Ausnahmen neben dem bisher geltenden Meistbegünstigungszollsatz ein zusätzlicher Zollsatz von 10 % an. Ausgenommen sind Waren, die bereits anteilig den sektoralen Zöllen zugerechnet werden, sowie jene Ausnahmen, die aus dem USA‑EU‑Deal seit dem 1. September 2025 gelten.
Section 122 Trade Act of 1974

Die US-Regierung musste die IEEPA-basierten Zusatzzölle zum 24. Februar 2026 auslaufen lassen und ersetzt sie durch einen befristeten Importzuschlag von 10 Prozent nach Section 122. Die neue Maßnahme gilt grundsätzlich zusätzlich zu bestehenden Zöllen, enthält jedoch zahlreiche Ausnahmen und Sonderregeln, etwa für bestimmte Metallwaren, Kfz(teile) sowie De-minimis-Sendungen.

Rückerstattung US-Zölle

Die US-Zollbehörde CBP hat näher erläutert, wie die Rückerstattung bestimmter IEEPA-Zusatzzölle künftig technisch umgesetzt werden soll. Kernstück ist das neue CAPE-Verfahren im US-Zollsystem ACE, über das Anträge erfasst, geprüft, neu berechnet und Erstattungen elektronisch ausgezahlt werden sollen. Die Einführung ist stufenweise geplant, sodass zunächst nicht alle Fallkonstellationen erfasst werden.

Section 301 Trade Act of 1974

Die US-Handelsbehörde USTR hat im März 2026 zwei neue Untersuchungen nach Section 301 eingeleitet. Im Fokus stehen zum einen mutmaßlich staatlich geförderte Überkapazitäten in verschiedenen Industriesektoren, zum anderen der Umgang zahlreicher Staaten mit Importverboten für unter Zwangsarbeit hergestellte Waren. Unmittelbare Maßnahmen folgen daraus noch nicht, möglich sind nach Abschluss der Prüfungen jedoch zusätzliche Zölle oder weitere Handelsbeschränkungen.

US-Zollpolitik

Nach der Entscheidung des US Supreme Court vom 20. Februar 2026 wurden die auf IEEPA gestützten Zusatzzölle beendet. An ihre Stelle trat zum 24. Februar 2026 ein befristeter globaler Zusatzzoll von 10 % auf Grundlage von Section 122 des Trade Act of 1974.

Überblick

Hier stellen wir Ihnen zwei Prüfschemata zur Verfügung, mit denen Sie nachvollziehen können, wie hoch der zusätzliche Zollsatz für Produkte mit Ursprung in der EU bzw. in der Volksrepublik China oder Hongkong ist.

Section 232 Trade Expansion Act

Mit dem Amtsantritt von Donald Trump hat die US-Administration warenspezifische Zusatzzölle verhängt bzw. angekündigt.

Neue Perspektiven trotz Handelsrisiken

Ein Handelsrahmenabkommen zwischen EU und USA soll höhere Zölle abwenden. Viele Details bleiben jedoch offen. Die Unsicherheit für Unternehmen bleibt bestehen.

Zollregelungen

Die AHK USA - New York bietet mit ihrem entgeltlichen Beratungsservice ein Unterstützungsangebot für deutsche Unternehmen. Im Fokus stehen individuelle Auskünfte zu den Sonderzöllen – insbesondere im Zusammenhang mit Section 232-, Section 301- und IEEPA-Zöllen.

Gegenzölle ausgesetzt

Die EU hat am 14. April 2025 vorläufig beschlossene Gegenzölle auf US-Zusatzzölle für 90 Tage ausgesetzt. Sollte keine Einigung mit den USA erfolgen, treten ab dem 14. Juli 2025 abgestufte Zusatzzölle in Kraft.

Andrea Wedig

International (Geschäftsbereich Unternehmensservice)