Existenzsicherungsprogramm

Thüringen hat am 1. Dezember 2022 ein eigenes Härtefallprogramm für die gewerbliche Wirtschaft gestartet.
Unternehmen, deren Energiekosten sich mindestens verdoppelt haben und denen deshalb absehbar eine Zahlungsunfähigkeit droht, können über das Thüringer Existenzsicherungsprogramm (ThürExSi) finanzielle Hilfen vom Land erhalten. 
Das Existenzsicherungsprogramm ist Bestandteil eines landeseigenen Hilfspakets für die Thüringer Wirtschaft, das ein Gesamtvolumen von 230 Millionen Euro hat. Es umfasst neben direkten Zuschüssen an Unternehmen zur Bewältigung der Krisenfolgen „Existenzsicherungsprogramm“ (Säule 1), längerfristig angelegte günstige Darlehen und Bürgschaften (Säule 2) sowie Förderangebote zur Ermöglichung von Zukunfts-, Digitalisierungs- und Energieeffizienzinvestitionen (Säule 3).
Zur Beantragung des Programms wurde die Online-Plattform bei der Thüringer Aufbaubank am 1. Dezember 2022 freigeschaltet.

Die Eckpunkte des neuen Existenzsicherungsprogramms:

Ziel der Förderung:
  • Unterstützt werden Unternehmen in Thüringen, die von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Energiekrise direkt und indirekt betroffen sind.
  • Existenzsicherung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft sowie Unternehmen einer Positivliste, die in Folge der im Jahr 2022 eingetretenen Energiepreissteigerungen von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bedroht sind.
Wer wird gefördert?
  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft mit Hauptsitz in Thüringen
  • weitere private Unternehmen laut Positivliste (z. B. eingetragene Genossenschaften, gGmbHs, wirtschaftliche Zweckbetriebe von Vereinen)
Was und wieviel wird gefördert?
  • Förderung als Einmalzuschuss
  • Berechnung anhand des tatsächlichen Anstiegs der Aufwendungen für Energie im Zeitraum März bis November 2022 im Vergleich zu den Energiekosten im Zeitraum März bis November 2021
  • indirekte Energiekostensteigerungen auf Vorprodukte, Rohstoffe, Betriebsmittel oder Maschinen, wenn diese vom Vorlieferanten weitergegeben werden
  • Zuschusshöhe:
    • 40 Prozent der Energiemehraufwendungen bei einer Verdopplung der Energiemehraufwendungen
    • 60 Prozent der Energiemehraufwendungen bei einer Verdreifachung der Energiemehraufwendungen
    • 80 Prozent für den Anteil der Energiemehraufwendungen, die sich mehr als verdreifacht haben
Wo und wie wird beantragt?
  • ausschließlich elektronisch über das Online-Portal der Thüringer Aufbaubank
  • Bestätigung der wirtschaftlichen Existenzbedrohung durch einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Fachanwälte für Steuerrecht)
  • 1.800 Euro Festbetragspauschale für die Kostenerstattung des prüfenden Dritten
  • Antragstellung ab einer Zuschusshöhe inklusive der Festbetragspauschale
    in Höhe von 5.000 Euro möglich
  • Antragstellung bis spätestens 31.03.2023
  • nur ein Antrag je Unternehmen bzw. Unternehmensverbund möglich
Weitere Informationen: