Nr. 3971618
Serie aus der Ruhr Wirtschaft

Startup-Szenen weltweit

In unserer Serie werfen wir nicht nur einen ausführlichen Blick auf die Startup-Szenen klassischer Startup-Hotspots wie den USA, sondern auch auf eher unbekannte, aber dennoch spannende, Länder.
Startup-Szenen weltweit

Schätzungen zufolge gibt es alleine in den Startup-Kernregionen des Landes (Silicon Valley, New York City, Los Angeles, Boston, Chicago und Seattle) rund 40.000 Startups im Softwarebereich. Für die gesamten USA ist über alle Branchen hinweg also eine sechsstellige Anzahl von jungen Unternehmen wahrscheinlich. Alleine 88 sogenannte Einhörner – also mit mehr als einer Milliarde Euro bewertete Startups – gibt es in den USA (Stand Januar 2016).

Startup-Szenen weltweit

Israel muss sich vor den USA nicht verstecken: Etwa 6.000 Startups, mehr als 70 Wagniskapitalfonds und über 200 Inkubatoren und Acceleratoren sind in dem Land aktiv. Die Finanzlage der Startups wird neben den zahlreichen privaten Investoren dadurch ergänzt, dass auch der Staat wertvolle Unterstützungen anbietet. So gibt es beispielsweise staatlich geförderte Technologieinkubatoren, in denen Frühphasenprojekte gefördert werden. Tel Aviv – die sog. Nonstop City – ist immer in Bewegung und das Zentrum der Startup- und Hightech-Szene.

Startup-Szenen weltweit

In Tschechien gibt es bereits über 500 Startups. Die jungen, schnell wachsenden Technologiefirmen setzen meist von Anfang an auf globale Märkte. Sie finden immer mehr private Geldgeber, die in die Neugründungen investieren. Von tschechischem Risikokapital profitieren inzwischen sogar deutsche Unternehmen. Besonders die Hauptstadt Prag zieht junge Firmen an. Rund 300 dynamische Jungunternehmen sollen bereits in der Moldaustadt residieren. Hier finden sie Kapitalgeber und beste Infrastruktur. Es gibt Starterzentren, Inkubatoren und Co-Working-Flächen.

Startup-Szenen weltweit

Denkt man an weltweit führende Startup-Metropolen, kommen einem Städte wie Peking, Shanghai oder Shenzhen nicht direkt in den Sinn – zu Unrecht, wie folgende Fakten zeigen: Das in China investierte Venture Capital (VC) hat sich im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Damit steht China mit 32,2 Milliarden US-Dollar weltweit an zweiter Stelle. Verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, weniger bürokratischer Aufwand und "nanzielle Anreize durch die Regierung sorgen dafür, dass sich in China in den letzten Jahren eine sehr erfolgreiche Startup-Szene entwickelt hat.

Startup-Szenen weltweit

Viele international bekannte Startups kommen aus Schweden. Dazu zählen unter anderem das Internettelefonie-Netzwerk Skype, der Musikstreamingdienst Spotify, der Payment-Service-Provider Klarna sowie die Entwickler von Onlinespielen und Gaming-Apps King und Mojang. Sie alle sind sogenannte „Einhörner“ (engl. Unicorns), also Startups, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet sind.

Startup-Szene weltweit

Eigentlich würde man in einem Hochtechnologieland wie Japan eine lebendige Startup-Szene erwarten. Die japanische Mentalität und eine sehr komplizierte Bürokratie führen, aber dazu, dass diese Szene sich aktuell erst langsam entwickelt. Bisweilen wird Japan als das Industrieland mit dem niedrigsten Ausmaß an Unternehmergeist bezeichnet. Wo ein Scheitern eines Gründers, bspw. in den USA, als wertvolle, vielleicht sogar notwendige Erfahrung betrachtet wird, kommt es in Japan einer Katastrophe gleich. Die daraus resultierende mangelnde Risikobereitschaft ist nicht das beste Attribut für aufstrebende Startups.

Startup-Szenen weltweit

Brasilien befindet sich in der Rezession – für das Jahr 2016 wird ein Rückgang des BIPs um 3,3 Prozent erwartet. Hoffnung für neue Impulse in die schwächelnde brasilianische Wirtschaft gibt die wachsende Anzahl von Startups. Die Dynamik im Markt ist groß: Laut Fachverband ABStartups waren Anfang 2016 4.161 Startups in Brasilien aktiv. Dies sind 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Startup-Szenen weltweit
BlaBla Car © BlaBlaCar

In Frankreich gilt Paris als das Zentrum der dortigen Startup-Szene – etwa die Hälfte der rund 10.000 französischen Startups sind im Großraum rund um die Hauptstadt aktiv. Die große Attraktivität von Paris rührt aus seiner überragenden Position im französischen Städtesystem. Hier leben nicht nur rund 18 Prozent der Bevölkerung, sondern hier gibt es auch ein ausgesprochen dichtes Netz an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Außerdem befinden sich rund um die Hauptstadt die mit Abstand meisten Niederlassungen ausländischer Firmen.

Startup-Szenen weltweit

Finnland – und besonders seine Hauptstadt Helsinki – gehört zu den internationalen Top-Standorten für Startups aus der ganzen Welt. In den vergangenen Jahren hat sich vor Ort ein gutes Startup-Ökosystem entwickelt, das spätestens durch die Messe Slush auch internationale Strahlkraft erlangt hat. Die größte Startup-Messe Europas vereint jedes Jahr etwa 15.000 Teilnehmer, darunter 1.500 Startups und 800 Investoren. Internationale Top-Redner und alle bedeutenden Venture Capital Fonds geben sich die Klinke in die Hand und beflügeln auf diese Weise auch die nationale Startup-Szene.