Konjunktur Dienstleistungen, Jahresbeginn 2026

Dienstleister: Stagnation setzt sich fort

Die aktuelle wirtschaftliche Situation im Dienstleistungsgewerbe ist deutlich positiver als in der Industrie und im Handel. Derzeit melden 38 Prozent der Serviceunternehmen eine gute, 52 Prozent eine befriedigende Lage. Jedem zehnten Betrieb geht es schlecht. Damit befindet sich die Branche abgesehen von kleinen Schwankungen seit zwei Jahren im Seitwärtsgang. Die Nachfrage nach Dienstleistungen bleibt hinter ihrem langjährigen durchschnittlichen Niveau zurück. Immerhin ist es den allermeisten Unternehmen gelungen, ihren Auftragsbestand trotz des schwierigen Umfelds in etwa konstant zu halten.
Das bedeutet jedoch auch, dass die Umsätze nach dem Einbruch in der Corona-Krise und kurzer Erholungsphase auf dem erreichten Niveau verharren, das weiterhin merklich geringer ausfällt als vor der Krise. Das gilt insbesondere für das Hotel- und Gaststättengewerbe, dass von einer anhaltenden Nachfrageschwäche (wer sparen muss, geht weniger aus) und immer höheren Kosten in die Zange genommen wird. Aber auch die Personalvermittler leiden unter der Flaute. Denn viele Unternehmen bauen personal ab und dort, wo noch neues Personal gebraucht wird, ist kaum jemand geeignetes zu finden. Der Fachkräftemangel ist die zweigrößte Sorge der Dienstleister, noch vor der Inlandsnachfrage. Spürbar besser läuft es in Transport, Verkehr und Logistik. Noch gefragter sind technische, rechtliche und kaufmännische Beratungen sowie Finanzdienstleistungen.
Insgesamt bleiben die Perspektiven im Service jedoch mau. Mit einer merklichen Belebung der Nachfrage noch in diesem Jahr rechnet die Branche eher nicht. Die Risiken bleiben hingegen hoch. So blickt nur jedes zwölfte Serviceunternehmen zuversichtlich nach vorn, jedes fünfte hingegen befürchtet weitere Rückschläge. Die große Mehrheit (72 Prozent) geht jedoch von gleichbleibenden Geschäften aus – je nach dem derzeitigen Lageniveau der jeweiligen Teilbranche ist das eine eher gute, neutrale oder negative Botschaft. Eine größere Zuversicht verhindert auch die deutsche Wirtschaftspolitik, die wieder verstärkt als Risiko gesehen wird. Entweder wurden angekündigte Reformen nur teilweise umgesetzt (Senkung der Stromsteuer), in Kommissionen verschoben oder in einem Kompromiss verwässert, so dass bei den Unternehmen kaum etwas davon zu spüren ist.
Das bremst auch die Investitionsabsichten der Dienstleister. 23 Prozent der Unternehmen wollen ihre Budgets für Investitionen in Deutschland aufstocken, knapp zwölf Prozent werden ihr Engagement reduzieren, 16 Prozent wollen gar nicht investieren. Vorrangiges Motiv ist dabei die Digitalisierung. Auch bei den Beschäftigungsplänen dominiert die Zurückhaltung