Konjunktur im Handel, Jahresbeginn 2026

Handel: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Die wirtschaftliche Lage im Groß- und Einzelhandel bleibt weiterhin angespannt. Zwar haben hat sich die Inflationsrate bis zum Jahreswechsel auf dem angestrebten Niveau von rund 2Prozent stabilisiert, und der Preisdruck scheint sich insgesamt auf hohem Niveau etwas abgeschwächt zu haben. Davon profitieren jedoch überwiegend nur die Verkäufer von Produkten des täglichen Bedarfs, wie der Lebensmittelhandel. Dem Einzelhandel mit Medikamenten und Medizinprodukten beschert die übliche Infektionswelle ordentliche Umsätze. Die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern wie Möbel, Einrichtungsgegenständen, Autos, IT- und Kommunikationsartkeln oder Sportausrüstungen bleibt jedoch rückläufig. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit und anhaltender Verunsicherung melden drei Viertel aller Einzelhändler ein zurückhaltendes Konsumverhalten.
Einem kleinen Teil der Einzelhändler ist es in der Folge gelungen, ihre Ertragssituation zu verbessern, vier von zehn Betrieben melden jedoch weiterhin eine mehr als unbefriedigende Erlösentwicklung. Auch die Konkurrenz zum Online-Handel, insbesondere zu den ausländischen Anbietern von Billigware, erschwert die Geschäft3 im stationären Einzelhandel. Zwar vertreibt die Hälfte der Einzelhändler aus der IHK-Region Ulm seine Waren auch über Onlinemarktplätze, jedoch trägt das Onlinegeschäft für die allermeisten von ihnen lediglich bis zu 10 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
Auch in den kommenden Monaten dürfte der hiesige Einzelhandel nicht von Fleck wegkommen. Erfreulicherweise ist der Anteil der Betrieb mit negativen Geschäftserwartungen von 33 auf 22 Prozent zurückgegangen, jedoch ist die Zahl der Optimisten nicht gestiegen. Vermehrt haben sich nur die Unternehmen, die mit nicht weiter abnehmenden Verkäufen rechnen. Das reicht jedoch nicht für eine nachhaltige Besserung der finanziellen Situation des Einzelhandels. Unverändert melden fast sechs von zehn Unternehmen eine unproblematische Finanzlage. Aber 28 Prozent der Einzelhändler melden Liquiditätsengpässe, bei einem Viertel schrumpft das Eigenkapital. 2 Prozent der Betriebe stehen gar vor der Insolvenz.
Großhandel rechnet nur mit schwachen Impulsen
Dem konsumnahen Großhandel geht es ähnlich, wie dem Einzelhandel, seinem wichtigsten Kunden nach der Gastronomie, deren Geschäfte ebenfalls nicht rund laufen. Der produktionsnahe Großhandel leidet unter der schwachen konjunkturellen Entwicklung der Industrie. Lediglich die baunahen Händler, verspüren langsam zunehmende Nachfrageimpulse. Insgesamt fällt die Bilanz jedoch weiterhin trüb aus, die Umsätze gehen weiterhin per Saldo zurück, die Ertragslage bleibt angespannt. Folgen hat die Zufriedenheit des Großhandels mit seiner aktuellen Lage gegenüber dem Herbst letzten Jahres abgenommen.
Die momentane Tendenz eingehender Bestellungen ist für die meisten Großhändler auch kein Mutmacher. Sowohl die Zahl der Betriebe mit zunehmenden sowie fallenden Bestellungen hat abgenommen. Der Saldo aus beiden verharrt damit knapp unter der Nulllinie – Aufbruchstimmung erzeugt das nicht. Folglich gehen auch mit dem Blick auf das ganze Jahr 2026 fast zwei Drittel der Großhändler von stagnierenden Geschäften aus. Zwar rechnet die Branche mit leicht steigenden Umsätzen, von denen aufgrund weiter steigender Kosten jedoch nicht viel in der Kasse hängen bleibt.