IHK Ulm
Baden-Württemberg: Aufschwung mit Handbremse
Die strukturellen Herausforderungen für die Südwestwirtschaft bleiben erheblich: Die Unternehmen stehen unter hohem Transformationsdruck, die Standort- und Energiekosten verharren auf einem erhöhten Niveau. Der internationale Wettbewerbsdruck nicht zu – insbesondere aus China, welche vergleichbare Produkte häufig zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Hinzu kommt eine unberechenbare Handelspolitik der USA, die weltweit die Verunsicherung schürt und die Investitionsbereitschaft hemmt. Insgesamt ergibt sich eine anhaltend schwache Nachfrage im In- und Ausland, die die Südwestwirtschaft zusätzlich bremst.
Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen beschloss die Bundesregierung die Einrichtung eines Sondervermögens für Infrastruktur und Verteidigung, dass bei einigen Unternehmen aus der Industrie und Bauwirtschaft neue Hoffnung weckt, wenn auch die Gelder dafür noch nicht im Markt angekommen sind. Dass äußert sich in der aktuellen Konjunkturumfrage in einer leichten Stimmungsaufhellung.
Über die Nachhaltigkeit des aktuellen Aufschwungs äußern die Unternehmen jedoch weiterhin Zweifel. Denn die Sorgen - steigende Kosten, die hartnäckige Nachfrageschwäche, ausbleibende Reformen sowie geopolitische Unsicherheiten - bleiben. Die Geschäftserwartungen verharren folglich auf einem leicht skeptischen Niveau. Das zeigt sich auch in der geringen Bereitschaft, am Standort Deutschland zu investieren.
Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für Baden-Württemberg stehen im Konjunkturportal der Industrie- und Handelskammern des Landes zur Verfügung: www.konjunktur.ihk.de. Neben der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur sind dort auch Analysen für mehrere Branchen und spezielle Aspekte der konjunkturellen Entwicklung (u. a. Arbeitsmarkt und Fachkräfte) zu finden. Vom IHK-Konjunkturportal gelangen Sie auch zu den Wirtschaftslageberichten aller zwölf IHK-Regionen Baden-Württembergs.
