Industriekonjunktur, Jahresbeginn 2025
Industrie: Schwacher Start ins neue Jahr
Die regionale Industrie bewertet ihre aktuelle Situation gegenüber der Herbstumfrage merklich schlechter. Zwar ist der Anteil der Unternehmen in guter Lage um einen Punkt auf 21 Prozent gestiegen, jedoch hat sich die Zahl der Betriebe, deren Geschäfte schlecht laufen kräftig erhöht, von 21 auf 34 Prozent. Der sich daraus ergebende Rückgang des Lageindikators um 12 Punkte lässt die Hoffnung auf ein Ende der seit drei Jahren andauernden Abwärtsspirale weiter in die Ferne rücken. Mit nun –13 Punkten rutscht er tiefer in den negativen Bereich und hat sich von seinem langfristigen Durchschnitt von 27 Punkten noch weiter entfernt.
Unverändert setzt die schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland den hiesigen Industrieunternehmen zu. Diese reagieren mit einer Drosselung ihrer Produktion, die Auslastung geht deutlich zurück, von 77 Prozent im Herbst auf aktuell 73 Prozent. Sie liegt damit knapp zehn Prozentpunkte unterhalb ihres langfristigen Durchschnitts. Der verringerte Absatz bei anhaltendem Kostendruck lässt die Erträge schmelzen.
Die Ursachen für die aktuelle Krise sind vielfältig. Die Belastung durch Zölle und Zusatzzölle auf Stahl und Aluminium erschwert die Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt. Sowohl innerhalb Europas als auch auf Drittmärkten sieht sich die Industrie zudem einem verschärften Wettbewerbsdruck ausgesetzt, insbesondere durch stark subventionierte Produkte aus China. Von der versprochenen Entlastung durch die inländische Wirtschaftspolitik kommt bisher kaum etwas bei den Betrieben an. Stattdessen nagen steigende CO₂- und Arbeitskosten ungebremst an der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie.
Zwar bleibt die aktuelle Tendenz im Auftragseingang im negativen Bereich, jedoch hat sich die Schere zwischen den Anteilen der Betriebe mit steigender und fallender Nachfrage deutlich verringert, insbesondere im internationalen Geschäft. Der Indikator für Auftragseingänge aus dem Ausland ist von -38 auf -13 Punkte geklettert, die Talsohle naht. Das bestätigen auch die Exporterwartungen über die aktuelle Tendenz hinaus. Zwar befürchtet die Industrie, dass ihre Ausfuhren in die USA und nach China weiter zurückgehen werden, jedoch rechnet sie mit frischen Impulsen aus dem restlichen Asien sowie aus der Eurozone. Ob diese ausreichen werden, das Minus auf den wichtigsten Märkten USA und China auszugleichen, wird sich zeigen.
Die sich stabilisierende Nachfrage hat zu einer leichten Aufhellung der Stimmung in der regionalen Industrie beigetragen. Während im Herbst letzten Jahres etwas mehr Unternehmen pessimistisch als optimistisch waren, hat sich diese Relation zu Jahresbeginn umgedreht.: 27 Prozent der Betriebe erwarten Verbesserungen in den kommenden zwölf Monaten, 21 Prozent rechnen mit sich weiter verschlechternden Geschäften.
Die Abwärtsrisiken bleiben jedoch hoch. Fast drei Viertel der Unternehmen sehen in der weiteren Entwicklung der Arbeitskosten ein Geschäftsrisiko, 71 Prozent in der Inlandnachfrage. Die unverändert großen geopolitischen Spannungen trüben die Erwartungen von 61 Prozent der Unternehmen, damit zusammenhängend bereitet vier von zehn Betrieben die Auslandsnachfrage Sorgen. Fast die Hälfte stuft die Energiepreise als Risiko ein. Die anhaltend hohe Verunsicherung bremst die Bereitschaft, im Inland zu investieren. Ohne expandierende Investitionen ist ein nachhaltiger Aufschwung jedoch kaum möglich. Entsprechend negativ fallen die Beschäftigungspläne aus.
Die anhaltende Flaute dämpft auch die Auslandsinvestitionen, die im Gegensatz zum Inland jedoch aufwärts gerichtet bleiben. Ein Viertel der Industrieunternehmen will 2026 im Ausland investieren. Die Mehrheit von ihnen stellt dafür Inlandsinvestitionen zurück.
