IHK Ulm
Deutschland: Ohne Schwung – Erholung bleibt Stückwerk
Die deutsche Konjunktur kommt auch 2026 nicht vom Fleck. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage liegen wie Blei auf der Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026, die die Stimmungslage von rund 26.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen abbildet.
Die wachsende Weltwirtschaft und erhöhte Staatsausgaben, etwa für Sicherheit und Verteidigung, geben einzelnen Bereichen leichten Auftrieb. In der Breite kommt davon jedoch zu wenig an. Entsprechend hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft auch nur minimal aufgehellt.
Denn ohne Reformen ersticken die strukturellen Belastungen jegliche Aufhellungstendenzen im Keim. Als Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen insbesondere auch strukturelle Faktoren wie gestiegene Arbeitskosten (59 Prozent), unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (58 Prozent) und hohe Energie- und Rohstoffpreise (48 Prozent), die sie belasten.
Folglich bleibt die Bereitschaft, in Deutschland zu investieren, gering. Aktuell plant nicht einmal jedes vierte Unternehmen höhere Investitionen, fast jedes dritte will sie dagegen kürzen. Investiert wird vor allem in Ersatz (66 Prozent) und Rationalisierung (34 Prozent), Innovationen und Kapazitätserweiterung spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Somit fallen die Inlandsinvestitionen als Impulsgeber für die Konjunktur aus. Der Blick nach vorne bleibt verhalten.
