Sicherung der supply chain

Kontaktstelle Lieferketten

Seit Beginn der Coronakrise sind internationale Lieferketten durcheinander geraten: Das Containerschiff darf nicht am Zielhafen anlanden oder der Zoll hält Waren zurück. Der herstellende Betrieb muss geschlossen bleiben oder die angefragten Montageteile erreichen ihr Ziel zwar, doch der Monteur, der zum Einbau entsendet wurde, darf nicht einreisen oder soll zuerst in Quarantäne gehen – Szenarien wie diese vom Anfang der Pandemie wirken bis heute nach.

Wie stellt sich die aktuelle Situation dar?

Die weltweiten Lieferketten sind seit Beginn der Corona-Pandemie in einem sehr deutlichen Ungleichgewicht. Nach einem Einbruch 2020 ist die Nachfrage nach Logistikleistungen massiv gestiegen. Die Kapazität hat damit nicht mitgehalten, das Resultat sind vervielfachte Frachtraten bei allen Verkehrsträgern. Die Kapazität für Sendungen aus China in die EU ist auf dem See- und Luftweg so angespannt, dass inzwischen auch LKW-Transporte auf dieser Verbindung durchgeführt werden. Bestehende Bahnverbindungen sind ebenfalls ausgebucht. Generell können Landverbindungen die fehlenden Volumina nicht ausgleichen.
Der Lockdown und die in der Folge sprunghaft gestiegene Nachfrage im E-Commerce haben die Situation zusätzlich belastet. Dazu kommt der Brexit, der durch die unvermeidliche Zollabfertigung auf beiden Seiten des Kanals Kapazitäten bindet. Und schließlich wird ab 1. Juli 2021 die generelle Abfertigungspflicht für Kleinsendungen unter 22 Euro eingeführt – ein massiver Mehraufwand für Zoll und Wirtschaft. Ob vor diesem Hintergrund die teilweise prognostizierte Entlastung durch den Abbau von Ungleichgewichten und den Ausbau von Logistikkapazitäten in der zweiten Jahreshälfte 2021 gelingt, scheint nicht sicher zu sein.
Neben diesen aktuellen Entwicklungen ändert sich die Struktur der internationalen Lieferketten, wie der IHK-Artikel Der Rückgang internationaler Lieferketten eindrucksvoll belegt. Das jahrzehntelange Wachstum scheint gestoppt zu sein. Weiterhin steigt die Notwendigkeit, mehr über die eigene Lieferketten zu wissen. Das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten” nimmt Unternehmen zusätzlich in die Pflicht. Die IHK fasst zusammen Was das neue Sorgfaltspflichtengesetz für Unternehmen bedeutet.
Alle Entwicklungen zusammengenommen steigern die Anforderungen an funktionierende Lieferketten.

Funktionierende Lieferketten: Voraussetzung für die Erholung der Wirtschaft

Unternehmen sind nach dem massiven Einbruch durch die Coronakrise dringend darauf angewiesen, dass sie ihre Geschäftstätigkeit möglichst schnell wieder aufnehmen und ihre Aufträge wieder erfüllen können. Deshalb haben Bund und Länder sich darauf verständigt, die Wirtschaft bei der Sicherstellung ihrer Lieferketten zu unterstützen. Neben einer zentralen Anlaufstelle des Bundes gibt es zentrale Anlaufstellen der Länder, an die Unternehmen sich mit Fragen zu ihren Lieferketten wenden können.

Kontaktstelle Lieferketten bei der IHK Region Stuttgart

Die IHK Region Stuttgart stellt die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen aus Baden-Württemberg bereit. In Zusammenarbeit mit allen baden-württembergischen IHKs werden die Anfragen gebündelt und wo möglich beantwortet. Treten Schwierigkeiten auf, die ein Eingreifen der Politik nahelegen, spiegelt die IHK diese unmittelbar an die Anlaufstelle des Bundes weiter, um die zielgerichtete und zeitnahe Unterstützung der Unternehmen durch die Politik anzuregen.

Globales Netzwerk für lokale Unternehmen

Um Unternehmen in der Sicherstellung ihrer Lieferketten größtmögliche Unterstützung zu bieten, greift die IHK Region Stuttgart auf ihre breite Erfahrung in der Beratung international tätiger Unternehmen und auf ihr großes Netzwerk zurück. In der Zusammenarbeit aller baden-württembergischen IHKs und im Austausch der einzelnen Abteilungen wie Internationaler Warenverkehr, Internationales Wirtschaftsrecht, Länder und Märkte und Branchen International verfügen die Expertinnen und Experten der IHKs über ein breites Wissen, das sie anfragenden Unternehmen in Einzelberatungen zur Verfügung stellen.
Weiterhin stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in engem Austausch mit den Auslandshandelskammern weltweit und können auch auf deren Wissen über nationale Besonderheiten und aktuelle Schwierigkeiten des jeweiligen Landes vor dem Hintergrund unterbrochener Lieferketten zurückgreifen.

Wohin können Sie sich wenden?

Sie haben Fragen oder brauchen Informationen zu
  • aktuell unterbrochenen oder infragestehenden Lieferketten?
  • aktuellen Entwicklungen im grenzüberschreitenden Handel mit einzelnen Ländern?
  • der Wiederaufnahme Ihrer Geschäftstätigkeit?
  • besonderen Bestimmungen für einzelne Branchensegmenten wie Schutzausrüstung oder Medizintechnik?
  • Vertragspflichten, die Sie oder Ihre Geschäftspartner derzeit nicht erfüllen können?
Die zentrale Kontaktstelle Lieferketten für Baden-Württemberg bei der IHK Region Stuttgart berät und unterstützt Sie gerne.
Bitte wenden Sie sich per E-Mail an: kontaktstelle-lieferketten@stuttgart.ihk.de