IHK-MAGAZIN
Nr. 6845916
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Flensburg: Nord-Ostsee-Sparkasse

Feierabend mit Thomas Menke

Was kann der Banker vom Koch lernen – und umgekehrt? Thomas Menke muss es wissen: Er ist seit 13 Jahren Vorstandsvorsitzender der Nord-Ostsee Sparkasse und kocht leidenschaftlich gern. Wie er seinen bevorstehenden Ruhestand nutzen möchte, um sein Hobby weiterzuentwickeln, verrät er hier.
Dass Kochen Spaß machen und Anerkennung bringen kann, habe ich schon als Kind erfahren, als ich in der Küche in die Pflicht genommen wurde. Während des Studiums ging es eher ums Aufwärmen von Zutaten, um sich zu ernähren, als um die raffinierte Küche. Später spielte das Kochen auch gesellschaftlich eine wichtigere Rolle. Geprägt hat mich eine Phase, die ich in Baden-Württemberg verbracht habe, mit dem Taubertal als touristischem Mekka und seinen Sterneköchen. Als Mitglied eines Kochclubs schließlich hatte ich den Tourkoch von Comedy-Star Atze Schröder als Lehrer; das hat mich sehr vorangebracht. So bin ich dem Kochen verfallen.
Für mich ist Kochen nicht nur Selbstzweck; auch das Ergebnis muss stimmen. Vor allem an Weihnachten! Die Gans bereite ich seit 40 Jahren für meine Familie zu. Das erfordert ein vernünftiges Zeitmanagement, und am Ende muss es gut sein. Darauf bin ich schon stolz. Ich koche gerne gesund, nicht streng nach Rezept und vermeide chemische Zusätze. Deshalb bin ich der italienischen Küche zugeneigt, weil sie einfach ist, durch gute Zutaten besticht und Improvisation verträgt. Beim Wein gehört meine Liebe dem Barolo. Darüber habe ich Italien kennengelernt – die Toskana, Apulien und das Piemont.
Als Bänker erinnert mich das daran, dass es mehr gibt als nur Zahlen.
Auch bin ich bekennender Bordeaux-Liebhaber, obwohl das aktuell ja nicht en vogue ist. Und es gibt noch tausend andere Destinationen, die ich nun entdecken möchte. Unter den Weißweinen halte ich unsere deutschen für die besten. So sammele, trinke und genieße ich mit allen Sinnen und gemeinsam mit Freunden; wir tauschen uns aus und betreten Neuland – das entspannt total. Als Banker erinnert mich das daran, dass es mehr gibt als nur Zahlen. Man sollte sich auch einfach mal nur wohlfühlen dürfen. Umgekehrt könnte der Koch vom Banker lernen, dass gutes Material seinen Preis hat und man es entsprechend verarbeiten muss, um auf seinen Ertrag zu kommen. Überzeugende Leistungen liefern und diese geschickt vermarkten müssen beide.

Worauf ich mich freue: den eigenen Garten auszubauen, um künftig außer Kräutern auch Gemüse zu ernten und mit eigenen Zutaten kochen zu können. Und mehr Zeit dafür zu haben, mich in Italien und Frankreich inspirieren zu lassen; das, was vorher Luxus war, häufiger und selbstverständlicher zu genießen.
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