IHK-MAGAZIN
Nr. 6029968
2 min Lesezeit
Berlin: Bundeskanzleramtstreffen

Kanzleramtstreffen: Integration im Fokus

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, müssen Geflüchtete und Migranten schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden. Bei einem Treffen im Bundeskanzleramt zeigte IHK-Referent Özgür Yurteri, warum Schleswig-Holstein ein Vorbild ist.
„Neben Niedersachen sind wir das einzige Bundesland, das maßgeschneiderte Sprachkurse für ausländische Auszubildende anbietet. Zudem haben wir es geschafft, Prozesse zu verschlanken und bürokratische Hürden abzubauen“, sagt Özgür Yurteri, Integrationsbeauftragter der IHK Flensburg. So übermittelt die IHK mittlerweile die Eintragsbestätigung der Ausbildung direkt an die Ausländerbehörde. „Vorher mussten das die Auszubildenden selbst erledigen. Gerade Geflüchtete und Migranten, die noch nicht gut Deutsch können, scheitern an diesen Formalitäten“, erklärt er.
Ich hoffe, dass unsere optimierten Prozesse bundesweit Vorbild sein können, um die Integration von Migranten und Geflüchteten am Arbeitsmarkt zu verbessern.
Diese Erfahrungen teilte er bei einem Treffen im Bundeskanzleramt mit der Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration Reem Alabali-Radovan Anfang November in Berlin. „Ich hoffe, dass unsere optimierten Prozesse bundesweit Vorbild sein können, um die Integration von Migranten und Geflüchteten am Arbeitsmarkt zu verbessern“, so Yurteri.
Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben im Kanzleramt zudem über die Umsetzung des Chancen-Aufenthaltsrechts beraten, knapp ein Jahr nach dessen Inkrafttreten. Das Gesetz ermöglicht Geduldeten, nach 18 Monaten eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu erhalten – sofern sie gewisse Voraussetzungen wie grundlegende Deutschkenntnisse, Straffreiheit und Beschäftigung nachweisen können. „In unserem Kammerbezirk haben wir Kandidaten gezielt angesprochen. Sie haben einen Antrag gestellt und können darauf hoffen, ein unbefristetes Aufenthaltsrecht zu erlangen“, erklärt Özgür Yurteri.
Mit Arbeit gelinge Ankommen und Integration besser, sagte Reem Alabali-Radovan beim Treffen im Kanzleramt. „Asylsuchende und langjährig geduldete Menschen brauchen deshalb schneller Zugang zum Arbeitsmarkt. Rund 43.000 Menschen konnten das neue Chancen-Aufenthaltsrecht bereits innerhalb des ersten Jahres in Anspruch nehmen“, berichtete die Staatsministerin. Wenn Geflüchtete ihre Talente und Potenziale schnell am Arbeitsmarkt einbringen könnten, profitiere nicht zuletzt auch der Wirtschaftsstandort.

Aenne Boye

Weitere Neuigkeiten

S-H: Digitalisierung einfacher gestalten
Regine Schlicht, Leiterin des Mittelstand-Digital Zentrums Schleswig-Holstein © Mittelstand-Digital Zentrum Schleswig-Holstein

15 Unternehmerinnen und Unternehmer haben an dem Weiterbildungsprogramm „Digital Change Maker“ des Mittelstand-Digital Zentrums Schleswig-Holstein teilgenommen. Im Fokus stand, Geschäftsprozesse zu analysieren und optimieren.

2 min Lesezeit
Nordfriesland: One-Stop-Gründungscenter
Symbolbild: Modernes Startup-Büro © iStock/peshkova

Um Gründerinnen und Gründer im ländlichen Raum zu unterstützen, plant das Amt Eiderstedt ein digitales Gründungs- und Nachfolgecenter. Das Konzept hat deutschlandweit Vorbildcharakter.

2 min Lesezeit
Pellworm, Ockholm und Sörup
Luftbild vom MeerLand Hotel auf Pellworm © MEDIAteria/Ines Preißer

Links die Nordsee, rechts die Ostsee und dazwischen ein grünes Binnenland. Was der ländliche Raum für Unternehmen bietet, zeigen ein Hotel auf Pellworm, eine Marketingagentur in Ockholm und ein Pharmazulieferer in Sörup.

6 min Lesezeit