Pressemitteilung
Bessere Geschäftslage wirkt sich noch nicht auf die Stimmung aus
Rostock/Stralsund. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen im IHK-Bezirk Rostock hat sich im Herbst 2026 spürbar verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber der Frühsommerumfrage um sieben Punkte auf 95 Zähler. Dennoch bleibt die Stimmung in der regionalen Wirtschaft zurückhaltend: Die Erwartungen an die kommenden Monate sind weiterhin überwiegend pessimistisch.
„Die aktuelle Entwicklung zeigt erste Zeichen einer konjunkturellen Erholung. Von einem nachhaltigen Aufschwung kann jedoch noch keine Rede sein“, fasst Peter Volkmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage zusammen.
Zwar profitieren viele Betriebe von einer verbesserten Geschäftslage, gleichzeitig belasten hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, Bürokratie sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung.
Über fast alle Branchen hinweg sind leichte Aufhellungen erkennbar
Besonders positiv entwickelten sich die aktuellen Geschäfte im Verkehrs- und Gastgewerbe. Insgesamt bewerten vier von fünf Unternehmen ihre Situation als mindestens befriedigend. Auch die Auftragslage der befragten Betriebe hat sich leicht verbessert.
Erste Frühindikatoren deuten ebenfalls auf eine Stabilisierung der Konjunktur hin. Die Exportaussichten haben sich deutlich aufgehellt und auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nimmt wieder zu. Der Anteil der Betriebe, die ihre Investitionen ausweiten wollen, steigt auf 23 Prozent. Ausschlaggebend sind neben den Bundesinvestitionen in die Infrastruktur die wachsende Notwendigkeit für Investitionen in Maßnahmen zur betrieblichen Digitalisierung und Modernisierung betrieblicher Prozesse.
Verbesserungen noch nicht auf dem Arbeitsmarkt wirksam
Trotz der positiveren Entwicklung bleiben die Geschäftserwartungen verhalten. Nur neun Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden Monaten, während 30 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt ist bislang keine Erholung erkennbar. Lediglich acht Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau, während jedes vierte Unternehmen von einem Stellenabbau ausgeht. Gleichzeitig bleibt der Fach- und Arbeitskräftemangel eine langfristige Herausforderung: Ein Drittel der Unternehmen kann offene Stellen nicht besetzen.
Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung nennen die Unternehmen steigende Arbeitskosten und hohe Energiepreise. Beide Faktoren werden jeweils von 65 Prozent der Befragten als Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens angesehen. Hinzu kommen wirtschaftspolitische Unsicherheiten und anhaltende bürokratische Belastungen.
„Unsere Umfrage zeigt deutlich: Die Energiepreise gehören neben den Arbeitskosten zu den größten Geschäftsrisiken der Unternehmen. Die Politik sollte deshalb alles daransetzen, die Energiekosten zu senken, den Ausbau der Energieinfrastruktur zu beschleunigen und den Betrieben die benötigte langfristige Planungssicherheit zu geben. Das wäre ein wichtiger Beitrag für mehr Zuversicht und Investitionsbereitschaft in der Wirtschaft“, sagt Dirk Schröder, Vizepräsident der IHK zu Rostock und Inhaber eines Logistikbetriebes auf der Insel Rügen.
An der Konjunkturumfrage beteiligten sich 279 Unternehmen aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Rostock. Die Befragung fand zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2026 statt.