Planergemeinschaft übernimmt Stralsunder Ingenieurbüro
Die Vius Planergemeinschaft GmbH & Co. KG hat die Ingenieurbüro Schmidt & Partner GmbH in Stralsund übernommen. Mit der Übernahme sichert Vius nicht nur den Fortbestand des seit 1991 bestehenden Unternehmens, sondern erweitert gleichzeitig seine Präsenz in MV.
Die Nachfolgezentrale MV hat den Nachfolgeprozess vertraulich und zielgerichtet begleitet. „Durch das passgenaue Matching in unserer Datenbank konnten die Beteiligten in Kontakt gebracht und eine entsprechende Unternehmensnachfolge realisiert werden“, sagt Barbara Steinbrückner, Koordinatorin bei der Nachfolgezentrale MV.
Die beiden bisherigen Geschäftsführerinnen Regina Knöpfel und Doris Gustav geben ihre Führungsrolle nun an Torsten Schäfer ab. Das erfahrene Team sowie die bisherigen Ansprechpartner bleiben dem Unternehmen erhalten und gewährleisten Kontinuität für Kunden und Projekte. Durch die Zusammenführung der Kompetenzen profitieren öffentliche Bauverwaltungen und Projektentwickler künftig von einem noch breiteren Leistungsspektrum. Von Straßen- und Siedlungswasserwirtschaft über Landschafts- und Stadtplanung bis hin zur Bauleitung und weiteren Ingenieurdienstleistungen.
Nachfolger Torsten Schäfer mit den Übergeberinnen Regina Knöpfel (Mitte) und Doris Gustav
Interview mit dem Inhaber und den Übergeberinnen
Frau Knöpfel, Frau Gustav, wann haben Sie mit der Planung Ihrer Nachfolge begonnen?
Regina Knöpfel und Doris Gustav: Wir haben am 13. November 2019 an einer Veranstaltung der IHK zu Rostock mit dem Titel „Von Generation zu Generation – wie regele ich meine Nachfolge?“ teilgenommen. Uns wurde klar, dass die Nachfolgeregelung mehrere Jahre Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen würde und sind dann an diesem Thema drangeblieben.
Herr Schäfer, woran haben Sie gemerkt, dass Sie gern selbstständig sein möchten?
Torsten Schäfer: Mein Vater war selbstständig und so habe ich die Vorzüge wie Nachteile früh mitbekommen. Die ersten beruflichen Schritte als Angestellter haben mir gezeigt, dass die persönliche Freiheit und die eigene Verantwortung für den persönlichen Erfolg eines Unternehmers mir mehr liegen. Ich bin gelernter Bauingenieur und als solcher für eine selbstständige Tätigkeit als Planer grundsätzlich fachlich geeignet – vorbehaltlich wirtschaftlicher Kenntnisse natürlich, die es selber zu lernen galt. Mit dieser Basis habe ich mich 2007 erst als Bauingenieur selbstständig gemacht und Anfang 2009 habe ich ein erstes, bestehendes Ingenieurbüro per Nachfolge übernommen. Es folgten weitere, jetzt zuletzt das Ingenieurbüro Schmidt & Partner.
Welches waren die größten Herausforderungen bei der Nachfolgeplanung und im Prozess?
Regina Knöpfel und Doris Gustav: Wir haben schnell gemerkt, dass wir die Verhandlungen mit einem potentiellen Nachfolger aus fachlichen und aus zeitlichen Gründen nicht alleine führen wollten und konnten. Wir haben uns Hilfe von einem Unternehmensberater geholt, der als unabhängiger Berater den Prozess begleitet hat.
Torsten Schäfer: Die größte Herausforderung ist in der Regel die Finanzierung, gerade auch wegen der Vorfinanzierung zwischen Leistungserbringung und Honorar bei Werkleistungen. Hier war es der Teilaspekt Kaufpreis - allerdings nicht der Höhe wegen, sondern der Ermittlung des Kaufpreises infolge des Jahresabschlusses. Dieser Ansatz ist transparenter als ein Festpreis, da es den Wert zu einem Stichtag ermittelt – allerdings erst danach. Die Herausforderungen auf dem Weg konnten erfolgreich gelöst werden. Der Einsatz hat sich am Ende gelohnt.
Wie lange hat der Prozess gedauert?
Regina Knöpfel und Doris Gustav: Vom ersten Kennenlernen am 14. September 2023 bis zum Notartermin hat es ca. zweieinhalb Jahre gedauert. Es wäre vielleicht auch schneller gegangen, aber das Ziel war eine Übergabe zum Ende des Jahres 2025.
Gibt es einen Rat, den Sie anderen geben können?
Regina Knöpfel und Doris Gustav: Da man in der Regel eine Unternehmensnachfolge nur einmal durchführt, sollte man sich professionelle Hilfe holen, um auf gleicher Augenhöhe mit dem Nachfolger verhandeln zu können. Weiterhin sollte man authentisch und kompromissbereit sein. Für sehr wichtig halten wir auch die zeitnahe Einbeziehung aller Mitarbeitenden.
Torsten Schäfer: Es lohnt sich. Um zum Erfolg zu kommen, empfehle ich, Berater gut auszusuchen. Das „Wie?“ muss denen wichtiger sein als das „Wie viel?“. Ich danke der Nachfolgezentrale MV für die Herstellung des Kontaktes und der Erstberatung der Veräußerer.
Herr Schäfer, was sind Ihre Ziele und welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?
Torsten Schäfer: Wir sind als Firma nun am Standort Stralsund – nach vielen Jahren als Neuanbieter – durch die Nachfolge auf einen Schlag angekommen. Es gilt, diese Position zu festigen und dafür ist eine personelle Verstärkung unabdingbar, da die Gesellschafterinnen in wenigen Jahren in den wirklichen Ruhestand gehen. Angesichts des Fachkräftemangels und der generellen Entwicklung der Wirtschaft ist die Zukunft eine Herausforderung, deren Erfolg noch offen ist.
Kurzprofile der Nachfolgezentrale MV:
Nachfolgeinteressierte suchen eine Unternehmensnachfolge
| Branche | Landkreis | Alter | Qualifikation | Suchzeitraum |
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Dienstleistungen-Grundstückswesen - und Hausmeisterservice/
Internethandel
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Landkreis Rostock/
Rostock,
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22 |
Kaufmann im
Handel und
E-Commerce
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1-5 Jahre |
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Ingenieur- und Planungsbüro f. elektrische Ausrüstungen/
Dienstleistungen im Maschinen- und Anlagenbau
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Landkreis Rostock/ Rostock/ | 37 | Diplom Wirtschaftsingenieur (FH)- Maschinenbau | 2-5 Jahre |
|
Handel-Großhandel /
Immobiliendienstleistungen/
Beherbergung
|
Vorpommern Rügen | 58 |
Therapeutin/
Immobilienmaklerin/
Hotelkauffrau
|
1-2 Jahre |
|
Dienstleistungen- Verkehr und Logistik/
Handel
|
Landkreis Rostock/
Rostock/ Vorpommern Rügen
|
33 | Kaufmann im Einzelhandel/ Callcenter- Agent | 1-3 Jahre |
Kontakt
Jana Zirzow
