Eine Familie steht vor einem Haus mit der Aufschrift "Haffidyll".
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Eine Familie steht vor einem Haus mit der Aufschrift "Haffidyll".
Unternehmertum

Wirtschaften in Familie

Manfred Venske und seine Frau aus Rerik blicken auf mehrere bewegte Jahrzehnte im Hotelgeschäft zurück. Seine Kinder führen das Unternehmen weiter – so wie es schon bei der Gründung geplant war.
„Ich denke immer nur in Familie. So bin ich groß geworden und so führe ich es weiter.“ Mit diesen Worten beschreibt Manfred Venske seine Lebens- und Unternehmensphilosophie. Der 71-Jährige betreibt zwei kleine Hotels in Rerik sowie eine Appartementanlage in Kühlungsborn. Schon bei der Gründung plante er gemeinsam mit seinen damals noch jugendlichen Kindern die Zukunft des Unternehmens. Er habe Tochter und Sohn früh gefragt, ob sie sich einen beruflichen Weg in Hotellerie oder Gastronomie vorstellen könnten. Beide stiegen nach ihren Ausbildungen direkt in den Betrieb ein.
Jede neue Regierung greift indirekt in die Abläufe ein. Das ist nicht förderlich.
Der Anfang sei nicht leicht gewesen, dennoch entwickelte sich das Unternehmen über die Jahre zu einem erfolgreichen Familienbetrieb. „Das funktioniert auch nur, wenn alle an einem Strang ziehen und das Wohl des Unternehmens im Mittelpunkt steht.“ 1998 eröffnete das erste Hotel Haffidyll in Rerik, 2006 folgte die Villa Norden in Kühlungsborn, 2019 kam das Hotel Am Alt Gaarzer Eck hinzu. Aus vier Familienmitgliedern, zwei Saisonkräften und drei Auszubildenden ist inzwischen ein Team aus zehn festen Mitarbeitenden geworden. „Wir können heute auch über Winter einen Stamm halten. Darauf sind wir stolz.“

Erfolg trotz Hürden

Die positive Entwicklung führen die Venskes vor allem auf ihr Durchhaltevermögen zurück. „Es gibt ständig Herausforderungen.“ Gerade für Kleinunternehmen seien steigende Abgaben, Mindestlohn, Energie- und Lieferkosten eine enorme Belastung. „Jede neue Regierung greift indirekt in die Abläufe ein. Das ist nicht förderlich.“ Rücklagen zu bilden, werde dadurch immer schwieriger. „Man kann die Zimmerpreise ja nicht unendlich erhöhen.“
Hinzu kommen lange Arbeitszeiten. „Zwölf Stunden und mehr sind keine Seltenheit.“ Tochter Steffi Venske-Gradt bestätigt das: „In so einem Betrieb muss man überall mit anpacken.“ Oft halfen die Großeltern bei der Betreuung der vier Enkel. „Wenn nicht jeder für jeden da ist, funktioniert es nicht.“ Auch die Mitarbeitenden gehören zur Familie. „Als Selbstständiger trage ich Verantwortung – für Arbeitsplätze und die Familien dahinter“, sagt Manfred Venske.

Die dritte Generation steht bereit

Der Gründer hat sich inzwischen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, unterstützt seine Kinder aber weiterhin beratend. Der Übergabeprozess sei lange vorbereitet worden, dennoch erschwerten Regelungen im Erbschaftssteuerrecht die Planung. „Unternehmen brauchen hier Sicherheit.“ Es sei ungerecht, wenn mitarbeitende Kinder nach der Übernahme zusätzlich belastet würden.
Während die Übergabe vorbereitet wird, rückt bereits die dritte Generation nach. Enkel absolvieren Ausbildungen oder planen ein Tourismusstudium. „Sie kennen es nicht anders, sind im Unternehmen groß geworden“, sagt Venske. Er blickt optimistisch in die Zukunft: „Entwicklungsmöglichkeiten gibt es reichlich. Entscheidend ist der Spaß an der Arbeit – dann hat auch das Unternehmen eine Zukunft.“
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