Zwei Frauen stehen vor einem leeren Regal und schauen in die Kamera.
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Unternehmertum

Wachstum aus eigener Kraft

Gründerin Laura Zoch setzt auf langsame und sinnvolle Entwicklung.Dafür verzichtet sie auf Fremdkapital und Kredite.
Um als Unternehmerin oder Unternehmer erfolgreich zu sein, brauche es vor allem eine große Vision, davon ist Laura Zoch überzeugt. Die Unternehmerin aus Stralsund machte sich 2022 mit der Idee selbstständig, Lebensmittel regionaler Produzenten über einen Onlineshop an Endkunden in Vorpommern-Rügen zu verkaufen. Das Konzept traf einen Nerv. Bereits zwei Jahre nach der Gründung stammten die angebotenen Waren von knapp 50 Erzeugern.
Vier Jahre nach dem Start hat sich das Unternehmen deutlich weiterentwickelt. Seit 2024 teilt sich Laura Zoch die Geschäftsführung mit Madeleine Bluhm, Geschäftsführerin des Spargel- und Kartoffelhofes Demmin, die umfangreiche Erfahrung im Bereich regionaler Lebensmittel mitbringt. Gemeinsam haben die beiden Frauen den Einzugsbereich des Unternehmens stark erweitert. Neben der Präsenz auf klassischen Wochenmärkten nutzten sie im Frühjahr 2024 erstmals die Möglichkeit, ihre Produkte bei einem Pop-up-Wochenmarkt im Eingangsbereich eines Supermarktes anzubieten. Kundinnen und Kunden konnten dort regionale Frischeprodukte einkaufen und anschließend ihren restlichen Bedarf im Markt decken. Das Angebot kam gut an und eröffnete weiteres Entwicklungspotenzial.
Mit dem Wachstum stieß auch die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen. Der bisherige Lagerraum reichte nicht mehr aus. Fündig wurde Laura Zoch schließlich in Wittenhagen bei Grimmen auf dem Gelände eines ehemaligen Pilzzuchthofes. Dort gab es ausreichend Lagerfläche sowie einen bestehenden Hofladen, den die Gründerin direkt übernahm. Hinzu kamen Parkplätze, Büroräume und eine Küche. Im März 2025 firmierten die beiden Geschäftsführerinnen das Unternehmen schließlich in eine GmbH um. Auch das Team wuchs: Inzwischen sind auch zwei Verkäuferinnen und eine Minijobberin mit an Bord.
Wir betrachten das Unternehmen rein wirtschaftlich und nicht aus idealistischer Perspektive.
Neben Onlineshop und Wochenmärkten hat Meine Landfreu.de weitere Geschäftsfelder erschlossen, darunter Veranstaltungen wie Sommer- und Winterfeste, einen Cateringservice sowie das Packen von Präsentkörben für Unternehmen. Perspektivisch möchten die Unternehmerinnen regionale Lebensmittel stärker im Handel platzieren. „Wir haben gute Kontakte gesammelt und wissen, wie das funktionieren kann“, sagt Zoch. Die Nachfrage mache sie froh und stolz. „Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass sich alles so entwickelt, vor allem eher weg von dem Onlineshop hin zu direkter regionaler Wertschöpfung.“
Den Erfolg führen die beiden Unternehmerinnen auf ihre Herangehensweise zurück. „Denn wir betrachten das Unternehmen rein wirtschaftlich und nicht aus idealistischer Perspektive.“ Trotz positiver Entwicklung bleiben sie vorsichtig. „Wir tendieren dazu, organisch zu wachsen. Ohne Fremdkapital, ohne Kredite.“ Der Fokus liege zunächst auf der Optimierung interner Prozesse. „Wir haben auch die allgemeine Lage mit Insolvenzen im Gastronomie- und Lebensmittelbereich im Blick“, sagt Zoch. Ziel sei es, die bestehenden Kanäle zu stärken, um ab 2027 größere Schritte zu gehen.
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