Vater-Tochter-Duo geht Unternehmensnachfolge an
Maria Krüger übernimmt perspektivisch das Ambulante Zentrum für Prävention und Rehabilitation in Güstrow von ihrem Vater Siegmar Krüger. Noch stehen sie ganz am Anfang des Übergabeprozesses und arbeiten Seite an Seite.
Geschäftsführer Siegmar Krüger hat das Unternehmen vor 16 Jahren als Nachfolger übernommen – nun steht seine eigene Nachfolge im Raum. Seit Februar 2026 ist deswegen Tochter Maria Krüger mit an Bord.
Seit 30 Jahren gibt es in Güstrow das Ambulante Zentrum für Prävention und Rehabilitation. Geschäftsführer Siegmar Krüger hat das Unternehmen vor 16 Jahren als Nachfolger übernommen – nun steht seine eigene Nachfolge im Raum. „Wir bekommen pro Jahr einige Angebote“, erzählt der 72-Jährige. Von diesen habe ihn allerdings keins von Herzen überzeugt, fügt er hinzu. Denn eigentlich möchte er die Nachfolge innerhalb der Familie regeln.
Nach einer langen Vorbereitungszeit geht dieser Plan nun auf: Seit Februar 2026 ist Tochter Maria Krüger mit an Bord. An der Seite ihres Vaters arbeitet sie sich nun in die Unternehmensabläufe ein. Wann genau sich Siegmar Krüger zurückzieht, steht bislang noch nicht fest. Die Nachfolgerin in spe sieht darin viele Vorteile: „Ich kann in Ruhe das Unternehmen kennenlernen und werde nicht ins kalte Wasser geschmissen.“
Interdisziplinäre Kompetenzen im Team
Das Angebot des Ambulanten Zentrums ist vielfältig: Neben der klassischen Physiotherapie gibt es dort auch einen Sportraum mit Trainingsgeräten und verschiedene Kursangebote. Außerdem im Portfolio sind Ernährungsberatung, Rehasport und Behandlungen durch Heilpraktikerinnen. Das ganze Spektrum wird von den insgesamt 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgedeckt, die sich immer wieder in den verschiedenen Fachrichtungen weiterbilden.
„Es ist mir wichtig, dass jede und jeder im Team einmal im Jahr an einer Weiterbildung teilnehmen“, betont Siegmar Krüger. Für seine Tochter steht fest: „Dadurch sind wir so interdisziplinär aufgestellt wie kaum eine andere Praxis. Durch das breite Angebot, das wir so schaffen, haben wir eine sehr große Nachfrage.“
„Eine hart umkämpfte Branche“
Maria Krüger selbst kommt aus dem Bereich der IT. Die Fachrichtungen, die im Unternehmen angesiedelt sind, lernt sie nun genau kennen, arbeitet sich in die Abläufe ein, die in der Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Ärzten entstehen. Ein Prozess, den ihr Vater genauso zu seiner Anfangszeit durchlaufen hat.
„Ich habe einen BWL-Hintergrund und musste mich in das ganze Arbeitsgebiet erstmal tief einarbeiten. Heute stecke ich voll im Stoff und habe den Rückhalt meines Teams. Ich weiß, dass ich mich in fachlichen Fragen komplett auf alle verlassen kann“, erzählt er.
Das Angebot des Ambulanten Zentrums ist vielfältig: Neben der klassischen Physiotherapie gibt es dort auch einen Sportraum mit Trainingsgeräten und verschiedene Kursangebote.
Ihre IT-Expertise kann Maria Krüger auch einbringen in das Ambulante Zentrum. So hat sie Mitte April ein neues Buchungstool eingeführt, über das die Terminierung der Behandlungen geregelt wird. „Wir starten mit einem einfachen System und arbeiten uns dann weiter vor.“
Für meine Vorschläge gibt es immer ein offenes Ohr und umgekehrt ist mir auch sehr wichtig, zu wissen, wie mein Vater Themen angeht. Das Argument, dass etwas schon immer so gemacht wurde, habe ich noch nicht einmal von ihm gehört.Maria Krüger, Nachfolgerin
Auch bei der Personalsuche geht das Unternehmen mittlerweile verstärkt digitale Wege. „Wir haben aktuell zwei bis drei Stellen zu besetzen und nutzen dafür alle Kanäle. Vor allem Social Media bespielen wir nun verstärkt“, sagt Maria Krüger. Auch im Gesundheitsbereich müssten Unternehmen dort auf sich aufmerksam machen, um die wenigen Fachkräfte von sich zu überzeugen. „Es ist eine hart umkämpfte Branche.“
„Immer ein offenes Ohr“
Noch pendelt Maria Krüger jeden Tag von Berlin nach Güstrow, um ihre Familie und die Verantwortung im Unternehmen unter einen Hut zu bekommen. Wenn die Kinder größer sind, wäre vielleicht ein Umzug denkbar, sagt sie. Ihren Vater würde das freuen, merkt er an, nicht nur aus betrieblicher Sicht.
Der Umgang der beiden ist harmonisch, offen und direkt. Was laut Maria Krüger bei der Zusammenarbeit ein enormer Vorteil ist. „Für meine Vorschläge gibt es immer ein offenes Ohr und umgekehrt ist mir auch sehr wichtig, zu wissen, wie mein Vater Themen angeht. Das Argument, dass etwas schon immer so gemacht wurde, habe ich noch nicht einmal von ihm gehört.“
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