Ein grünes Silikongerät liegt auf einem roten Teppich.
Nr. 7007830
Gesundheitswirtschaft

Mit eigener Erfindung gegen Rückenschmerzen

Ein Rostocker Arzt hat ein manuelles Tool für den Hausgebrauch entwickelt.
Ein Mann sitzt neben einer Frau und zeigt auf einen Punkt an ihrem Rücken.
Dr. Andreas Pfeiffer hat zusätzlich zu seiner medizinischen Fachrichtung, der Gynäkologie, eine Ausbildung in Manueller Medizin gemacht. © Privat
Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. Auch Dr. Andreas Pfeiffer ist davon betroffen. Der Rostocker hat sich den lästigen Beschwerden nun gestellt – mit einer eigenen Erfindung. In Handarbeit hat er ein Gerät hergestellt, mit dem sich Verspannungen und Verhärtungen lösen lassen. Der sogenannte RelEasy – in Anlehnung an das englische Wort release, was so viel wie entspannen bedeutet – besteht aus Silikon und ist für den Hausgebrauch gedacht.
Für die Produktion und den Vertrieb hat Andreas Pfeiffer, der in Rostock-Dierkow als niedergelassener Gynäkologe arbeitet, ein Unternehmen gegründet und sich die Marke Dr. Pfeiffer’s schützen lassen. Das Logo mit dieser Aufschrift prangt auf den Tools.

Eigene Produktion einer Kleinserie

Die fachlichen Grundlagen erarbeitete sich Pfeiffer in einer Ausbildung in Manueller Medizin. Schon während seines Medizinstudiums habe er sich für die Orthopädie interessiert und lange überlegt, sich dieser zu verschreiben, erzählt der gebürtige Rostocker. Letztlich wählte er die Gynäkologie, die ihn auch beruflich erfüllt, wie er sagt. Dennoch hat ihn seine ursprüngliche Leidenschaft nie ganz losgelassen. Und so fasste er 2022 den Entschluss, einen Lehrgang der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin zu belegen. „Ich dachte, wenn ich es jetzt nicht in Angriff nehme, dann wird das nie was.“
In der Ausbildung lernte Pfeiffer die Vielfalt osteopathischer Techniken kennen. Irgendwann habe er sich dann gefragt, ob es nicht möglich sei, diese auch bei sich selbst anzuwenden. „Und dann habe ich angefangen, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren.“ Ihm sei klar gewesen, dass er ein nachgebendes Material brauche, das an entscheidenden Stellen am Rücken aber auch den richtigen Widerstand bringe und sich dabei selbst nicht verforme. Schließlich landete er bei einem Silikon, das den Ansprüchen gerecht wurde. Auch die Form musste für die Wirksamkeit immer weiter verfeinert werden.
Ich sehe das Potenzial, wie es Leuten helfen kann. Das kann in Verbindung mit körperlicher Bewegung und gezielten Übungen zu großen Veränderungen führen.
Jetzt produziert der Mediziner den RelEasy selbst in Kleinserie. Dafür gießt er das Silikon in die selbst entwickelten Formen. An einem Tag könne er damit maximal zwölf bis 16 Stück produzieren.
Die Produktion kostet ihn zwar viel Zeit neben seinem Hauptberuf, doch ein Zurück gibt es nicht für Andreas Pfeiffer. „Jetzt habe ich damit angefangen und möchte auch nicht mehr aufhören“, betont er. Grund dafür sind die vielen positiven Rückmeldungen, die ihn erreichen. Etwa 70 Tools hat er schon an den Mann und die Frau gebracht.
„Viele berichten, dass es für sie eine richtige Erlösung ist“, erzählt er. Die Mail einer Physiotherapeutin, die das RelEasy für sich selbst genutzt hat, habe ihn richtig emotional gemacht. „Ich sehe das Potenzial, wie es Leuten helfen kann. Das kann in Verbindung mit körperlicher Bewegung und gezielten Übungen zu großen Veränderungen führen.“

Expertenkontakte durch Netzwerke

Um dieses kleine Startup, das weiterhin neben seiner Praxis läuft, so professionell wie möglich aufzustellen, ist Pfeiffer gut vernetzt. Über BioConValley, das Netzwerk für die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, konnte er im Februar 2025 auch an einem Wettbewerb der Gründungswerft teilnehmen. „Ich bin als einer von zwei Siegern hervorgegangen. Das war sehr aufregend“, erzählt er.
Ein grünes Silikongerät liegt auf einem roten Teppich.
Dieses Gerät für den Hausgebrauch lindert Rückenschmerzen merklich, sagt sein Erfinder, der Rostocker Arzt Dr. Andreas Pfeiffer. © Privat
An dem Abend habe er auch einen Business Angel kennengelernt, der mit ihm unter anderem die Preiskalkulation besprochen hat. „Diese Expertise habe ich nicht, deswegen war ich dankbar für seine Ausführungen. Mir war vorher nicht klar, was ich alles einberechnen muss.“
Nun hofft er, dass er seine Marke noch bekannter machen kann, um noch mehr Menschen zu helfen. Doch als Selbstständiger im Nebenerwerb große Kampagnen zu fahren, dafür fehle ihm das nötige Kapital. Daher setzt Pfeiffer vor allem auf seine Patientinnen und sein Umfeld als Multiplikator.