Energiewende mit viel Potential für unsere Region: Studie schafft gemeinsame Datengrundlage
„Trotz vieler energiepolitischer Herausforderungen eröffnet die Transformation der Energieversorgung in unserer Region Potentiale für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze.“ Dies erklärte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Energie und Innovation, anlässlich der Vorstellung der Gemeinschaftsstudie „Wirtschaft.Wandel.Energie. – Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe“ (Phase I). Damit liege erstmals eine regionale Datengrundlage zu energie-, wirtschafts- und flächenbezogenen Potentialen der Energiewende vor.
Vor allem Konverterstationen für Offshore-Windenergie, das Wasserstoffkernnetz als auch große Elektrolyseure seien Grundlage für vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Wirtschaft. So zähle der Untersuchungsraum mit 4.620 Windenergieanlagen an Land (9.842 MW) und 841 Offshore-Anlagen (5.190 MW) zu den windkraftintensivsten Standorten Deutschlands. Beim grünen Wasserstoff seien bereits 10 Power-to-Gas-Anlagen im Betrieb oder Bau – fünf davon schon am Netz, darunter Großprojekte wie „Get H2" in Lingen. Hinzu kommen 27 Gaskraftwerke (2.736 MW), die aufgrund ihrer bestehenden Netzanbindung auch als künftige Standorte für H₂-ready-Kraftwerke oder Elektrolyseure infrage kommen. „Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, der Energieinfrastruktur, Flächenverfügbarkeit, Logistikknotenpunkte haben wir erhebliche Standortvorteile", so Schweda.
Hintergrund:
Die Studie wurde von fünf IHKs (Elbe-Weser, Lüneburg-Wolfsburg, Ostfriesland und Papenburg, Oldenburg sowie Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim), dem Land Niedersachsen, dem Strategierat Energie Weser-Ems, dem Netzwerk H2 N.O.N., dem Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE), dem Powerhouse Nord e. V., dem Oldenburger Energiecluster OLEC e. V. sowie dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (efzn) finanziert. Mit der Studie wird eine wichtige Grundlage geschaffen, um zukünftige Entwicklungen faktenbasiert bewerten zu können. Während Unternehmen bisher Netzanschlusspunkte, Flächenreserven oder die Nähe zum Wasserstoff-Kernnetz bei verschiedenen Stellen erfragen mussten, liefert die Studie dafür jetzt erstmals ein einheitliches Scoring-Modell für Elektrolyseur-Standorte. Beispielsweise identifiziert die Studie die fünf am besten geeigneten Netzknoten der Region für großskalige 100-MW-Anlagen: Lingen, Emden, Wilhelmshaven, Stade und Diele. In der folgenden Phase II des Projekts wird im zweiten Halbjahr 2026 untersucht, wie die Potentiale in konkrete regionale Wertschöpfung übersetzt werden können.
Der aktuelle Ergebnisbericht I steht zum Download zur Verfügung. (www.ihk.de/osnabrueck, Nr.: 7115080)