Wir setzen etracker, einen Analysedienst der etracker GmbH ein.

Weitere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Nr. 1062900

Bedeutung des FMO für die regionale Wirtschaft: IHK wendet sich an Bundeskanzler und verbucht Teilerfolg

Die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim hat gemeinsam mit regionalen Unternehmen in einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz auf die notwendige Senkung der Standortkosten für den Flugverkehr in Deutschland hingewiesen und dabei die Bedeutung des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) für die regionale Wirtschaft hervorgehoben. Jetzt gab es einen wichtigen Teilerfolg.
Die IHK hatte sich in den letzten Wochen sehr intensiv für die Senkung der Luftverkehrssteuer und den Erhalt der Verbindung FMO - MUC eingesetzt. Ein Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz mit 19 namhaften Unternehmen der Region gehörte ebenso dazu wie ein Brief an Jens Ritter von der Lufthansa.
„Die Bundesregierung muss jetzt dringend die staatlichen Kosten für den Luftverkehr in Deutschland reduzieren“, forderten IHK-Präsident Uwe Goebel und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf in dem Schreiben an den Bundeskanzler. Die Bundesregierung habe dies in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich vereinbart. Jetzt müsse sie handeln und in den Sitzungen des Koalitions- und Haushaltsausschusses am 13. November den Weg für einen wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort Deutschland ebnen. Unternehmen und IHK setzen dazu insbesondere auf die Senkung der Luftverkehrssteuer.
Für die Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim dränge dabei die Zeit. Nachdem die Lufthansa bereits im vergangenen Jahr die wichtige Verbindung zwischen dem FMO und Frankfurt (FRA) gestrichen habe, drohe nun auch die einzige verbleibende Flugverbindung zu einem internationalen Drehkreuz zwischen dem FMO und München (MUC) zu entfallen. „Dies wäre für die vielen international ausgerichteten, häufig mittelständischen Unternehmen unserer Region ein schwerer Verlust“, so Goebel und Graf. Die Bundesregierung könne diese Entwicklung noch verhindern, indem sie mit dem Haushalt 2026 zumindest einen Einstieg in die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland vornehme. Entsprechenden Rückenwind habe die Position der regionalen Wirtschaft auch durch den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz in der vergangenen Woche erhalten, die sich ebenfalls deutlich für eine Senkung der nationalen Standortkosten ausgesprochen habe.

Jetzt gab es im Koalitionsausschuss am 13. November 2025 in Berlin einen wichtigen Teilerfolg. Dort hat der Koalitionsausschuss beschlossen, die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 wieder auf das Niveau vor der Erhöhung von 2024 zu senken. „Die vereinbarte Senkung der Luftverkehrssteuer ist eine gute Entscheidung für die regionale Wirtschaft, die auf verlässliche Flugverbindungen angewiesen ist, um internationale Ziele zu erreichen. Jetzt kommt es auf die Lufthansa an, dass unsere Verbindung vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nach München (MUC) auch davon profitiert und Bestand hat“, erklärten IHK-Präsident Uwe Goebel und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf zum Beschluss des Koalitionsausschusses. Die Maßnahme ist Teil eines 400-Millionen-Euro-Entlastungspakets für den Luftverkehr und könnte Auswirkungen auf der Erhalt der wichtigen Lufthansa-Verbindung zwischen Münster/Osnabrück und München haben.

Eine leistungsfähige Luftverkehrsanbindung ist für die Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Unternehmen unerlässlich. Gerade exportorientierte Branchen sind auf schnelle und zuverlässige Verbindungen angewiesen. Stellvertretend hatte eine Auswahl regionaler Unternehmen daher den eindringlichen Appell an den Bundeskanzler mitunterzeichnet. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) bleibt ein wichtiger Standortfaktor für den Erfolg der regionalen Unternehmen auf den Weltmärkten. Er trägt damit zur Sicherung von Wohlstand und Arbeitsplätzen bei.

Top 100-Unternehmen in Niedersachsen: Region verliert leicht an Beschäftigten und Umsatz

Aus der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft-Bentheim sind 20 Unternehmen unter den 100 umsatzstärksten in Niedersachsen vertreten – damit bleibt ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr stabil. Dabei zeigt sich, dass die regionalen Unternehmen zwar weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, aber sowohl bei der Beschäftigtenzahl als auch beim Umsatz Rückgänge zu verzeichnen sind. Das geht aus der Rangliste des aktuellen Niedersachsen Reports für das Jahr 2024 hervor, den die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) veröffentlicht hat.
Dabei sind einige Unternehmen insbesondere aus der Region Osnabrück und dem Emsland weiterhin auf vorderen Plätzen vertreten. Doch insgesamt sinkt die Zahl der Beschäftigten in denjenigen Unternehmen, die auch im Vorjahr in der Liste vertreten waren, von 81.140 im Jahr 2023 auf 80.456 im Jahr 2024. Auch der Umsatz dieser Unternehmen geht von 23,57 auf 21,83 Milliarden Euro zurück. Dies führt zu einem Rückgang des Umsatzes pro Mitarbeiter, der von 290.457 Euro auf 271.388 Euro sinkt.
Die Unternehmen der Region haben in den letzten Jahren zwar ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt, aber die wirtschaftlichen Herausforderungen machen sich zunehmend bemerkbar. Aus Sicht der IHK müssten dem angekündigten Reformherbst endlich durchgreifende Wirtschaftsreformen folgen.
Aus der Region Osnabrück waren 13 Unternehmen in den TOP 100 des Landes vertreten, fünf aus dem Emsland und zwei aus der Grafschaft Bentheim.

Orientierung für die Zukunft: IHK-Berufsbildungsausschuss diskutiert Berufsorientierung

Mit der Frage, wie jungen Menschen der Übergang von der Schule in den Beruf noch besser gelingen kann, beschäftigte sich der Berufsbildungsausschuss der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim in seiner jüngsten Sitzung. Im Mittelpunkt stand der neue Erlass zur beruflichen Orientierung an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Niedersachsen. Tagungsort war das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Osnabrück.
Mit dem neuen Erlass soll die Berufsorientierung an Schulen künftig systematischer, praxisnäher und verbindlicher gestaltet werden. „Der neue Berufsorientierungserlass markiert eine wichtige Weichenstellung für die zukünftige Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft im Bereich der beruflichen Orientierung“, machten Wolfgang Paus, Vorsitzender der Arbeitgebervertreter des IHK-Berufsbildungsausschusses, und Stephan Soldanski, Vorsitzender der Arbeitnehmervertreter, deutlich.
Tammo Löffler vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Osnabrück stellte den Ausschussmitgliedern die zentralen Neuerungen und Chancen des Erlasses vor. „Er stärkt die Berufsorientierung als festen Bestandteil schulischer Bildung und eröffnet Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in berufliche Perspektiven“, so Löffler. Dies begrüßten die Ausschussvorsitzenden Wolfgang Paus und Stephan Soldanski. „Allerdings vermissen wir eine ausreichende personelle Ausstattung der Schulen, insbesondere der berufsbildenden Schulen, zur Umsetzung der Aufgaben und der individuellen Berufsorientierung – hierfür muss gesorgt werden“, so Paus und Soldanski.
In die Arbeit des DFKI führte Dr. Alexander Sung, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Kooperative und Autonome Systeme, ein. Dabei berichtete er auch über die Gestaltung von KI-Systemen. „Künstliche Intelligenz wird in zahlreichen Lebensbereichen eingesetzt, auch in der Berufsorientierung“, bestätigte er. Hier seien beispielsweise die KI-basierte Beratung durch Chatbots oder die Informationssuche in Large Language Models wie ChatGPT zu nennen.
Mit dem Blick auf die Themen Berufsorientierung, Bildung und technologische Zukunft zeigte sich der Berufsbildungsausschuss einmal mehr als Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft, Schule und Forschung. Der aus Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Lehrervertretern bestehende IHK-Berufsbildungsausschuss trifft sich dreimal jährlich und ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unterrichten und anzuhören. Er hat im Rahmen seiner Aufgaben auf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen Bildung hinzuwirken. Die vom Niedersächsischen Kultusministerium berufenen Gremienmitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Gewerbeflächen im Wandel: IHK diskutiert Zukunftsperspektiven

„Ländliche Räume leisten einen zentralen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke Deutschlands – sie stehen in Deutschland für rund die Hälfte der gesamten und fast zwei Drittel der industriellen Bruttowertschöpfung. Damit diese Stärke erhalten und verbessert werden kann, braucht es passgenaue Maßnahmen sowie innovative Ansätze zur Weiterentwicklung dieser Wirtschaftsräume und zum Aufbau resilienter Regionen. Die Gewerbeflächenentwicklung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Angesichts der aktuellen, besorgniserregenden Wirtschaftslage ist die regionale Resilienz wichtiger denn je“, betonte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, zum Auftakt der Veranstaltung „Aktuelle Herausforderungen bei der Gewerbeflächenentwicklung“.
Als Standort vieler „Hidden Champions“ sind ländliche Räume wirtschaftliche Kraftzentren, Innovationsmotoren und Schlüsselorte der Transformation. Hier befinden sich etwa 95 Prozent der installierten Onshore-Windenergie-Leistung und 98 Prozent der Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Die Vorreiterrolle in der Transformation der Energieversorgung nehmen ländliche Regionen bereits ein. In den Themenbereichen Mobilität und Nah- und Gesundheitsversorgung stecken weitere Potenziale, die es in den Regionen zu heben gilt.
Dr. Vanessa Hünnemeyer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH gab den Teilnehmern aus Verwaltung und Wirtschaftsförderung fachlichen Input in Bezug auf die zunehmenden Flächenkonkurrenzen durch unterschiedliche Nutzungsansprüche. Für stabiles wirtschaftliches Wachstum ist ein vorausschauendes und dynamisches Flächenmanagement erforderlich. Um den Industriestandort Deutschland wieder attraktiv zu machen, muss die Standortwettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden. Herausforderungen dafür sah Dr. Hünnemeyer beispielweise beim Umgang mit Brachflächen und deren Revitalisierung, den Unsicherheiten in der Flächenkreislaufwirtschaft und den Gesetzgebungen bei der Bereitstellung von Industrieflächen. Ihre Lösungsansätze wären: interkommunale und interregionale Zusammenarbeit, gemeinsame wirtschaftliche Leitbilder und eine effiziente und nachhaltige Gestaltung von Industrie- und Gewerbegebieten. Ihr Fazit: Würden Ansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen scheitern, könnte daraus ein strukturelles Risiko für ganze Regionen entstehen.
Dr. Petrik Runst vom Johann Heinrich von Thünen-Institut ging in seinem Vortrag auf die wirtschaftliche Situation und Entwicklungstrends in ländlichen Regionen ein. Dabei hob er ein Forschungsergebnis besonders hervor: Innovationen entstünden nicht nur in urbanen Zentren, denn Unternehmen in ländlichen Regionen würden mit ihren praxisorientierten Lösungen erheblich zu deren Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Der Unternehmergeist in den Betrieben in ländlichen Regionen sei Ausdruck für die vielfältigen Chancen, die in diesen Gebieten möglich wären.
Bildunterschrift: Referenten und Organisatoren der Veranstaltung „Aktuelle Herausforderungen bei der Gewerbeflächenentwicklung“

Wirtschaftliche Lage: Druck auf Unternehmen führt zu Investitionszurückhaltung - Industrie-Dialog bei Kortmann Beton in Schüttorf 

Zunehmende Investitionszurückhaltung in der Industrie aufgrund der multiplen Krisen der Vorjahre und der wirtschaftspolitischen Lage in Deutschland: Darüber diskutierten rund 70 Unternehmer beim Industrie-Dialog von IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und Industriellem Arbeitgeberverband (IAV) bei der Kortmann Beton GmbH & Co. KG in Schüttorf.
„Unsere Wirtschaftsregion ist ein starker Industriestandort. Dennoch merken wir hier die Auswirkungen eines jahrelangen Abschwungs. Die aktuellen Ergebnisse unserer IHK-Konjunkturumfrage zeigen, dass sich die Lage im verarbeitenden Gewerbe weiter verschlechtert hat – fast jedes zweite Unternehmen bewertet seine Geschäftslage inzwischen als schlecht. Die Maßnahmen der Politik gehen zwar in die richtige Richtung, bleiben aber hinter den Erwartungen zurück, die für den Industriestandort angemessen wären“, sagte IHK-Vizepräsident Hendrik Kampmann zur Begrüßung.
Stefan Delkeskamp, stellvertretender IAV-Vorstandsvorsitzender, fügte hinzu: „Das herausforderndste Thema ist aktuell die Mischung aus Unsicherheit und Kostenbelastung. Viele Unternehmen wissen nicht, wie sich Energiepreise, Zinsen oder die weltwirtschaftliche Lage entwickeln werden. Gleichzeitig steigt der Aufwand für Bürokratie. Diese Kombination sorgt dafür, dass viele Betriebe Investitionen verschieben oder Projekte gar nicht erst angehen. Die größte Sorge ist also nicht nur die aktuelle Lage, sondern die Frage: Wie schaffen wir es, unter diesen Bedingungen langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben?“
Gastgeber Julian Krümpel, Geschäftsführer von Kortmann Beton, stellte den Unternehmern das moderne Betonwerk vor und erläuterte, wie man mit Investitionen in Nachhaltigkeit und Automatisierung das Geschäftsmodell zukunftssicher aufstellt. Das Unternehmen spezialisiert sich unter anderem auf die Herstellung von Fundamenten für Ladesäulen für die E-Mobilität. Mit einem KI-gestütztem Roboter zur Qualitätssicherung der Betonsteine gehört Kortmann zu den Pionieren beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI).
In ihrem Impuls „500 Milliarden Euro und mehr – die Rettung für die deutsche Wachstumsschwäche?“ ordnete Dr. Geraldine Dany-Knedlik, Leiterin des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), aktuelle konjunkturpolitische Perspektiven ein und gab Denkanstöße für Standort- und Investitionsentscheidungen. Das Sondervermögen solle in tatsächliche Infrastrukturprojekte fließen, um einen nachhaltigen Effekt auf den Wirtschaftsstandort Deutschland zu haben.
An die Keynote schloss sich eine Talkrunde mit Dr. Geraldine Dany-Knedlik (DIW Berlin), Julian Krümpel (Kortmann Beton GmbH & Co. KG, Schüttorf), Sven Moggert (Werkstätten Engineering- und Anlagenbau-GmbH, Nordhorn), Hanna Sandmann (PURPLAN GmbH, Wallenhorst) und Albert Stegemann, MdB (Ringe), an. Tenor des Austauschs: Die Industrie erwartet starke Impulse von der Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu sichern. Zu den Forderungen gehörten insbesondere der Abbau von Bürokratie und langfristige Senkung der Energiekosten, insbesondere der Stromsteuer, sowie eine frühere Absenkung der Körperschaftssteuer als 2028.
Der Industrie-Dialog ist ein gemeinsames Forum von IHK und IAV im Rahmen der Kampagne „Industrie ist Zukunft“. Ziel ist der Austausch zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft zu aktuellen Zukunfts- und Wettbewerbsthemen der Industrie in der Region.