Wirtschaftsfreundliche Verwaltung im Fokus: Bürgermeisterkandidaten stellen ihre Ideen für Nordhorn vor

Eine wirtschaftsfreundliche und digitale Verwaltung, leistungsfähige Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Innenstadt, Tourismus und Arbeitsmarkt standen im Mittelpunkt der IHK-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Nordhorn. IHK-Vizepräsident Thomas Kolde begrüßte mehr als 70 Gäste aus der regionalen Wirtschaft in der Grafschafter Autozentrale. Er machte deutlich, dass Nordhorn über eine gute wirtschaftliche Ausgangslage verfüge, zugleich aber in mehreren Bereichen Handlungsbedarf bestehe.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Ludger Abeln. Die Bürgermeisterkandidaten Marc Binnewies (CDU), Silvia van den Berg (parteilos/nominiert von der SPD), Helge Naber (parteilos/nominiert von der Initiative Pro Grafschaft) und Christoph Meier (Bürgerforum Nordhorn/unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen) diskutierten ihre Vorstellungen zur Zukunft des Wirtschaftsstandortes Nordhorn.
Zu Beginn der Veranstaltung hatten die anwesenden Unternehmer in einer digitalen Abstimmung die Wirtschaftsfreundlichkeit und Digitalisierung der Verwaltung als wichtigstes Standortthema bestimmt. Dieses Thema wurde auch in der IHK-Standortumfrage 2023 als besonders relevant identifiziert.
Die vier Bewerber hatten trotz der anerkannten Fortschritte bei der Digitalisierung städtischer Dienstleistungen einen kritischen Blick auf die bisherigen Prozesse. Sie plädierten in der Diskussion für schnellere, digitale und medienbruchfreie Verwaltungsabläufe, eine bessere Kommunikation mit Antragstellern sowie einen pragmatischen Umgang bei Genehmigungs- und Bauverfahren. Dabei wurde mehrfach auf bestehende Herausforderungen innerhalb der Bauverwaltung hingewiesen, die angegangen werden müssten. Die Botschaft: Die Verwaltung sollte ihre Ermessensspielräume nutzen, um die Stadt stärker als Möglichmacher und Partner zu positionieren.
Als weitere Ansatzpunkte nannten die Bewerber die Orientierung an erfolgreichen Beispielen anderer Kommunen, eine stärkere Nutzung digitaler Schnittstellen zu Landkreis, Land Niedersachsen und Bund sowie die systematische Einbindung von Künstlicher Intelligenz.
In einer Nachbefragung bewerteten die anwesenden Unternehmer die Wirtschaftsfreundlichkeit und Digitalisierung der Verwaltung sogar noch wichtiger als zu Beginn der Veranstaltung.
Um Quantität und Qualität ging es beim Thema Gewerbeflächen. Für Erweiterungen und Neuansiedlungen seien ausreichend Flächen ausgewiesen. Anpassungsbedarf sahen die Bürgermeisterkandidaten bei der Anbindung mit passenden Energienetzen, der gewerblichen Ladeinfrastruktur sowie der Mobilfunkabdeckung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Innenstadt, dem Tourismus und dem Arbeitsmarkt. Dabei ging es unter anderem um Ideen für die Anbindung des Entwicklungsprojekts Stadthafen an die Innenstadt, innenstadtnahe Parkflächen sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Hierbei betonten die Diskutanten die Rolle des Campus Berufliche Bildung (CBB).
„Die Debatte hat deutlich gezeigt: Nordhorn verfügt über eine starke wirtschaftliche Basis und gute Voraussetzungen für die weitere Entwicklung. Jetzt kommt es darauf an, hierauf aufzubauen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. „Erst eine starke Wirtschaft schafft die Grundlage für alles weitere, von Nahverkehr bis Schule. Deshalb ist es wichtig, dass der neue Bürgermeister und der neue Stadtrat das Thema Wirtschaft auf ihrer Agenda ganz nach oben stellen“, so Graf.
Weitere Informationen: IHK, Frank Hesse, Tel.: 0541 353-110 oder E-Mail: hesse@osnabrueck.ihk.de