Total digital: IHK-Fachausschüsse Handel und Tourismus zu Gast in Digitalstadt Ahaus
Wie digitale Lösungen Handel, Tourismus und Innenstadtentwicklung konkret unterstützen können, haben die IHK-Fachausschüsse Handel und Tourismus bei ihrer gemeinsamen Sitzung in der Digitalstadt Ahaus (Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen) erlebt. Im Mittelpunkt standen digitale Bestell- und Bezahlsysteme, touristische Informationen per QR-Code, Stadtgutscheine, Sharing-Angebote und neue Geschäftsmodelle für leerstehende Innenstadtflächen.
Die IHK-Fachausschüsse Handel und Tourismus auf ihrer gemeinsamen Sitzung in Ahaus.
„Digitalisierung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Tourismus und Handel“, betonte Carla Gundlach, Vorsitzende des IHK-Fachausschusses Handel und Geschäftsführerin der bi-markt Bürobedarfsgesellschaft mbH & Co. KG in Osnabrück, anlässlich der Sitzung bei der Tobit Laboratories AG.
Seit 40 Jahren entwickelt das Ahauser Unternehmen digitale Lösungen für Unternehmen und Kommunen. Es ist die treibende Kraft hinter der bundesweit bekannten Marke „Digitalstadt Ahaus“. Tobit betreibt dort unter anderem 13 gastronomische Betriebe, Sharing-Angebote vom Auto bis zum Ruderboot, ein Hotel und einen Smartstore. Bei einem zweistündigen Stadtrundgang besuchten die Ausschussmitglieder sechs von 24 digitalen Showcases.
Dieter von Acken, Botschafter der Tobit Laboratories AG, zeigte, wie unterschiedliche Angebote über eine zentrale Softwareplattform vernetzt werden. Reservierung, Bestellung und Abrechnung greifen nahtlos ineinander. QR-Codes im Stadtbild dienen als touristische Informationsquelle, führen zu digitalen Speisekarten und ermöglichen Bestellung und Bezahlung.
Deutlich wurde auch, dass Digitalisierung neue Geschäftsmodelle ermöglicht. So betreibt Tobit in zentraler Innenstadtlage ein spanisches Restaurant ohne eigene Küche. Die Speisen werden in einem nahegelegenen Betrieb gekocht, per Lastenrad angeliefert und vor Ort angerichtet. Dadurch konnte ein Leerstand genutzt werden, in dem der Einbau einer Küche nicht möglich war.
„Damit wir das volle Potenzial der Digitalisierung und insbesondere von Künstlicher Intelligenz ausschöpfen können, müssen die Rahmenbedingungen für deren Einsatz verbessert werden. Dabei muss der Mensch – als Kunde und Mitarbeiter – immer im Mittelpunkt stehen. Technik soll das Leben erleichtern und ein gutes Miteinander fördern“, unterstrich Wolfgang Hackmann, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Tourismus und Geschäftsführer der Hackmann Hotels GmbH & Co. KG in Meppen.
„Handel und Tourismus wachsen immer stärker zusammen. Von digitalen Lösungen profitieren beide Branchen gleichermaßen. Unternehmen sollten prüfen, wo Digitalisierung im eigenen Betrieb helfen kann und welche betriebsübergreifenden Lösungen sinnvoll sind“, fasste Gundlach zusammen.
Fazit der gemeinsamen Sitzung: Digitalisierung kann wiederkehrende Prozesse standardisieren, Personal entlasten, Abläufe effizienter machen und Kaufkraft vor Ort binden. Digitale Informationsangebote können zudem dazu beitragen, Innenstädte lebendiger und sicherer zu gestalten.
Die aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehenden IHK-Fachausschüsse Handel und Tourismus treffen sich jeweils dreimal jährlich. Ihre Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.