Unternehmensnachfolge wird auch in der Grafschaft Top-Zukunftsthema Beratung im IHK-Regionalausschuss

Die Sicherung der Unternehmensnachfolge rückt für viele Betriebe in der Grafschaft Bentheim zunehmend in den Fokus. Das wurde in der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Grafschaft Bentheim im NINO-Hochbau in Nordhorn deutlich. Allein in den nächsten zehn Jahren benötigen rund 2.500 Unternehmen in der Wirtschaftsregion Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim einen Nachfolger. „Unternehmensnachfolge ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine zentrale Zukunftsfrage für unseren Standort“, betonte der Regionalausschussvorsitzende Thomas Kolde. „Es geht um gewachsene Lebenswerke, um Arbeitsplätze und um die wirtschaftliche Stabilität unserer Kommunen.“
Im Mittelpunkt der Sitzung standen zunächst die vielfältigen Gründe für Nachfolgeprozesse – von altersbedingten Übergaben über Fachkräftemangel bis hin zu unvorhergesehenen Krisensituationen. Deutlich wurde: Erfolgreiche Übergaben benötigen Zeit, strukturierte Planung und verlässliche Partner. Das machten Andreas Kinser, Vorstand der Grafschafter Volksbank eG und Bernd-Heinrich Hagmann, Teamleiter vom auf Unternehmensnachfolge spezialisierten Grafschafter Wertekontor, als Gastgeber der Sitzung in ihren Vorträgen deutlich. Kristin Krüp von der Grafschafter Autozentrale Heinrich Krüp GmbH in Nordhorn erläuterte am Praxisbeispiel die Beratungsbedarfe und die wachsende Komplexität bei Übernahme und der Suche nach geeigneten Nachfolgelösungen.
Die IHK unterstützt Unternehmen in allen Phasen des Nachfolgeprozesses mit einem breiten Dienstleistungsangebot. Dazu zählen individuelle Erst- und Orientierungsberatungen, Informationsveranstaltungen sowie die Begleitung bei der strukturierten Vorbereitung einer Übergabe. „Ein besonderes Instrument ist das IHK-Notfall-Handbuch, das Betrieben hilft, für unerwartete Ereignisse vorzusorgen und Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen zu sichern. Ziel ist es, unternehmerische Kontinuität zu gewährleisten und Risiken für Beschäftigte, Kunden und Geschäftspartner zu minimieren“, sagte Frank Hesse, IHK-Geschäftsbereichsleiter Wirtschaftspolitik und Ausschussbetreuer.
Neben strategischen Fragen der Unternehmensübergabe wurde auch deutlich, dass das Thema stärker in die öffentliche Wahrnehmung rücken muss. „Viele Betriebe beschäftigen sich erst sehr spät mit der Nachfolge“, so Kolde. „Dabei entscheidet eine frühzeitige Planung oft darüber, ob ein Unternehmen in der Region erhalten bleibt.“
Im weiteren Verlauf der Sitzung informierten sich die Ausschussmitglieder über aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen im Landkreis sowie über infrastrukturelle Themen. Dazu berichteten die erste Kreisrätin Sandra Cichon sowie Joachim Berends von der Bentheimer Eisenbahn. Zudem beriet das Gremium über kommunalpolitische Positionen der IHK, die als Grundlage für den Dialog mit Politik und Verwaltung in der kommenden Legislaturperiode dienen sollen.
Der IHK-Regionalausschuss Grafschaft Bentheim tagt dreimal im Jahr. In dem ehrenamtlich besetzten Gremium bringen Unternehmer ihre Praxiserfahrungen ein, diskutieren wirtschaftsrelevante Themen der Region und formulieren Empfehlungen für die Vollversammlung der IHK.