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Studie: Kaufkraft in Oberzentrum fällt zurück
Steigende Kosten für Wohnen, Energie und Mobilität zwingen die Verbraucher an anderer Stelle zu sparen. Studien zeigen, dass sich die Prioritäten der Verbraucher bei der Haushaltsplanung zu Lasten des Einzelhandels verschieben.
Die Verschiebung zu Lasten des Einzelhandels zeigt sich auch daran, dass die Kaufkraft, also das für den Konsum und das Sparen zur Verfügung stehende Einkommen, insgesamt deutlich stärker angestiegen ist als die einzelhandelsrelevante Kaufkraft. Die gesamte Kaufkraft ist von 2016 bis 2026 in unserer IHK-Region um 44 % und damit überdurchschnittlich stark angestiegen (Deutschland + 43 %; Niedersachsen + 42 %). Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft stieg auf Bundes-, wie auf Landes- und Regionalebene im selben Zeitraum hingegen nur um 26 %. Somit ist der Anteil des Budgets für einzelhandelsrelevanten Ausgaben um etwas mehr als drei Prozent gesunken.
Schwierige Zeiten: Die Entwicklung der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft fällt
sowohl im überregionalen als auch im regionalen Vergleich geringer aus.
sowohl im überregionalen als auch im regionalen Vergleich geringer aus.
Auch wenn das absolute Kaufkraftniveau weiterhin unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt liegt, belegt die positive Entwicklung, dass die IHK-Region eine hohe wirtschaftliche Dynamik aufweist. Zudem besteht bei der Kaufkraft ohnehin ein Süd-Nord-Gefälle, weil im Süden die Lebenshaltungskosten und damit auch das Einkommensniveau, aus dem sich die Kaufkraft ergibt, deutlich höher sind. Zum Vergleich: Während die Kaufkraftprognose für das laufende Jahr die bundesweite Pro-Kopf-Kaufkraft bei 32 009 Euro vorhersieht, liegt dieser Wert für Niedersachsen bei 31 020 Euro. Also knapp 1 000 Euro darunter und somit im Mittelfeld des Bundesländervergleichs. An der Spitze rangieren Bayern (34 931 Euro), Hamburg (34 522 Euro) und Baden-Württemberg (33 643 Euro).
Im regionalen Vergleich fällt auf, dass die positive Entwicklung der regionalen Kaufkraft auf die drei Landkreise zurückzuführen ist. Die Kaufkraft ist in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim von 2016 bis 2026 um jeweils 47 % und im Landkreis Osnabrück um 45 % gestiegen. Die Stadt Osnabrück liegt mit einer Zunahme um 36 % sowohl unter dem Bundesdurchschnitt (+ 43 %) als auch dem Wert für Niedersachsen (+ 42 %).
Die Kaufkraft der benachbarten Oberzentren entwickelt sich
besser als in Osnabrück.
besser als in Osnabrück.
Auch im Vergleich mit Bielefeld, Münster und Oldenburg zeigt sich in Osnabrück eine geringere Dynamik bei der Kaufkraftentwicklung. Denn Münster (+ 46 %), Bielefeld und Oldenburg (jeweils 40 %) weisen höhere Zuwächse als Osnabrück (+ 36 %) auf. Dies wirkt sich auch auf die einzelhandelsrelevante Kaufkraft aus. Während Osnabrück hier um 23 % zulegen konnte, liegen die Zuwachsraten für Münster (+ 26 %), Bielefeld (+ 25 %) und Oldenburg (+ 24 %) darüber. Wenn man berücksichtigt, dass es im gleichen Zeitraum eine Inflation von knapp 25 % gegeben hat und sich der Online-Handel dynamischer entwickelt als der stationäre Einzelhandel, wird einmal mehr deutlich, wie herausfordernd die Lage im stationären Einzelhandel ist.
Kontakt
Gerhard Dallmöller
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Projektleiter Handel und Stadtmarketing