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"Zeitreise": In Bramsche trifft Jägercharme auf Moderne
Özden Aalberts-Karaahmetoglu kannte den Renzenbrink lange, bevor sie dort Unternehmerin wurde. Gemeinsam mit ihrem Mann Taeke Aalberts übernahm sie 2022 das traditionsreiche Ausflugslokal am Waldrand westlich der B 68. Aus einem Haus im Dornröschenschlaf wurde mit der „Zeitreise – Waldrestaurant, Hotel, Eventlocation“ ein modernes Ausflugsziel. Und es gibt weitere Pläne.
Tradition bewahren, Zukunft gestalten
BRAMSCHE | Schon als Kind war das Ausflugslokal Renzenbrink für Özden Aalberts-Karaahmetoglu ein Begriff. Sie wuchs nur einige hundert Meter entfernt vom traditionsreichen Gasthaus auf, besuchte dort später selbst Veranstaltungen. Als sich 2021 die Option ergab, dort unternehmerisch tätig zu werden, mussten sie und ihr Mann zwar rechnen und prüfen, aber die Begeisterung für den Standort war längst geweckt. Ihr Ziel: Das „Juwel“, wie sie sagen, wieder zum Glänzen zu bringen.
2022 übernahmen sie den in die Jahre gekommenen Standort mit seiner besonderen Lage am Waldrand und einem kleinen See. Fest stand, der Charakter des Hauses und die nahezu 200-jährige gastronomische Tradition sollten erhalten bleiben – und zugleich Schritt für Schritt neu interpretiert werden. Stilvoll kommen heute nicht nur Einrichtung und kulinarisches Angebot daher, sondern auch das eigene Zeitreise-Magazin. Für all das nahmen die neuen Inhaber viel Zeit und Geld in die Hand
Quereinstieg als Chance
Bemerkenswert ist, dass beide Inhaber nicht aus der Gastronomie kommen. Sie bringen betriebswirtschaftliches Wissen aus der Unternehmensberatung für die Agrarbranche mit. Özden Aalberts-Karaahmetoglu sieht das als Chance: „Wir bringen Flexibilität und einen unverstellten Blick auf Prozesse und Abläufe mit. Was gut funktioniert, bauen wir aus. Anderes lassen wir weg. So werden wir als Team immer besser.“
Statt sich ausschließlich an tradierten gastronomischen Konzepten zu orientieren, betrachten die beiden die „Zeitreise“ als Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern: Restaurant, Hotel, Veranstaltungen und Erlebnisangebote greifen ineinander. Das funktioniert mit einem Team von aktuell 50 Beschäftigten, rund 20 davon festangestellt. Aalberts-Karaahmetoglu ist sicher: „Die Mitarbeiter sind das Herzstück und bringen eigene Ideen ein.“ Genau deshalb spielt auch die Personalentwicklung eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist IHK-Ausbildungsbetrieb und bildet derzeit einen Koch aus. Außerdem gibt es Überlegungen, noch weitere Mitarbeiter zu Ausbildern zu qualifizieren und in weiteren Berufen auszubilden.
Mehr als ein Ausflugslokal
Das Restaurant liegt mitten im Grünen und direkt an Wander- und Radwegen. Allein von spontanen Ausflugsgästen könnte ein Betrieb an diesem Standort jedoch kaum leben. Anders als in einer Innenstadt fehlt die klassische Laufkundschaft. Die Inhaber setzen deshalb bewusst auf mehrere Standbeine: Neben dem klassischen Restaurantbetrieb mit wechselnder Speisekarte spielen private Feiern und Firmenveranstaltungen eine wichtige Rolle. Im Haupthaus finden rund 100 Gäste Platz, der errichtete Pavillon am See bietet Raum für 130 Personen. Kostenlose und buchbare Events sind ein wichtiges Standbein geworden. Hinzu kommt das Hotelgeschäft mit zehn individuell gestalteten Zimmern. Hier sehen die Inhaber Entwicklungspotenzial. Bis dahin, so heißt es, seien jedoch noch dicke bau- und planungsrechtliche Bretter zu bohren.
Besonderer Foto-Spot: „La Maison Coeur d´Or“.
Insbesondere als Hochzeitslocation hat sich die „Zeitreise“ in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Durch die Zusammenarbeit mit einem bekannten Buchungsportal für Eheschließungen stieg die Nachfrage deutlich. Zuletzt fanden jährlich mehr Hochzeiten in der „Zeitreise“ statt, als das Jahr Wochen hat. Besonders beliebt: Der Foto-Spot „La Maison Coeur d´Or“, an dem sich schon Influencer ablichten ließen. In den kühlen Monaten, in denen weniger Hochzeiten stattfinden und weniger Wanderer und Radfahrer im Natur- und Geopark Terra.vita unterwegs sind, bieten die Gastronomen mehr eigene Events. Darunter im Dezember das „Winterwonderland“ mit einem weihnachtlich dekorierten Außenbereich. „An Ideen für Events mangelt es nicht“, ist zu hören. 2027 feiere die Zeitreise ihr fünfjähriges Bestehen. Und das sei gewiss wieder ein Anlass für ein Veranstaltungshighlight im Nordkreis.
Kontakt
Fabian Ettrich
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Projektleiter Politische Kommunikation