„Miteinander nach vorne“
Das in der Osnabrücker Altstadt ansässige Mode-Startup „Young Diversity – Social Fashion“ hat zum zweiten Mal infolge den landesweiten Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort 2025“ gewonnen. Dieser stand in diesem Jahr unter dem Motto „Frequenzbringer Handel“.
Ausgelobt wird der Wettbewerb einmal im Jahr von der IHK Niedersachsen (IHKN), vom Nds. Wirtschaftsministerium und weiteren Partnern. 2025 zeichnete die Jury sechs Einzelhandelsunternehmen mit je 5000 Euro aus, die mit außergewöhnlichen Ideen zur Frequenzsteigerung in ihren Zentren beitragen. Darunter die „Young Diversity“-Geschäftsführer Torben Paul und Philipp Wessel für ihr Store Event-Konzept, „das Erlebnisse schafft, die verbinden.“ Was mit Events im kleinen Rahmen begann, entwickelte sich zu einer großen Veranstaltungsreihe: mit Full-House-Events mit DJs, Partys, auf denen B-Ware verkauft wird, sowie Kooperationen mit dem Osnabrücker Autohändler Weller. Die Jury überzeugte, wie in Osnabrück auf Allianzen mit anderen Akteuren gesetzt und so die Handelsfrequenz gesteigert wird.
_ Wie wurde das Store Events-Konzept entwickelt? Was war die Motivation dazu?
Wessel: Wir haben gemerkt, dass die Menschen wirklich Lust auf das Thema „Nachhaltige, faire und vegane Mode“ haben und step by step die Bildung unserer Community durch Veranstaltungen auf den Weg gebracht. Gestartet sind wir seinerzeit mit Partys, auf der Pflanzen-Ableger getauscht wurden. Wir haben Getränke und Snacks organisiert, die Besucher haben sich ausgetauscht und gegenseitig Tipps gegeben. Da ging es nicht primär um Umsatz, sondern vielmehr um Storytelling und Miteinander: Erzählen, warum Nachhaltigkeit in der Modewelt so wichtig ist. Und, ja, da können wir viele Menschen erreichen und aufklären.
_ Der stationäre Handel gerät durch den Online-Handel zunehmend in Bedrängnis. War es schwierig, die digital affinen Menschen in den Laden zu bekommen?
Paul: Wenn wir uns nur hinter den Tresen stellen, passiert wenig. Wenn wir uns darauf verlassen, dass alles so bleibt, wie wir es kennen, werden wir bald nicht mehr hier sein. Du solltest mit der Zeit gehen, sonst wirst du zeitnah gehen! Wir machen u. a. Store Events, um auf Besucher zuzugehen und über das Produkt sowie den Mehrwert zu sprechen. Wenn die Menschen es verstehen, wird es auch weitererzählt. Klar war es am Anfang nicht einfach, Menschen in den Laden zu bekommen. Aber dadurch, dass wir ausprobiert haben und immer direkt ins Gespräch gegangen sind, war es leichter.
_ Erschließt Ihr Euch mit diesen Events auch neue Kunden?
Paul: Definitiv ja. Ich würde sogar sagen, nachhaltig.
_ Thema des Wettbewerbs ist Frequenzsteigerung. Wie wirken sich Eure Veranstaltungen ganz konkret in Eurem Umfeld aus?
Wessel: Wir haben das Ziel, ein harmonisches Miteinander zu kreieren. Auch mit unserer Nachbarschaft. Die B-Waren-Party haben wir mit „Boutique 27“ veranstaltet. Es war eine Win-Win-Situation für alle – auch für unsere Kunden: Miteinander nach vorne!
_ Was sind Eure Lerneffekte - und Tipps für andere?
Paul: Zunächst mal, als Gründer wirklich dabei zu sein und mit den Menschen zu sprechen und zuzuhören. Auch sollte man bereit sein, Zeit und Geld zu investieren. Es ist wichtig, kreativ zu sein und es zu machen! Test-Learn-Grow! Wir können auch nicht erwarten, dass jede Veranstaltung immer Umsatz bringt, sondern eher ein Investment in die Community ist. Des Weiteren bieten wir nachhaltige Unternehmensberatung für den rasanten Wandel des stationären Handels an.
_ Gibt es schon Pläne für das Preisgeld von 5 000 Euro?
Wessel: Da wir wachsen und ein weiteres Unternehmen namens Organicfans betreiben, möchten wir ins Unternehmen investieren. Wir möchten noch mehr Menschen nachhaltige, faire und vegane Mode ermöglichen. Und wir möchten eine Party mit den Mitarbeitern machen. Diese bringen uns auch durch ihre Motivation nach vorne und sind Teil der Erfolgsgeschichte.
Kontakt
Christina Luise Halbach
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Teamassistenz Handel und Verkehr