„Es braucht Offenheit und Mut“
Mit einem großen Fest feierte die bema GmbH Maschinenfabrik aus Voltlage-Weese kürzlich das 85-jährige Bestehen. An der Spitze der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht seit 2012 – und in dritter Generation – Sonja Koopmann. Die 53-Jährige ist auch Mitglied unserer IHK-Vollversammlung.
„Wir wollten gern einfach mal feiern“, sagt Sonja Koopmann, „die letzte große Feier war im Jahr 2015 und später durchkreuzte Corona unsere Planungen.“ Umso größer war jetzt die Freude, neben einer Abendveranstaltung auch zu einem großen Tag der offenen Tür in den Betrieb einzuladen.
_ Frau Koopmann, Ihr Unternehmen ist auf Anbaugeräte wie Kehrmaschinen und Schneeschilde spezialisiert. Gibt es eigentlich ein klassisches Herbst-/Winter-Saisongeschäft?
Eher nein, denn ob Dreck, Laub oder Schnee, unsere Anbaugeräte sind dann gefragt, wenn es um Sauberkeit geht – also immer. Natürlich ist Winter nicht gleich Winter – hier oben im Norden ist viel Schnee eher selten, sodass der Einsatz von Schneeschildern nicht immer vorhersehbar ist. Dennoch bereiten sich Kommunen und Dienstleister bereits jetzt auf mögliche Einsätze vor. Unsere Kehrmaschinen lassen sich für den Wintereinsatz flexibel mit Schneekehrwalzen ausrüsten – eine praktische Lösung, wenn Schnee nicht geschoben, sondern gekehrt werden soll.
_ Sie entwickeln die Maschinen im Unternehmen weiter und sind damit auch auf Messen präsent …
Im laufenden Jahr waren bzw. sind wir gleich auf zwei Weltleitmessen. Im April auf der bauma in München und im November auf der Agritechnica in Hannover. Die Teilnahme bietet uns eine gute Plattform, unsere Produkte und Innovationen einem großen Publikum zu präsentieren. Dazu gehört insbesondere das Thema Elektrifzierung. Für E-Trägerfahrzeuge haben wir eine neue Kehrmaschinengeneration mit einem zukunftsweisenden Antriebskonzept entwickelt und gehören mit diesen zu den Vorreitern. 2025 haben wir erstmals die bema 85 Dual PowerMaster präsentiert, die besonders leistungsstark ist und 2026 auf den Markt kommt. Insofern wird es spannend!
_ Gerade haben Sie groß gefeiert. Auf der Einladungskarte zum 85-Jährigen blitzte eine Diskokugel. Was braucht es aus Ihrer Sicht, um Tradition und Neues zum Funkeln zu bringen?
Vor allem braucht es Offenheit. Offenheit gegenüber Veränderungen, gegenüber neuen Technologien und für den Mut, Dinge auch mal zu ändern. In den vergangenen Jahren haben wir deshalb vieles auf den Prüfstand gestellt, haben uns unsere Abläufe kritisch angeschaut, Produkte überarbeitet und uns neue Märkte erschlossen. Das Motto der Party lautete „Lass es krachen“ – und war passend zum gesamten Jahr 2025. Denn wenn ich allein auf dieses Jahr blicke, stemmen wir aktuell eine Vielzahl an Projekten gleichzeitig. Das ist ein echter Kraftakt – sowohl finanziell als auch personell. Aber wir sind mittendrin, packen an und stellen uns gemeinsam für die Zukunft stark auf.
_ Unser Titelthema ist die Nachfolge speziell von Frauen und oft heißt es: „Frauen führen anders.“ Wie erleben Sie das persönlich?
Wenn ich auf die beiden vorherigen Generationen in unserem Unternehmen blicke, gibt es schon Unterschiede. Während mein Vater und Großvater die Firma aufgebaut haben, nutze ich die Möglichkeit, Dinge auszubauen und auch die internen Strukturen anzuschauen. In der heutigen Zeit kann ein Geschäftsführer weder alles selber wissen, noch alles alleine machen. Dafür ist alles viel zu komplex. Wichtiger ist es oft, neugierig zu sein, sich zu vernetzen und zu fragen. Das war für mich ein Lernprozess, da ich es aus der Vergangenheit anders kannte. Aber im Ergebnis füllt genau das die Offenheit, die es braucht, mit Leben – und bringt uns als Team zusammen.
Kontakt
Dr. Beate Bößl
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Projektleiterin Öffentlichkeitsarbeit