Ergebnisse der IHK-Bürokratieumfrage

Unsere aktuelle IHK-Umfrage zur Bürokratiebelastung verdeutlicht, wie stark Unternehmen unter überbordenden Verwaltungsanforderungen leiden – und nennt Verbesserungswünsche. Dazu gehört der Ruf nach Vereinfachung und Digitalisierung sowie dem konsequenten Abbau überflüssiger Pflichten.

Hier sind Änderungen vorrangig

In welchen Punkten Änderungen vorrangig sind, zeigen diese Ergebnisse: Mit Abstand am häufigsten wird die hohe Zahl an Nachweis- und Dokumentationspflichten genannt. 79 % bewerten dieses Problem als „sehr wichtig“. Es folgen der Umfang von Antragsunterlagen mit 57 %, zu lange Verfahrensdauern mit 56 % sowie uneinheitliche föderale oder kommunale Regelungen mit 50 %. Auch fehlende digitale Schnittstellen (52 %) und das Nachreichen von Unterlagen (48 %) werden als zentrale bürokratische Hindernisse betrachtet.

Dies sind wirksame Maßnahmen

Zu den wirksamsten Maßnahmen zur Reduzierung der Bürokratielast zählen laut der Befragten vor allem drei Punkte: 71 % sprechen sich für das Ersetzen von Nachweis-, Berichts- und Dokumentationspflichten durch Selbsterklärungen aus. 70 % fordern eine Reduzierung der Datenschutzanforderungen, und 69 % sehen in der Digitalisierung der Verwaltungs- und Dokumentationsprozesse eine besonders effektive Maßnahme. Ebenfalls hoch bewertet werden der Verzicht auf eine Übererfüllung von EU-Vorgaben („Gold-Plating“) mit 62 % sowie die Abschaffung oder Reduzierung von Beauftragten in Betrieben (49 %).

Die Forderung: Klare Reformen

Ambivalent fällt die Bewertung der Maßnahmen der Bundesregierung aus: Die Einführung des „Once-Only-Prinzips“ (Daten nur einmal an Behörden übermitteln) wird von 65 % als „sehr wirksam“ eingestuft. Auch das Prinzip „One in, two out“ überzeugt 59 %. Die digitale Beurkundung bei Notaren sehen nur 32 % als sehr wirksam an. Die Abschaffung des Lieferkettengesetzes bewerten 45 % als „sehr wirksam“, während die Gründung des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung 43 % überzeugt. Die Ergebnisse zeigen: Die Unternehmen fordern klare, digitale und entlastende Reformen – statt kleinteiliger Regelungen.

Differenzierte Betrachtung erforderlich

So ist auch zu erklären, dass es trotz der teils hohen Zustimmungswerte für einzelne Maßnahmen der Bundesregierung, insgesamt eine sehr geteilte Meinung unter den Befragten gibt. Insgesamt 14 % der Befragten halten die Bemühungen der Bundesregierung für nicht wirksam, weitere 35 % für kaum wirksam. Dem stehen nur 4 % gegenüber, die eine sehr wirksame Bürokratiebekämpfung erkennen wollen, während 37 % eine eher wirksame Arbeit der Bundesregierung in diesem Gebiet sehen.
Unsere IHK bringt die Studienergebnisse in die politische Diskussion ein, denn: Die Politik ist gefordert, die Impulse ernst zu nehmen und die Bürokratie spürbar abzubauen.
Robert Alferink
Recht und Steuern
Projektleiter