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Nr. 7107480
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Tourismuswirtschaft unter Druck

Der Blick auf die Übernachtungszahlen mit neuem Rekordwert für die ­Region spiegelt nicht die wirtschaftlich angespannte Lage wider, in der sich ­viele Betriebe befinden. Steigende Kosten, sinkende Umsätze und wachsende ­Unsicherheit belasten das Gastgewerbe.
Die aktuellen Ergebnisse der Saisonumfrage Tourismus der IHK Niedersachsen für unsere Region zeigen, wie angespannt die wirtschaftliche Lage ist. Besonders deutlich wird die Entwicklung bei den Umsätzen: 61 % der befragten Unternehmen verzeichnen Rückgänge. Betroffen ist vor allem das Geschäft mit den heimischen Gästen. Auch wenn Urlaub im eigenen Land weiterhin hoch im Kurs der deutschen Reisenden steht, spüren die Betriebe deutlich eine Konsumzurückhaltung.
Gleichzeitig sehen sich die Unternehmen mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert. Als größte Belastung nennen 82 % der Befragten die Energiekosten. Hinzu kommen steigende Arbeitskosten, die von 75 % der Unternehmen als Herausforderung genannt werden. Eine Entwicklung, die sich auch auf Bundesebene widerspiegelt. In der Sonderauswertung der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 führen ebenfalls die Energie- (85 %) und die Personalkosten (75 %) die Risikenliste an. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewegen sich mit 55 % weiter auf einem hohen Niveau. Hohe bürokratische Belastung, die Inflation, der Mindestlohn, ein hoher Kostendruck bei Energie und Lebensmitteln und fehlende Planungssicherheit schränken die Unternehmen ein. Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich in der Einschätzung der Geschäftslage. Noch bewerten nur 29 % die aktuelle Geschäftslage als schlecht. Deutlich schlechter fällt dagegen der Blick auf die zukünftige Geschäftslage aus. 52 % der Unternehmen erwarten eine negative Entwicklung für die kommenden Monate.
Umso wichtiger ist es, bestehende Entlastungspotenziale zu nutzen. Dazu zählt auch der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Unternehmen bei Routineaufgaben, der Personalplanung oder der Kundenkommunikation unterstützen und so Prozesse effizienter gestalten kann. Gerade in Zeiten steigender Kosten und anhaltenden Fachkräftemangels kann dies einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit leisten. Diese Entwicklung ist auch aus regionalwirtschaftlicher Sicht relevant. Investitionen in Modernisierung, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit sind wichtige Voraussetzungen, um die Wettbewerbsfähigkeit touristischer Angebote langfristig zu sichern. Werden diese Vorhaben zurückgestellt, kann dies die weitere Entwicklung der Branche bremsen.
Anke Schweda
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Geschäftsbereichsleiterin, Mitglied der Geschäftsführung