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Sechs Freunde - und Mozart, das Bett
Bali, Berlin, Zypern: Der Standort ist im E-Commerce relativ egal. Warum entscheidet sich ein junges Unternehmen dann für einen Hauptsitz in Nordhorn? „Weil wir sechs Gründer alle aus der Grafschaft kommen und uns in der Region richtig wohlfühlen“, sagt André Jonker, Mitgründer der Comfort One GmbH, besser bekannt als „Mozart-Bett“.
Gründung in der Pandemiezeit
NORDHORN | Ende 2021, also mitten in der Pandemie und einer Boomphase des Online-Handels, gründeten die sechs Freunde Mathis Lübbers, Joris Büter, André Jonker, Patrick Mertz, Marlon Mertz und Oliver Ensink die Comfort One GmbH in Nordhorn und vertreiben unter dem Markennamen Mozart-Bett hochwertige Boxspringbetten. Warum fiel die Wahl genau auf diese Produkte? Einer der Freunde hatte gerade die Erfahrung gemacht, wie komplex diese Entscheidung für ein gutes Bett ist. Gewicht und Schlaflage sind nur zwei der Faktoren, auf die es ankommt. André Jonker und seine Mitgründer sahen in der Beratungsintensität weniger ein Hindernis als vielmehr eine Chance für den Onlinevertrieb.
Ihr Ansatz besteht darin, den klassischen Beratungsprozess digital abzubilden, in viele kleine Einzelentscheidungen zu zerlegen und über einen Konfigurator verständlich zu machen. Dass dieses Konzept eine gute Idee war, zeigt der geschäftliche Erfolg. Drei Jahre nach dem Start wurde ein Umsatz von 25 Mio. Euro erzielt, heißt es. Für das laufende Geschäftsjahr würden 40 bis 50 Mio. Euro erwartet.
Ausgangspunkt war eine Digitalagentur
André Jonker hat früh begonnen, sich unternehmerisch auszuprobieren. Schon als Schüler reizte ihn, wie aus Ideen konkrete, nützliche Produkte werden. Dieser unmittelbare Zusammenhang zwischen Konzept und Ergebnis prägt seinen Werdegang. Mit Freunden aus Schule und Nachbarschaft gründete er 2012 die Digitalagentur Yournet (heute Epsilon Operations GmbH). Die Anfangszeit war geprägt von knappen Ressourcen und fehlendem Netzwerk. Ohne Startkapital galt es, Kunden zu gewinnen und Vertrauen aufzubauen. „Wir mussten aus dem Nichts etwas schaffen“, sagt er. Der Einstieg über einfache Webprojekte sei mühsam gewesen, aber lehrreich. Als sich die Agentur etablierte, wurden gleichzeitig die Grenzen des Modells deutlich: Wachstum ist im Dienstleistungsbereich eng an Personal gebunden. Jonker und sein Team suchten daher bewusst den Weg in den E-Commerce – hin zu eigenen Produkten und skalierbaren Prozessen.
Kontinuierlich besser werden, statt schnell zu wachsen
Trotz digitaler Ausrichtung bleibt der Standort in der Grafschaft Bentheim für die sechs Freunde wichtig. Die enge Bindung an die Region, der Aufbau eigener Fachkräfte und persönliche Netzwerke prägen heute ihren Unternehmensalltag. Gleichzeitig sieht André Jonker das Unternehmen in einem sich wandelnden Markt: Während sich der stationäre Möbelhandel strukturell verändert, gewinnt der Onlinehandel immer mehr an Bedeutung. „Konsequent besser werden“, beschreibt Jonker deshalb die zentrale Herausforderung für die Zukunft. Dabei gehe es nicht nur um schnelles Wachstum, sondern um die kontinuierliche Optimierung von Prozessen, Kundenerlebnis und Marktposition. Bleibt eine Frage: Warum eigentlich der Name „Mozart-Bett“? Weil sich Kollegen und Freunden drei Monate nach einer Präsentation von Namensideen immer noch an „Mozart-Bett“ erinnert hatten.
Kontakt
Gerhard Dallmöller
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Projektleiter Handel und Stadtmarketing