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Produkt + Markt überzeugt mit KI-Lösung
Seit 1973 entwickelt die Produkt + Markt GmbH & Co. KG aus Wallenhorst praxisnahe Marktforschungslösungen für Handel, Industrie und Dienstleister. Für ein innovatives, KI-unterstütztes Projekt erhielt das inhabergeführte Institut jetzt den Innovationspreis 2026 des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e. V. Wir fragten nach bei Axel Schomborg, Geschäftsführer von Produkt + Markt.
_Gratulation! Mit dem Preis haben Sie sich gegen Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet durchgesetzt.
Ja, das ist ein Highlight in unserer über 50-jährigen Institutshistorie. Schon die Shortlist der besten drei hat uns sehr gefreut. Platz 1 macht uns wirklich stolz, zumal wir uns erst zum zweiten Mal beworben haben und erstmals mit einer KI-basierten Lösung.
_ Sie haben die Jury mit dem Projekt „Datensynthese im Realtest“ überzeugt, das gemeinsam mit REWE Business Insights entstand. Welche Funktion übernimmt darin die KI?
Befragungen liefern in vielen Marktforschungsprojekten zentrale Informationen. Manche Befragungen sind dabei recht umfangreich und nehmen viel Zeit in Anspruch. Das kann die Teilnahmebereitschaft senken und die Antwortqualität beeinträchtigen. In unserem Projekt haben wir gezeigt, wie sich die Dauer einzelner Interviews verkürzen lässt, indem KI-basierte Algorithmen die erhobenen Daten ergänzen – ohne Qualitäts- oder Informationsverlust. So werden Teilnehmende entlastet, weil die Befragungen kürzer sind. Für die Auftraggeber steigern wir die wir Effizienz und sichern Qualität.
_ Der Preis zeigt, wie sehr Marktforschung KI-Entwicklungen im Blick haben muss. Worin liegen die besonderen Herausforderungen für Ihr Unternehmen?
Wir haben früh begonnen, KI-unterstützte Lösungen an unterschiedlichen Stellen des Marktforschungsprozesses zu implementieren – mit der Leitlinie: Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht die Technologie. Neben dem rasanten Tempo der Entwicklungen besteht eine zentrale Herausforderung darin, die Menschen mitzunehmen, sowohl intern als auch auf Auftraggeberseite. Unsere Kunden befinden sich auf sehr unterschiedlichen Stufen bei KI-Einsatz und -Akzeptanz. Das berücksichtigen wir in der Kommunikation und bei der Anwendung. Um unsere Belegschaft mitzunehmen, haben wir z. B. eine KI-Navigator-Woche durchgeführt. Über 130 Mitarbeitende aller Abteilungen informierten sich in kurzen Sessions zu unseren KI-Anwendungen. Das Echo war groß: An vielen dieser Veranstaltungen nahmen über 100 Personen teil.
_ Was hat Sie an den neuesten KI-Entwicklungen besonders begeistert oder auch überrascht?
Wir haben sehr unterschiedliche Anwendungen: Einige sind stark auf Einzelaufgaben im Marktforschungsprozess fokussiert, andere umfassen mehrere Prozessschritte. Das Großartige ist: Auch die „kleinen Tools“, die technisch überschaubar sind, bieten einen konkreten, gut greifbaren Nutzen. Der Nutzen wird direkt erlebbar und das fördert bei allen Beteiligten die Akzeptanz für KI und ebnet den Weg für komplexere Anwendungen.
Kontakt
Dr. Beate Bößl
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Projektleiterin Öffentlichkeitsarbeit