ihk-magazine online
Nr. 6952286
3 min Lesezeit

Einst Pension, heute Wellnesshotel

Als Elfriede und Heinz Höpke sich im Jahr 1975 ihren Traum von einer eigenen ­Pension mit 14 Zimmern verwirklichten, deutete noch nichts darauf hin, dass sich daraus 50 Jahre später ein Hotel mit 57 Zimmern und Appartements sowie einer exklusiven Wellnesslandschaft entwickeln würde. Mittlerweile sorgen 82 Mitarbeiter dafür, dass die Gäste Ruhe und Erholung finden.

Der Startschuss

BAD LAER | Der Startschuss für den Hotelbetrieb Hotel Höpke ist eng mit einem tragischen Einschnitt verbunden. „Bis 1979 führten wir parallel zu der Pension noch immer unseren Bauernhof. Als dieser bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist, musste es weitergehen“, erläutert Seniorchefin Elfriede Höpke. In der Folge wurde die Pension schrittweise erweitert. Die 1980er- und 1990er-Jahre waren geprägt von Umbauten und Wachstum. Anfang der 2000er-Jahre begann mit dem Bau der ersten Saunen und des Schwimmbades die Entwicklung der heutigen Wellnesslandschaft. Ursprünglich zur Verbesserung der Auslastung in den Wintermonaten gedacht, wird das Angebot von den Gästen so gut angenommen, dass weitere Angebote, wie Massagen und Kosmetik folgten.

Wechsel der Generationen

Heute verfügt das Haus über einen Spa-Bereich mit sechs verschiedenen Saunen, ­einem Innen- und Außenpool sowie einem Naturpool mit angeschlossener Panoramasauna. Auch die Betriebsführung entwickelte sich kontinuierlich weiter. Bereits seit 1995 ist mit Sohn Stefan und seiner Frau Sonja die zweite Generation im Unternehmen tätig, 2015 übernahmen beide die Leitung von Stefans Mutter Elfriede. „Uns war als Familie von Anfang an wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem echte Herzlichkeit spürbar wird“ sagt Stefan Höpke zum 50. Jubiläum.
Das Hotel sei gemeinsam mit den Gästen gewachsen, die Entwicklungen das Ergebnis von Erfahrung, Mut und Überzeugung. Ihr Nachfolgemodell beschreibt die Familie Höpke so: „Es ist uns wichtig, das Haus als Familie weiterzuführen. Auch wir binden daher schrittweise unsere Kinder in die Unternehmens­führung. Jeder in unserer Familie hat seine Aufgaben, jede Idee wird miteinander besprochen.“
Seit der Gründung, so ist zu hören, hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Insbesondere die Anforderungen an Personalführung und Mitarbeitergewinnung seien in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen. „Die Bewerbungen auf unsere ­freien Stellen und Ausbildungsplätze sind leider seit Jahren stark rückläufig“, berichtet Stefan Höpke. Die Branche trage daran aus seiner Sicht eine Mitschuld: „Es wurde zu wenig in das Image der Berufe investiert und auch beim Lohngefüge bestand lange Nachholbedarf.“

Für die Zukunft dank Weltoffenheit

Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, arbeite der Betrieb daher seit 2018 mit einer Agentur zusammen und rekrutiert Auszubildende aus dem Ausland. „Aktuell ­haben wir 13 Auszubildende, zehn Auszubildende mit indone­sischen Wurzeln, einen mit russischen Wurzeln, einen aus Vietnam und einen aus Deutschland. Die Mitarbeiter werden vor Ort aus­gewählt und kommen mit einem guten Sprachniveau, sodass sie direkt in den Betrieb integriert werden können. Für uns ist das eine Win-Win-­Situation“, sagt Stefan Höpke, dessen Betrieb so ein starkes Zeichen für die internationale Fachkräftegewinnung setzt.
Katja Sierp
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Projektleiterin für Tourismus und Gesundheitswirtschaft