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Auslandsmärkte: Risiken nehmen zu
Nach dem Rückschlag durch die US-Zollpolitik im Frühjahr 2025 hellt sich die Stimmung in vielen Weltregionen auf. Das zeigt der aktuelle AHK World Business Outlook der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), basierend auf mehr als 3 500 Antworten aus rund 90 Ländern weltweit.
Während die Konjunkturerwartungen der Unternehmen in Deutschland verhalten bleiben, steigt die Zuversicht der deutschen Betriebe an ihren Auslandsstandorten deutlich. Weltweit erwarten 44 % der Unternehmen bessere Geschäfte – im Inland sind es hingegen nur 15 %. Der Aufschwung bleibt fragil, doch die Orientierung ist klar: Wachstum findet jenseits der deutschen Grenze statt. Das spiegelt sich auch in den Investitionsplänen wider. Im Ausland wollen 29 % der Unternehmen ihre Investitionen erhöhen, während lediglich 16 % Kürzungen planen.
Allerdings nimmt die Zahl der Risiken im internationalen Geschäft weiter zu. Fast jedes zweite Unternehmen (48 %) nennt wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko, 47 % beklagen eine schwache Nachfrage. Hinzu kommen steigende Wechselkursrisiken (31 %) und neue Handelsbarrieren (25 %).Zudem blieb die Geschäftslage deutscher sowie regionaler Unternehmen an ihren internationalen Standorten bis zuletzt gedämpft. 40 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Situation als gut, 15 % als schlecht und 45 % als befriedigend. Der daraus resultierende Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen sinkt leicht von 26 auf 25 Punkte und liegt damit unter dem langjährigen weltweiten Durchschnitt von 34 Punkten (s. Grafik).
Im Branchenvergleich schneiden Dienstleistungsunternehmen am besten ab. Am schwächsten fällt die Einschätzung in Industrie und Baugewerbe aus.Die verhaltene Stimmung spiegelt die zunehmenden Belastungen im internationalen Geschäft wider. Handelskonflikte, geopolitische Unsicherheiten und protektionistische Maßnahmen in einzelnen Regionen stellen für viele Unternehmen spürbare Herausforderungen dar.
Die Grafik der AHK-Studie: Sie zeigt die Konjunkturerwartungen der Unternehmen weltweit (Saldo aus „besser“ minus „schlechter“ – Antworten in Punkten).
Insgesamt bleibt das globale Stimmungsbild damit gedämpft, auch wenn sich regionale Unterschiede zeigen: In einigen Märkten stabilisiert sich die Lage, während andere weiterhin von deutlichen Eintrübungen betroffen sind. Besonders deutlich verschlechtert hat sich die Stimmung zuletzt in Nordamerika. Nur noch 40 % der dort tätigen Unternehmen melden eine gute Geschäftslage, nach 49 % im Frühjahr.
Kontakt
Frank Hesse
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Stv. Hauptgeschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter