Aus- und Weiterbildung
Psychische Belastungen
Psychische Belastungen nehmen in der Gesellschaft zu. Junge Menschen sind nicht davon ausgeschlossen. Diese beeinträchtigen nicht nur das Privatleben, sondern können sich auch auf die Ausbildung auswirken.
Leistungsdruck, persönliche Herausforderungen oder Unsicherheiten im privaten und beruflichen Umfeld können Auszubildende stark belasten und sich auf Motivation, Lernfähigkeit und Zusammenarbeit auswirken. Für Betriebe stellt sich dabei häufig die Frage, wie sie Warnsignale erkennen und angemessen reagieren können.
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer sind die Herausforderungen der Unternehmen bekannt und unterstützt die Ausbildungsbetriebe.
Betriebe haben die Chance, junge Menschen in dieser Zeit zu unterstützen und nachhaltig positiv zu prägen.
Auswirkungen auf die Ausbildung
Belastbarkeit
Psychische Belastungen können sich auf körperliche und geistige Wohlbefinden des Auszubildenden auswirken und einen Einfluss auf seine Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Sorgfalt und Stärke haben.
Leistungsschwächere Auszubildende können durch diverse Hilfsangebote wie Assistierte Ausbildung (AsA-flex) unterstützt werden.
Fehlzeiten
Erhöhte Fehlzeiten gefährden das Ausbildungsziel und wirken sich auf die Zulassung zur Abschlussprüfung aus. Fehlzeiten (>10 %) die verschuldet oder unverschuldet während der Berufsausbildung entstehen, werden von der Oldenburgischen IHK bei der Anmeldung zur Abschlussprüfung abgefragt und sind vom Antragsteller bzw. der Antragstellerin wahrheitsgemäß anzugeben. Ggf. ist eine Stellungnahme zum Ausbildungsstand des Auszubildenden durch den Ausbildungsbetrieb/Auszubildenden abzugeben.
Fehlzeiten sind alle Tage, an denen Auszubildende entschuldigt oder unentschuldigt der Ausbildung (Betrieb und Schule) ferngeblieben sind. Urlaubstage sind keine Fehlzeiten.
Teamfähigkeit
Ein kollegialer Umgang ist essentiell für die Mitarbeitenden und das Betriebsklima. Geistige Abwesenheit, Trauer, extreme Freude oder sogar Aggressivität können ein Indiz für private Probleme des Auszubildenden sein. Die Symptome sind vielseitig und können nur von fachkundigen Personal eingeordnet werden. Das Verhalten des Auszubildenden kann sich auf seine Arbeitsmoral und betriebliche Teilnahme auswirken. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Fehlverhalten nicht immer bewusst gesteuert und von Heranwachsenden wahrgenommen wird. Beobachten Sie das Verhalten und versuchen es einzuordnen. Suchen Sie das Gespräch mit den Auszubildenden vertraulich und verschaffen sich einen Überblick über die Situation.
Ausbildungsabbruch
Im schlimmsten Fall steht im Raum, dass die Ausbildung vorzeitig abgebrochen wird. Unternehmen verlieren nicht nur eine angehende Fachkraft, sondern auch den Zugang zu einer jungen Person, die unter anderen Umständen eine andere Person wäre. In diesem Abschnitt stellen sich Betriebe häufig die Frage: „Pausieren oder Ausbildung beenden?“.
Pausieren: Ein klassisches „Pausieren“ in der Ausbildungszeit gibt es nicht. Fällt der Auszubildende für eine längere Zeit krankheitsbedingt aus, so dass das Ausbildungsziel gefährdet wird, kann der Ausbildungszeitraum verlängert werden. Reichen Sie einen Änderungsvertrag bei Ihrer zuständigen Stelle ein. Den Änderungsvertrag zum Berufsausbildungsvertrag finden Sie unter „Anträge und Formulare“ zum Downloaden auf unserer Internetseite.
Ausbildung beenden: Ist die Situation für beide Seiten nicht mehr tragbar, so besteht die Möglichkeit die Ausbildung vorzeitig zu beenden. Da die Situationen so individuell ausfallen, empfehlen wir vorher unsere Ausbildungsberater zu kontaktieren und sich beraten zu lassen.
Infoveranstaltung Psychische Belastungen
Das Fachkräfteberatungsteam bietet in regelmäßigen Abständen Workshops zu diesen Thema an.
Zusätzlich gibt es im Ausbilder-Trainingscamp einen neuen Baustein mit dem Titel „Sicher und souverän: Psychische Auffälligkeiten bei Azubis erkennen und begleiten“. Schauen Sie regelmäßig auf unserer Veranstaltungsseite vorbei.
Unterstützungsangebote für Auszubildende und Betriebe
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer hat eine erste Liste zusammengestellt, mit möglichen Anlauf- und Kontaktstellen (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 272 KB).
Hinweis: Die aufgeführten Kontakte bieten Betrieben und Ratsuchenden erste Orientierung bei unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen und werden regelmäßig angepasst.
* Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir meist die männliche Form. Entsprechende Textstellen gelten selbstverständlich gleichwertig für alle Geschlechter (m/w/d).