Außenwirtschaft Aktuell Mai 2026


Internetadresse des Monats

Directorate-General for Trade & Economic Security

Unternehmen erhalten hier einen fortlaufenden und umfassenden Überblick über die Handelspolitik der Europäischen Union (nach Ländern/Regionen), den bestehenden und geplanten Abkommen (inklusive laufender Verhandlungen), die Rolle der EU in der WTO sowie Maßnahmen zur Durchsetzung internationaler Handels- und Sanktionsregelungen.

Veranstaltungen und Seminare (regional)


Veranstaltungen und Seminar (überregional)

Webinar: Das volldigitale Carnet - Einführung und praktische Umsetzung für Unternehmen
18. Mai 2026, 10:00 Uhr

Die Digitalisierung des Carnets zur vorübergehenden Ausfuhr von Waren geht in die nächste Phase: Ab dem 1. Juni 2026 startet in der EU sowie in der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und Norwegen die volldigitale Carnet-Abwicklung. Ziel ist eine vollständig elektronische Zollabfertigung. Für Unternehmen ergeben sich daraus neue Abläufe bei der Nutzung von Carnets. Das kostenfreie Webinar liefert einen praxisnahen Überblick über das digitale Verfahren und die damit verbundenen Änderungen.

Webinar: EU–Indien Freihandelsabkommen - Neue Marktchancen, Zollvorteile und Investitionsperspektiven für deutsche Unternehmen

Die Europäische Union und Indien haben nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen im Januar 2026 den Abschluss eines umfangreichen Freihandelsabkommens (FTA) verkündet. Das Webinar der IHK Düsseldorf am 20. Mai 2026, 10 bis 11.45 Uhr, liefert Teilnehmenden eine fundierte Einordnung der nun veröffentlichten Details und übersetzt die juristischen und handelspolitischen Inhalte in konkrete, praxisnahe Handlungshinweise. Expertinnen und Experten aus Handelspolitik, Wirtschaft und Unternehmenspraxis zeigen auf, welche Chancen sich für verschiedene Branchen ergeben, wie sich die Zoll- und Präferenzregelungen konkret verändern und worauf Unternehmen sich jetzt operativ vorbereiten sollten.

Wirtschaftstag Japan in Düsseldorf

Der Wirtschaftstag Japan findet am 27. Mai 2026 erneut im Hotel Kö 59 in Düsseldorf als Wirtschaftsprogramm des Japan-Tages und als eine der größten deutsch-japanischen Wirtschaftskonferenzen statt. In diesem Jahr werden unter dem Titel: „Die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft durch die Kommerzialisierung neuer Ideen und Verfahren“ Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und öffentlichen Institutionen Japans und NRWs ihre Strategien, Erfahrungen und Anwendungsbeispiele präsentieren.

Market Access Day in Düsseldorf

Der internationale Handel wird zunehmend komplexer – umso wichtiger ist es, die konkreten Herausforderungen dort zu platzieren, wo Entscheidungen getroffen werden. Zu dieser Präsenzveranstaltung am 28. Mai 2026, 8.30 bis 14 Uhr, in der IHK Düsseldorf erwarten wir sowohl Vertreter/-innen der EU-Kommission als auch der Bundesregierung. Im Fokus stehen hochkarätige Panels (mit Unternehmensbeteiligung), der direkte Dialog mit der EU-Kommission, Praxis-Tools wie „Access2Markets“ sowie ausgiebige Networking-Möglichkeiten.

Internationale Geschäftsentwicklung im Wandel: Programme, Finanzierung und Markterschließung für KMU aus NRW

Globale Handelsbeziehungen verändern sich rasant und stellen kleine und mittlere Unternehmen vor neue Anforderungen. Expertenteams vermitteln bei diesem am 9. Juni 2026, 10 bis 11.30 Uhr, einen kompakten Überblick über aktuelle globale Marktchancen, Unterstützungsangebote sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für internationale Aktivitäten. Teilnehmende erhalten praxisnahe Einblicke in die Planung von Auslandsvorhaben wie Messebeteiligungen, Unternehmensreisen oder Netzwerkprogrammen und erfahren, wie Unternehmen Marktdaten und internationale Geschäftskontakte nutzen können.

Greater China Day 2026

Wie positionieren sich deutsche Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Marktchancen, Technologiewettbewerb und geopolitischer Neuordnung in Greater China? Welche Rolle spielen Lokalisierung, Kooperationen, Diversifizierung, Green Tech und Handelspolitik im Jahr 2026 konkret für die Unternehmenspraxis? Expertenteams beleuchten am 24. Juni 2026 bei dieser Veranstaltung in der IHK Düsseldorf vor allem die Auswirkungen geopolitischer Veränderungen auf Unternehmensstrategien, Lieferketten, Innovation, Green Tech, Handelspolitik, Automotive, Marketing und sowie die Marktbearbeitung. Parallel zu den Vorträgen sind individuelle Einzelberatungsgespräche mit Vertretenden der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in China, Taiwan und Hongkong geplant.

Unternehmerreisen

NRW-Unternehmensreise Aserbaidschan und Kasachstan: Smart Logistics and Infrastructure

Der Mittlere Transportkorridor entwickelt sich rasant zu einer strategischen Handelsroute mit stark wachsendem Frachtvolumen. Bis 2030 entstehen Investitionschancen von rund 20 Milliarden Euro – besonders in Logistik, Hafen- und Terminaltechnik sowie Infrastruktur. Das Programm der Reise vom 29. Juni bis 3. Juli 2026 ermöglicht deutschen Anbietern den direkten Zugang zu zentralen Knotenpunkten und Entscheidungsträgern. Vor allem exportorientierte NRW-Unternehmen, die ihre Technologien und Services in den Marktsegmenten Logistik und Intralogistik, Hafen- und Terminalausrüstung, Schienen- und Straßeninfrastruktur platzieren möchten, bieten sich Geschäftschancen. Anmeldeschluss: 07.05.2026

Unternehmensreise Vereinigte Arabische Emirate: Biotech und Pharma

Die Vereinigten Arabischen Emirate entwickeln sich rasant zu einem der spannendsten Innovationsstandorte im Pharma- und Biotechnologiesektor weltweit. Die geförderte NRW-Unternehmensreise führt vom 5. bis 8. Oktober 2026 nach Abu Dhabi und Dubai und bietet Teilnehmenden umfangreiche Brancheninformationen sowie zum „Doing Business“ in den VAE. Geplant sind neben Markt- und Länderbriefings auch Besuche von Unternehmen und Institutionen vor Ort. In mehreren B2B-Meetings und Networking-Events können Unternehmen zudem ihre Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern und Branchenfachleuten auf- oder ausbauen.

Unternehmensreise Singapur und Malaysia: Lebensmittelverarbeitung und Halal

Singapur und Malaysia zählen zu den wichtigsten Standorten für die Lebensmittelverarbeitung und den Halal-Sektor in Südostasien. Die geförderte NRW-Unternehmensreise vom 22. bis 27. November 2026 nach Singapur und Kuala Lumpur/Selangor bietet Unternehmen einen fundierten Markteinblick sowie die Möglichkeit, Kontakte zu relevanten Institutionen, Entscheidungsträgern und Unternehmen zu knüpfen und potenzielle Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Lebensmittelverarbeitung und Halal auszuloten.

Allgemeine Informationen und EU News

Meerengen und alternative Handelsrouten

Kritische Situationen und Konflikte unterbrechen regelmäßig Lieferketten zwischen Asien und Europa. Daher ist zwischen den beiden Kontinenten derzeit nur der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung eine Alternative auf dem Seeweg. Transportrouten zu Land gewinnen somit in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung. Transkontinentale Routen von China über Russland oder über Zentralasien wie der Mittlere Korridor, auch bekannt als Eurasische Korridore, werden weiter ausgebaut. Ebenso der ASEAN-China-Korridor, eine neue Land-See-Verbindung zwischen China und Südostasien.


EU-Stahlmaßnahmen: Vorläufige Einigung von EU-Rat und EU-Parlament

Am 13.04.2026 haben der Ratsvorsitz und das Europäische Parlament eine vorläufige Einigung über eine Verordnung erzielt, mit der die negativen handelsbezogenen Auswirkungen globaler Überkapazitäten auf den EU-Stahlmarkt bekämpft werden sollen. Die Maßnahme sollen mit den internationalen Handelsverpflichtungen der EU vereinbar und für die Wirtschaftsakteure, einschließlich der nachgelagerten Industrien, ausreichend flexibel bleiben. Sie wird die derzeitigen Schutzmaßnahmen der EU für Stahl ersetzen, die am 30. Juni 2026 auslaufen sollen. Die vorläufige Einigung wird nun den Vertretern der Mitgliedstaaten im Rat und dem Europäischen Parlament zur Billigung vorgelegt. Sobald die Verordnung von beiden Institutionen förmlich angenommen wurde, tritt sie am 1. Juli 2026 in Kraft.

Ländernotizen

Großbritannien: Deutsch-britische Wirtschaftskooperation – Marktchancen bei Energie, Klima und Verteidigung

Viele britische Branchen bieten auch deutschen Unternehmen zahlreiche Marktchancen. Vor allem der Energiesektor wächst durch das staatliche Ziel einer emissionsfreien Stromproduktion bis 2030 und die Modernisierung und Erweiterung des Stromnetzes. Im Wasserstoffbereich werden bis 2028 die ersten Elektrolyseprojekte mit einer Leistung von 125 Megawatt umgesetzt. Bei der Dekarbonisierung investiert die Regierung außerdem massiv in CO2-Abscheidungs- und -Speicherlösungen (Carbon Capture Storage, kurz CCS). Eine weitere Potenzialbranche ist die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Der Strategic Defence Review sieht unter anderem Investitionen von rund 17 Milliarden Euro für die Gefechtsköpfe der seegestützten nuklearen Abschreckung sowie den Bau von zwölf Atom-U-Booten im AUKUS SSN Programm vor.

Indien: Quellensteuer – Form 41 ersetzt Formular 10F

Zum 1. April 2026 wurde das Formular 10F durch das Formular 41 ersetzt.Der Zweck des Formulars und der Prozess der Antragsstellung ändern sich hierdurch nicht. Die weitere Verwendung des Formulars 10F kann allerdings zu formellen Beanstandungen führen. Ausländische Unternehmen (aus indischer Sicht) müssen zur Inanspruchnahme von Steuervorteilen aus geltenden Doppelbesteuerungsabkommen unter anderem das Form 41 erstellen und an ihre indischen Kunden übermitteln. Diese Meldung über steuerpflichtige Einkünfte in Indien und zur steuerlichen Ansässigkeit ist seit 2023 online (E-Filing) einzureichen.

Indiens Bedarf an Medizintechnik wächst in allen Segmenten

Expertinnen und Experten gehen von einer steigenden Nachfrage nach medizinischen Behandlungen und mehr Klinikaufenthalten aus. Die Gründe dafür liegen in der bisherigen Unterversorgung und dem damit einhergehenden Wachstumspotenzial vor allem in Mittel- und Kleinstädten. Der indische Gesundheitssektor steht deutschen Unternehmen grundsätzlich offen. Für die Einfuhr und die lokale Produktion werden jedoch Lizenzen benötigt. Zölle und besondere Regeln bei Ausschreibungen müssen ebenfalls beachtet werden. Für ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) gibt es keine Beteiligungsgrenzen. FDI in Einrichtungen zur Gesundheitsversorgung (Krankenhäuser, Labore etc.) sowie im Bereich Medizintechnik werden zudem über das verkürzte Genehmigungsverfahren der Automatic Route abgewickelt, bei dem keine Zustimmung durch die indische Zentralbank notwendig ist.

Kanadas Rohstoffsektor im Umbruch – Geschäftschancen für deutsche Unternehmen steigen

Der Engpass liegt weniger unter als überTage. Zwar verfügt Kanada über reiche Rohstoffvorkommen, doch die eigentliche Herausforderung beginnt bei Erschließung, Verarbeitung und industrieller Skalierung. Für deutsche Unternehmen ist dabei entscheidend: Der Marktzugang erfolgt in vielen Fällen nicht erst über laufende Bauprojekte, sondern deutlich früher – über Engineering‑Partner, Generalplaner und Projektkonsortien, die technische Standards festlegen und Beschaffungsentscheidungen vorbereiten. Unternehmen, die sich frühzeitig in Projektstrukturen, Netzwerke und Partnerschaften einbringen, können technische Lösungen platzieren, die später nur noch schwer zu ersetzen sind.

Korea, Rep.: Änderungen im Datenschutzgesetz

Zum 11. September 2026 treten verschiedene Änderungen im südkoreanischen Datenschutzgesetz in Kraft. Unter anderem muss nach Art. 34 Abs. 2 des Personal Information Protection Act (PIPA) eine unverzügliche Benachrichtigung der betroffenen Person bereits ab Kenntnis der Möglichkeit eines Datenschutzvorfalls erfolgen und nicht erst, wenn der Datenverantwortliche Kenntnis vom tatsächlichen Datenleck hat. Ferner sind nach Abs. 1 Nr. 6 betroffene Personen künftig auch insbesondere über ihre Rechte, darunter Schadensersatzansprüche, zu informieren.

Malaysia investiert in seine Wasserinfrastruktur – Absatzchancen für deutsche Unternehmen

Der massive Modernisierungsdruck im malaysischen Wasser- und Abwassersektor eröffnet deutschen Unternehmen attraktive Marktchancen, insbesondere durch den hohen Bedarf an Technologien zur Reduzierung von Wasserverlusten, zur Modernisierung von Leitungsnetzen und zur Erweiterung von Aufbereitungsanlagen. Zusätzlich wächst im Land die Nachfrage nach digitaler Infrastruktur wie Smart-Metering, Sensorik und vernetzten Steuerungssystemen. Auch effiziente Kühllösungen für Rechenzentren sowie moderne Verfahren zur industriellen Abwasser- und Klärschlammbehandlung bieten großes Potenzial. Deutsche Unternehmen, die Ausrüstungen an den Wassersektor in Malaysia liefern möchten, müssen sich gemäß den Water Services Industry (Registration of Supplier) Rules 2023 bei der nationalen Regulierungsbehörde SPAN als Hersteller oder Lieferant registrieren.

Slowenien: EU-Förderung bietet Geschäftschancen für deutsche Unternehmen

Auch in der kommenden EU‑Haushaltsperiode ab 2028 kann Slowenien mit umfangreichen Mittelzuweisungen rechnen. Nach ersten Vorschlägen der EU‑Kommission ist für das Land ein Förderrahmen von 5,4 Milliarden Euro vorgesehen. Für deutsche Ausrüster ergeben sich daraus weiterhin potenzielle Geschäftsmöglichkeiten, zumeist in indirekter Form über Lieferverträge. Deutsche Unternehmen können sich zudem direkt an Förderausschreibungen beteiligen.

Zölle- und Verfahrensfragen

US-Zölle auf Aluminium, Stahl, und Kupfer (Metallzölle)

Mit der Proklamation vom 2. April 2026 gelten seit dem 6. April 2026 aktualisierte Stahl- Aluminium- und Kupferzölle. 50 Prozent für Aluminium und Stahl, viele Kupferprodukte, sowie ausgewählte Stahl- und Aluminium Derivate (Annex I-A). 25 Prozent für Stahl- und Aluminiumderivate sowie Kupferprodukte auf der Annex I-B Liste. Für Stahl- und Aluminiumderivate auf der Annex III Liste gilt bis zum 31. Dezember 2027 grundsätzlich ein Mindestzollsatz von 15 Prozent. Für Waren auf der Annex II Liste entfallen Zölle komplett. Die neuen Zölle gelten jeweils auf den gesamten Zollproduktwert.

Rückerstattung von IEEPA-Zöllen in den USA

Die U.S. Customs and Border Protection (CBP) veröffentlichte am 15. April 2026 sein jüngstes CAPE-Update. Die CAPE-Phase I ist am 20. April 2026 gestartet. In Phase I können Importeure (Importer of Record) und Zollagenten Anträge auf Rückerstattung für bestimmte Einfuhren direkt über das ACE-Portal einreichen. CBP wird Berichten zufolge Rückerstattungen innerhalb von 45 Tagen nach Genehmigung des Antrags auszahlen. Es ist jedoch nicht bekannt, wie lange CBP für die Genehmigung benötigt. Ebenso ist unklar, ob die Genehmigung und Bearbeitung aufgrund einer möglichen Berufung des DOJ (Department of Justice) ausgesetzt werden.

Einführung von US-Zöllen auf Pharmazeutika

Das Weiße Haus gab kürzlich bekannt, die Section-232-Untersuchung des US-Wirtschaftsministeriums abgeschlossen zu haben und führt nun Zölle von bis zu 100 Prozent auf patentgeschützte Arzneimittel und entsprechende Wirkstoffe ein (Annex I). Gleichzeitig werden jedoch bestehende Handelsabkommen berücksichtigt: Für die Europäische Union, Südkorea, Japan und die Schweiz gilt eine Obergrenze von 15 Prozent, während für das Vereinigte Königreich ein Satz von 10 Prozent vorgesehen ist. Unternehmen aus Ländern mit entsprechenden Abkommen können somit von niedrigeren Zollsätzen profitieren. Geplant sind laut US Regierung Anreize für Investitionen in den USA zu schaffen. Unternehmen, die sich zum Aufbau von Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten verpflichten und der Anwendung von Meistbegünstigungspreisen zustimmen, können ihre Produkte bis zum 20. Januar 2029 zollfrei einführen. Erfolgt lediglich eine Investitionszusage ohne weitere Verpflichtungen, beträgt der Zollsatz 20 Prozent.

EU-Kontingente und Zusatzzölle für bestimmte Stahlerzeugnisse

Der Änderungsvorschlag der EU-Kommission vom 7. Oktober 2025 wurde vom EU-Rat und EU-Parlament angenommen. Damit ist der Weg frei für neue Kontingente und Zusatzzölle für bestimmte Stahlerzeugnisse ab dem 1. Juli 2026. Die aktuelle Maßnahme läuft zum 30. Juni 2026 aus.

Warenverkehr mit MERCOSUR - Anerkennung eines Ursprungszeugnisses bei der Einfuhr in die Europäische Union

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 17. April 2026 im Amtsblatt (EU) L/2026/875 eine Bekanntmachung zum Interimsabkommen mit MERCOSUR. In Anhang 3-D über Übergangsmaßnahmen ist festgelegt, dass die Europäische Union während eines Zeitraums von höchstens drei Jahren ab dem Tag des Inkrafttretens des Abkommens als Erklärung zum Ursprung auch ein „Ursprungszeugnis“ anerkennt, aus dem hervorgeht, dass die in die Europäische Union eingeführten Erzeugnisse die Ursprungsvoraussetzungen des Abkommens erfüllen. Der Zeitraum von drei Jahren kann um höchstens zwei Jahre verlängert werden. Ein Muster des Ursprungszeugnisses wurde in der Bekanntmachung veröffentlicht. Das Interimsabkommen wird zum 1. Mai 2026 vorläufig angewandt.

Regionales Übereinkommen

Am 2. April 226 aktualisierte die Zollverwaltung die Informationen auf ihrer Webseite zum regionalen Übereinkommen.


Allgemeine Genehmigung Nr. 48 für bestimmte Rüstungsgüter an die Golfstaaten und die Ukraine

Kürzlich hat das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) die AGG Nr. 48 veröffentlicht. Die AGG Nr. 48 umfasst die Ausfuhr oder Verbringung mit anschließender Ausfuhr von Gütern zur Verwendung zur Luftverteidigung und zur Marineverteidigung (einschließlich Maßnahmen zum Schutz vor oder Beseitigung von Seeminen) nach Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate sowie die Ukraine, soweit alle Voraussetzungen der AGG Nr. 48 vorliegen. Die AGG Nr. 48 ist befristet bis zum 15. September 2026. Eine Registrierung ist erforderlich, kann jedoch im Sinne der größtmöglichen Beschleunigung bis zu 30 Tage nach der ersten Ausfuhr beziehungsweise Verbringung erfolgen. Die AGG sieht zudem monatliche Meldepflichten für die ausführenden Unternehmen vor.

Antidumping - geschweißte Rohre aus Eisen oder nicht legiertem Stahl

Auf Einfuhren von geschweißten Rohren aus Eisen oder nicht legiertem Stahl mit Ursprung in China, Belarus und Russland bestehen Antidumpingmaßnahmen, die mit Durchführungsverordnung (EU) 2021/635 verlängert wurden. Im Juli 2025 gab die EU-Kommission das bevorstehende Außerkrafttreten zum 20. April 2026 bekannt. Nun leitet sie eine Auslaufüberprüfung ein.

Antidumping – Verzinnte Erzeugnisse mit Ursprung in China

Auf Einfuhren von verzinnten Erzeugnissen mit Ursprung in China bestehen seit Ende Mai 2025 Antidumpingmaßnahmen, die mit Durchführungsverordnung (EU) 2025/1042 eingeführt wurden. Die Europäische Kommission teilt mit, dass diese den Hersteller Linqing Hengtai Metal Materials Co., Ltd als neuen ausführenden Hersteller anerkennt. Damit gilt auch für diesen Hersteller der geringere Zollsatz für im Anhang gelistete Unternehmen in Höhe von 24,5 Prozent. Die Behandlung als neuer ausführender Hersteller hängt davon ab, ob der Antragsteller nachweisen kann, dass die in Art. 3 der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1042 festgelegten Kriterien erfüllt sind. Wird ein Hersteller in die Liste aufgenommen, kann er von einem geringeren Antidumpingzollsatz profitieren.

Antidumping – Mononatriumglutamat aus China und Indonesien

Bei den derzeit geltenden Maßnahmen handelt es sich um endgültige Antidumpingmaßnahmen, die mit der Durchführungsverordnung (EU) 2021/633 der Kommission eingeführt wurden. Im Mai 2025 weitete die EU die Maßnahmen auf Einfuhren aus Malaysia aus. Im Juli 2025 gab die EU-Kommission das bevorstehende Außerkrafttreten zum 20. April 2026 bekannt. Nun leitet sie eine Auslaufüberprüfung ein.

Antidumping – Weichholzsperrholz mit Ursprung in Brasilien

Die EU-Kommission gibt die Einführung endgültiger Antidumpingzölle bekannt. Diese gelten mit Wirkung vom 16. April 2026. Die EU-Kommission hatte das Verfahren im März 2025 eingeleitet und im November 2025 zunächst vorläufige Antidumpingmaßnahmen eingeführt.

Antidumping – Endlosglasfaserfilamenten (Glasfaserverstärkungen)

Die Europäische Kommission gibt die Einführung endgültiger Antidumpingmaßnahmen bekannt. Betroffen sind Einfuhren mit Ursprung in Bahrain, Ägypten und Thailand. Diese gelten mit Wirkung vom 16. April 2026.

Messen und Ausstellungen

NRW-Messebeteiligung auf der Slush 2026, Finnland

Die Slush in Helsinki zählt zu den bedeutendsten internationalen Startup-Events. Das Land Nordrhein-Westfalen wird sich am 18. und 19. November 2026 im Rahmen des deutschen Gemeinschaftsstandes der AHK Finnland präsentieren. Teilnehmende haben die Möglichkeit, sich auf der German Pitching Stage zu präsentieren und Kontakte auf verschiedenen Side Events wie dem „Germany Beer-Together“ und dem „Slush After Work“ zu knüpfen. Zudem organisiert das Enterprise Europe Network (EEN) Delegationsbesuche und gezieltes Matchmaking.

NRW-Gemeinschaftsstand auf der World Health Expo Dubai 2027 (WHX)

Ein wesentlicher Schwerpunkt der WHX vom 25. bis 28. Januar 2027 liegt in der Medizintechnik. Die Fachmesse präsentiert eine breite Palette an medizinischen Geräten und Ausrüstungen, von hochmoderner Diagnostik bis hin zu innovativer Behandlungstechnologie. Zusätzlich werden Bereiche wie Orthopädie, Physiotherapie sowie Bedarfs- und Verbrauchsartikel für medizinische Einrichtungen abgedeckt. Im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes haben Unternehmen aus NRW die Möglichkeit, ihre Technologien und Produkte einem internationalen Fachpublikum unter dem starken Dach des Landes zu präsentieren.

Aktuelle Veröffentlichungen

IHK Düsseldorf stellt Studie zur EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) vor

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag der IHK Düsseldorf eine Studie zur Betroffenheit und zum Umsetzungsstand der EUDR in Unternehmen erstellt. Es zeigt sich, dass die Ziele der EUDR von den befragten Firmen als nachvollziehbar empfunden und in der Sache unterstützt werden, die Umsetzung der Verordnung aber weiterhin kritisch gesehen wird. Größte Hürden stellen die mangelnde Verfügbarkeit der erforderlichen Daten, die Bewältigung der erforderlichen Datenmenge sowie die Integration der erforderlichen Daten in die unternehmenseigenen IT-Systeme dar. Die komplette Auswertung steht auf der Webseite der IHK Düsseldorf bereit.

Konflikt im Nahen Osten: Ergebnisse einer Blitzumfrage

Die Auswertung der NRW-weiten Umfrage vom 23. bis 29. März 2026 zu den Auswirkungen des Nah-Ost-Konflikts zeigt, dass nordrhein-westfälische Unternehmen vor allem vor folgenden Herausforderungen stehen:
  • steigende Transport- und Logistikkosten (82 Prozent),
  • steigende Energiepreise (71 Prozent),
  • Verzögerungen und Störungen in den Lieferketten (40 Prozent),
  • sinkende Nachfrage (31 Prozent),
  • gestiegene Risikoaufschläge und Versicherungen (20 Prozent).