Meerengen und alternative Handelsrouten
Kritische Situationen und Konflikte unterbrechen regelmäßig Lieferketten zwischen Asien und Europa. Daher ist zwischen den beiden Kontinenten derzeit nur der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung eine Alternative auf dem Seeweg.
Transportrouten zu Land gewinnen somit in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung. Transkontinentale Routen von China über Russland oder über Zentralasien wie der Mittlere Korridor, auch bekannt als Eurasische Korridore, werden weiter ausgebaut. Ebenso der ASEAN-China-Korridor, eine neue Land-See-Verbindung zwischen China und Südostasien.
Wenn der Seeverkehr zwischen Asien und Europa reibungslos verläuft, sind Fracht- und Verbraucherpreise auch in Deutschland günstig. Doch wiederholt haben Ereignisse die Verwundbarkeit der Seewege offenbart: das Containerschiff Ever Given, das den Suezkanal blockierte, die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer, die Pandemie, die Häfen weltweit lahmlegte. Für Deutschland, das rund 90 Prozent seiner Importe aus Asien auf dem Seeweg erhält, bedeutete das hohe wirtschaftliche Einbußen.
