Corona-Pandemie: Überbrückungshilfen für KMU

Aktuelle Förderprogramme
UPDATE: Verlängerung der Rückmeldefristen der Überbrückungshilfen auf den 31.12.2022 – Antragsfristen enden am 14.06.2022

Überbrückungshilfe IV

Die seit Mitte 2020 etablierten Corona-Förderinstrumente gehen mit der Überbrückungshilfe IV für die Monate Januar bis Juni 2022 in die erneute Verlängerung.
  • Die seit Mitte 2020 etablierten Corona-Förderinstrumente sind mit der Überbrückungshilfe IV für die Monate Januar bis Juni 2022 in die erneute Verlängerung gegangen. Hier können Unternehmen, Soloselbständige, und Freiberufler:innen bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020 sowie Start-ups, die bis zum 30. September 2021 gegründet wurden, gemeinnützige Unternehmen, kirchliche Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen die Förderung beantragen.
  • Voraussetzung sind Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat im Zeitraum Januar bis Juni 2022, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird. Maßgeblich für den Vergleich ist der Referenzmonat im Jahr 2019. Für Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. September 2021 gegründet wurden und in begründeten Fällen bei außergewöhnlichen betrieblichen Umständen, gelten besondere Vorschriften.
  • Mit der Überbrückungshilfe werden betriebliche Fixkosten bezuschusst. Der maximale Förderbetrag beträgt 12 Millionen Euro pro Monat pro Unternehmen. Erstattet werden bis zu 90 Prozent und nicht mehr bis zu 100 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent.
  • Unternehmen, die von den Absagen der Advents- und Weihnachtsmärkte betroffen waren, erhalten zudem einen erhöhten Eigenkapitalzuschuss von 50 Prozent auf die Summe der möglichen Fixkostenerstattung für jeden Fördermonat, sofern sie im Dezember 2021 einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent aufweisen.
  • In der Überbrückungshilfe IV zählen Digitalisierungs- und Renovierungskosten nicht mehr zu den erstattungsfähigen Fixkosten. Bei den Hygienemaßnahmen sind nun jedoch auch Sach- und Personalkosten für die Umsetzung von Corona-Zutrittsbeschränkungen förderfähig.
  • Darüber hinaus gibt es zusätzliche Regelungen für besonders betroffene Branchen wie der Reisebranche, der Kultur- und Veranstaltungsbranche, dem Groß- und Einzelhandel sowie Unternehmen der Pyrotechnikbranche.
  • Für den Monat Januar 2022 gilt zudem eine Sonderregel. Hierbei schließt eine freiwillige Schließung oder Einschränkungen des Geschäftsbetriebs – weil eine Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs, infolge von angeordneten Corona-Zutrittsbeschränkungen (3G, 2G, 2G Plus) unwirtschaftlich wäre – die Annahme eines Corona-bedingten Umsatzeinbruchs nicht aus und beeinträchtigen die Förderberechtigung ausnahmsweise nicht (siehe 1.2 der FAQs).
Ab sofort können Unternehmen die neue beantragen. Auf der bekannten Plattform  www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de können prüfende Dritte bis zum 15. Juni 2022 Anträge für die Überbrückungshilfe IV für den Förderzeitraum Januar bis Juni 2022 stellen.
Einen guten Überblick über die Eckpunkte und Fristen der neuen Überbrückungshilfe IV finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen. Die vollständigen FAQ der Überbrückungshilfe IV können Sie dort ebenfalls nachlesen.

Neustarthilfe 2022

Mit dem Programm Neustarthilfe 2022 werden Soloselbständige, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, unständig Beschäftigte sowie kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie im Förderzeitraum Januar bis Juni 2022 unterstützt. Der Vorschuss (Betriebskostenpauschale) beträgt wie bei der Neustarthilfe Plus maximal 4.500 Euro für Soloselbständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften und bis zu 18.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften im gesamten Bezugszeitraum. Den Antrag können Sie zunächst nur selbst stellen. In wenigen Wochen wird es auch die Möglichkeit der Antragstellung über prüfende Dritte geben. Die Antragsfrist für Erstanträge endet am 15. Juni 2022.
Weitere Infos gibt es hier und hier geht es zum Antragsformular für Direktanträge (nicht für prüfende Dritte).

Überbrückungshilfe III Plus

Die Verlängerung der Überbrückungshilfe III wird mit dem Programm Überbrückungshilfe III Plus für die Fördermonate Juli bis September 2021 (verlängert um die Monate Oktober bis Dezember 2021) umgesetzt, das inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III ist.
  • Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind alle Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Das neue Programm wird ebenfalls durch die prüfenden Dritten, zum Beispiel Steuerberater, über das Corona-Portal des Bundes beantragt.
Neu im Programm der Überbrückungshilfe III Plus ist:
  • Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, können alternativ zur allgemeinen Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten erhalten. Dies gilt jedoch nur für die Monate Juli bis September!
  • Unternehmen, die von der Pleite bedroht sind, wird es künftig erleichtert, durch gezielte Stabilisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen eine Insolvenz zu vermeiden. Ersetzt werden Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.
  • Weiter gefördert werden bauliche Maßnahmen und andere Investitionen zur Umsetzung von Hygienekonzepten und Digitalisierung. Welche Maßnahmen konkret förderfähig sind, wird in den FAQ in Form einer Positivliste festgelegt. Damit wird Klarheit und Rechtssicherheit für alle Beteiligten geschaffen.
Eine Antragsstellung war durch den prüfenden Dritten bis zum 31. März 2022 möglich. Weitere Informationen gibt es hier: Überbrückungshilfe III Plus

Neustarthilfe Plus

Die Neustarthilfe Plus richtet sich weiterhin an Soloselbstständige, die Corona-bedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von der Überbrückungshilfe III Plus profitieren. Es können – wie auch schon in der Neustarthilfe – neben Soloselbständigen auch kurz befristet Beschäftigte in den Darstellenden Künsten, unständig Beschäftigte aller Branchen sowie Kapitalgesellschaften und Genossenschaften antragsberechtigt sein.
Praxistipp: Wichtig ist, dass die im Antrag angegebene Kontonummer fehlerfrei eingegeben wird und dass diese mit der Kontonummer übereinstimmt, die beim Finanzamt hinterlegt ist. Bei Anträgen mit abweichenden Kontonummern kommt es im Verfahren der Bewilligungsstellen immer wieder zu Rückfrageschleifen und damit zu Verzögerungen bei der Auszahlung. Daher empfiehlt es sich bei Eingabe der Kontonummer besonders sorgfältig vorzugehen und die beim Finanzamt hinterlegte Kontonummer einzugeben.
Weitere Informatione gibt es hier: Neustarthilfe Plus

Überbrückungshilfe III

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Einheitliches Kriterium bei der Antragsberechtigung: Alle Unternehmen mit mindestens 30 % Umsatzeinbruch im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 können die gestaffelte Fixkostenerstattung erhalten. Das heisst: Keine Differenzierung mehr bei der Förderung nach unterschiedlichen Umsatzeinbrüchen und Zeiträumen, Schließungsmonaten und direkter oder indirekter Betroffenheit.
  • Wie bisher: Fixkostenerstattung abhängig vom Umsatzrückgang
  • Erweiterung der monatlichen Förderhöhe: Anhebung der Förderhöchstgrenze auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat (bisher vorgesehen 200.000 bzw. 500.000 Euro) innerhalb der Grenzen des europäischen Beihilferechts.
  • Fördermonate sind November 2020 bis Juni 2021.
  • Abschlagszahlungen: Abschlagszahlungen wird es für alle antragsberechtigten Unternehmen geben, nicht nur für die von den Schließungen betroffenen Unternehmen. Sie sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro statt bislang vorgesehenen 50.000 Euro für einen Fördermonat möglich.
  • Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen, daher sind Unternehmen, die November- bzw. Dezemberhilfe erhalten haben, für diese beiden Monate nicht antragsberechtigt, Leistungen nach der Überbrückungshilfe II für diese Monate werden angerechnet.

Antragsstellung:

  • Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III war bis zum 31.10.2021 möglich. Die Abrechnung ist verlängert worden und möglich bis zum 31.12.2022.
Weitere Informationen, sowie die ausführlichen FAQs zur “Corona-Überbrückungshilfe III” gibt es hier.

Neustarthilfe

Soloselbständige konnten im Rahmen der Überbrückungshilfe III eine einmalige Betriebskostenpauschale („Neustarthilfe“) für den Förderzeitraum Januar bis Juni 2021 ansetzen. Die Endabrechnung musste in der Regel bis zum 31.12.2021 vollzogen sein.
Hier geht es zu den vertiefenden FAQs