„Die beste Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“ Dieses Zitat des Managementdenkers Peter Drucker beschreibt treffend, worauf es jetzt ankommt, denn Unternehmen haben durchaus Handlungsspielräume. Entscheidend ist, den Blick auf die vorhandenen Potenziale statt nur auf den Mangel zu richten. Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, um Fachkräfte zu gewinnen oder vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Junge Menschen sehen sich heute mit einer nie dagewesenen Vielfalt an Möglichkeiten konfrontiert. Umso wichtiger ist eine gute Berufsorientierung. Eltern, Schulen – ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium – sowie Beratungsangebote leisten wichtige Unterstützung. Gleichzeitig sind Unternehmen gefragt. Wer frühzeitig, beispielsweise durch Praktika, Einblicke in den Arbeitsalltag ermöglicht und Berufe „in echt“ vorstellt, kann junge Menschen für eine Ausbildung begeistern.
Jetzt ins Handeln kommen
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung, neue Technologien und Anforderungen sorgen dafür, dass Wissen und Kompetenzen ständig weiterentwickelt werden müssen. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das:
Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Unternehmen kommen nicht umhin, Qualifizierung aktiv zu unterstützen und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.
Um ins Handeln zu kommen, können die Beratungsangebote der Agentur für Arbeit sowie verschiedene Fördermöglichkeiten helfen – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Stille Reserven aktivieren
Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein weiteres Potenzial: In unserer Region gehen lediglich 61 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Häufig spielen dabei strukturelle Faktoren wie fehlende Betreuungsangebote oder starre Arbeitszeiten eine Rolle. Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle anbieten oder den Wiedereinstieg nach einer Familienphase erleichtern, können dieses Potenzial eher erschließen. Teilzeit ist dabei keineswegs ein Verlustgeschäft, sondern kann für beide Seiten eine attraktive Lösung sein.
Diversität und Integration
Auch ältere Beschäftigte gewinnen zunehmend an Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Flexible Arbeitsbedingungen und gesundheitsgerechte Arbeitsplätze können dazu beitragen, dass erfahrene Mitarbeitende länger im Erwerbsleben bleiben. Qualifizierte Zuwanderung ist längst ein fester Bestandteil unseres Arbeitsmarktes geworden. Gleichzeitig zeigen sich weiterhin Herausforderungen – etwa bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder beim Zugang zu Sprachkursen. Aktuelle Statistiken verdeutlichen die Bedeutung internationaler Beschäftigter: In der Region Fulda haben 13.244 der 98.392 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten keinen deutschen Pass. Während knapp die Hälfte von ihnen im Helferbereich tätig ist, handelt es sich bei rund 43 Prozent um ausgebildete Fachkräfte. Ein weiteres häufig unterschätztes Potenzial liegt bei Menschen mit Behinderung. Unternehmen, die Barrieren abbauen und inklusiv denken, erweitern ihren Bewerberkreis und gewinnen engagierte und qualifizierte Mitarbeitende.
Fazit: Wer Ausbildung stärkt, Weiterbildung ermöglicht, flexible Arbeitsmodelle anbietet und neue Zielgruppen anspricht, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
Katharina Henkel
Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld – Fulda