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Engpässe bleiben Herausforderung
Die Personalsuche ist für viele Betriebe weiterhin schwierig: Laut DIHK Fachkräftereport kann nach wie vor mehr als jedes dritte Unternehmen seine offenen Stellen – zumindest teilweise – nicht besetzen.
Rund 22.000 Unternehmen nahmen an der Umfrage teil. 36 Prozent meldeten Probleme bei der Stellenbesetzung. Gleichzeitig stieg der Anteil der Betriebe ohne aktuellen Personalbedarf von 44 auf 48 Prozent, bedingt durch die wirtschaftliche Schwäche. Arbeits- und Fachkräfteengpässe betreffen inzwischen vor allem den Mittelstand statt Großunternehmen. Von den Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitenden – sie stellen rund drei Viertel aller Beschäftigten – haben über 40 Prozent Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.
Vielfältige Auswirkungen
83 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich der Arbeits- und Fachkräftemangel in den kommenden Jahren negativ auswirkt. Am häufigsten rechnen sie mit steigenden Arbeitskosten (63 Prozent), einer höheren Belastung der Belegschaft (55 Prozent) und Einschränkungen im Angebot (36 Prozent). Fast jedes vierte Unternehmen befürchtet zudem, dass mit dem Ausscheiden älterer Mitarbeitender betriebsspezifisches Wissen verloren geht – in der Industrie sogar mehr als jedes dritte. Mögliche Folgen sind Produktivitätsverluste, höhere Kosten für Wissensaufbau und Wettbewerbsnachteile.
Mögliche Gegenmaßnahmen
Zur Fachkräftesicherung sind viele Maßnahmen nötig, etwa eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen oder die Stärkung von Ausbildung und Fachkräftezuwanderung. Zudem können Ältere länger im Erwerbsleben gehalten werden. 63 Prozent der Betriebe sehen in Steuervorteilen für Beschäftigte im Rentenalter eine Hilfe, 53 Prozent plädieren für den Wegfall von Beiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung für Betriebe, wenn sie Personen im Rentenalter beschäftigen. Einfachere Möglichkeiten zur befristeten Weiterbeschäftigung nach Renteneintritt empfehlen 47 Prozent, in der Industrie sind dies 56 Prozent.
DIHK-Empfehlungen
Die vom Bundestag beschlossene Aktivrente kann Anreize für längeres Arbeiten schaffen, sollte jedoch auch Selbstständige einbeziehen. Arbeitgeberbeiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte über der Regelaltersgrenze sollten entfallen, um Betriebe finanziell zu entlasten. Flexible Beschäftigungsmodelle und die Abschaffung des Vorbeschäftigungsverbots erleichtern die Weiterarbeit im Alter. Gleichzeitig spricht sich die DIHK gegen zusätzliche Frühverrentungsanreize aus: Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren sollte entfallen, Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug überprüft werden. Zudem sollte das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.
