Jahrespressegespräch

Eine neue Realität

IHK blickt auf das internationale Geschäft 2022 zurück
„Nachdem bereits das Vorjahr von zahlreichen pandemiebedingten Herausforderungen geprägt war, schien auch zu Beginn des Jahres 2022 Corona das größte Risiko für die Exportwirtschaft zu sein“, so Dr. Bernhard Brons, Präsident der Industrie und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg, beim Jahrespressegespräch am 18. Januar in Emden. Mit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar sei jedoch ein neuer Risikofaktor hinzugekommen, der sowohl die globale Wirtschaft als auch Unternehmen im IHK-Bezirk getroffen und mit seinen Auswirkungen das gesamte Jahr bestimmt habe. „Viele Betriebe wachten plötzlich in einer neuen Realität auf und wurden ausgebremst durch weitere aus dem Takt geratene Lieferketten, hohe Transportkosten und explodierende Energiepreise“, fasste der IHK-Präsident die Situation zusammen.
Unternehmen mit direkten Geschäftskontakten nach Russland hätten sich mit der Frage eines Abbruchs ihrer teils langjährigen Beziehungen konfrontiert gesehen und in Folge der Geschwindigkeit der verhängten Sanktionen oftmals nur schwer einschätzen können, welche Regelungen galten. „Als IHK standen wir unseren Betrieben bei diesen Fragen mit zahlreichen Beratungsangeboten zur Seite und hatten – neben der Bündelung relevanter Informationen auf unserer Website – bereits am 24. Februar eine Service-Hotline eingerichtet“, so Brons. Zudem seien Dialoge zwischen Wirtschaft und Politik initialisiert worden, um offene Fragen und Unsicherheiten der Unternehmen direkt auf höherer Ebene adressieren zu können.   
In diesem Zusammenhang wies der Präsident auf die verschiedenen Dienstleistungen der IHK im Außenwirtschaftsbereich hin, mit denen Unternehmen bei ihren internationalen Geschäften unterstützt werden. Dazu zählen laut Brons ausgewählte Ländersprechtage, gezielte Schwerpunktveranstaltungen sowie individuelle Beratungsgespräche, die seit Sommer vergangenen Jahres auch wieder als Inhouse-Beratung direkt in den Unternehmen stattfinden können.
Mit Blick auf die vergangenen beiden Coronajahre ging IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard abschließend auf die Anzahl der digital ausgestellten Dokumente im Außenwirtschaftsbereich ein. Die Zahl der an dem Online-Verfahren „Elektronisches Ursprungszeugnis“ (eUZ) teilnehmenden Betriebe sei 2022 noch einmal leicht gestiegen. „Das freut uns, immerhin half das eUZ nicht nur in Coronazeiten Kontakte zu reduzieren, sondern spart den Unternehmen grundsätzlich Zeit und Kosten, indem Fahrzeiten von Mitarbeitern oder Kurieren zur IHK wegfallen“, sagte Deinhard. Für 2023 sei mit der Einführung der webbasierten eCarnet-Anwendung eine Erweiterung des digitalen Services geplant, wodurch die IHK den Unternehmen noch mehr Flexibilität im internationalen Geschäft bieten werde, so der IHK-Chef.