22.06.2023

Azubiumfrage: Ausbildung mit Bestnoten

Die Auswertung der diesjährigen Umfrage unter Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr (2022/2023) der ostdeutschen Industrie- und Handelskammern (IHKs) spiegelt die Zufriedenheit der Befragten wider. Insgesamt 88 % der gut 4000 beteiligen Auszubildenden in IHK-Berufen würden die Ausbildung in ihrem Unternehmen weiterempfehlen.
"Die Umfrageergebnisse bestätigen uns in unseren Aktivitäten, Jugendliche und junge Erwachsene für eine duale Ausbildung in der Wirtschaft zu begeistern und bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Ebenso ist es wichtig, Ausbildungsunternehmen ins Boot zu holen und diese für die Facetten der Berufsorientierung zu sensibilisieren", betont Torsten Köhler, Geschäftsführer Berufsbildung der IHK Dresden. "Betriebspraktika und Betriebsbesichtigung helfen bei der Berufswahl am meisten, sagen gut 62 % der befragten Azubis. Der persönliche Kontakt zum Unternehmen und das Live-Erlebnis eines Berufes hat für viele Jugendliche Signalwirkung und bleibt haften", so Köhler weiter.
Die größte Rolle bei der finalen Entscheidung für die Wahl des Ausbildungsunternehmens spielt nach wie vor das soziale Umfeld der jungen Menschen. Aber auch die Internetseiten der Ausbildungsbetriebe, Stellenanzeigen in Online-Börsen sowie Social-Media-Auftritte nehmen für die Suche des Ausbildungsbetriebes an Bedeutung zu. "Darüber müssen sich die Unternehmen im Klaren sein. Wer im Netz nicht oder zu wenig unterwegs ist, wird immer weniger gefunden", sagt Torsten Köhler. Die bundesweite IHK-Azubi-Kampagne "JETZT #KÖNNENLERNEN - Ausbildung macht mehr aus uns" will jungen Menschen Lust auf Ausbildung machen und Unternehmen beim Werben um ihren Nachwuchs unterstützen. 
Die Azubi-Befragung im Detail:
  1. Über 79 % der Auszubildenden gaben an, ihren Wunschberuf zu erlernen. Bei mehr als 83 % der Befragten handelt es sich um die erste Ausbildung, 7 % haben bereits eine Ausbildung, 4 % ein Studium abgebrochen.
  2. Praktika sind für potenzielle Auszubildene mit 52 % das mit Abstand hilfreichste Berufsorientierungsangebot. Etwa 38 % greifen bei der Recherche zudem auf Medieninformationen aus Online-Recherchen oder sozialen Netzwerken zu. Gut 55 % der Befragten nehmen an Ausbildungsmessen teil oder nutzen die Angebote der Berufsberatung.
  3. Fast alle Jugendlichen haben sich für eine Ausbildung entschieden, weil ihnen der Bezug zur Praxis wichtig ist (97 %) und ihre beruflichen Aufgaben ihren Interessen entsprechen (96 %). Aber auch der schnelle Einstieg in den Beruf (86 %) sowie Übernahme- und Karrierechancen wurden von etwa 90 % als entscheidende Kriterien angegeben. Für 59 % spielt bei der Auswahl die Nähe der Berufsschule zum Heimatort eine wichtige Rolle.
  4. Nach wie vor werden die meisten Auszubildenden durch ihr direktes Umfeld (Eltern/Verwandte/Freunde/Bekannte) auf ihren Ausbildungsbetrieb aufmerksam, gefolgt von der Nutzung der Internetseiten der Betriebe. Den Jugendlichen halfen aber auch Gespräche mit den Vertretern der Agentur für Arbeit sowie Praktika und Ferienjobs. 
  5. Schnell zu sein, lohnt sich. Immerhin 53 % der Jugendlichen hatten sich bereits bis März 2022 für ihre im Sommer beginnende Berufsausbildung beworben. Auch Spätentschlossenen boten sich Chancen. So gaben 23 % der Jugendlichen an, sich noch ab Juli für ihren Ausbildungsplatz beworben zu haben.
  6. Ein Großteil der Befragten (60 %) musste nur ein bis fünf Bewerbungen versenden, um den gewünschten Ausbildungsplatz zu erhalten. 19 % der Auszubildenden benötigen maximal zehn Bewerbungen für den Vertragsabschluss.
  7. Ausbildungsinteressierte finden fast immer das passende Angebot im Heimatbundesland und in der Nähe zum Wohnort. Gerade einmal 18 % der Auszubildenden haben für die Aufnahme der Berufsausbildung den Wohnort gewechselt. Dies ist ein Beleg für das gesteigerte Ausbildungsmarketing und die gestiegene Attraktivität der regionalen Ausbildungsangebote der Unternehmen.
  8. Lange Fahrzeiten zur Berufsschule sind nach wie vor ein großes Thema. Die Hälfte aller Azubis fährt länger als eine Stunde für eine Strecke von der Wohnung zur Berufsschule. Durch das Wohnortprinzip muss die Berufsschule besucht werden, in dem der Wohnort zugeordnet ist. Oftmals ist dies nicht die nächstgelegene Berufsschule. Hier ist unbürokratische Abhilfe gefordert. Etwa die Hälfte der Unternehmen unterstützt die Kosten für den Berufsschulbesuch. Ein Mehrwert, den noch mehr Betriebe für sich umsetzen sollten.
  9. Gut 90 % der Auszubildenden würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. Dabei schätzen fast alle (94 %) besonders das gute Betriebsklima, das gute Verhältnis zum Ausbildenden sowie das positive Image des Betriebes. Gut dreiviertel der Jugendlichen bescheinigen ihrem Betrieb die Zahlung einer hohen Ausbildungsvergütung (79 %) sowie Karriere- und Aufstiegschancen (88 %).
  10. Um auch fortan Jugendliche für die duale Berufsausbildung auf allen Kanälen begeistern zu können, sollten Unternehmen auch auf Social-Media vertreten sein. Die meisten Jugendlichen sind auf Instagram (80 %), YouTube (62 %) und TikTok (54 %) vertreten.
Die Umfrage fand im April 2023 statt.