13.06.2023

Azubibotschafter werben für die duale Ausbildung

Azubis können die besten Botschafter für die duale Berufsausbildung sein und für ihren Beruf sowie ihr Unternehmen werben. Die IHK Dresden startete mit dem Pilotprojekt “Azubibotschafter”, um dieses Potenzial im Rahmen der Berufsorientierung an Schulen nutzbar zu machen.
Wer könnte authentischer über das Thema Berufsausbildung berichten als Auszubildende selbst? Ihre Erfahrungen auf dem Weg in die Ausbildung - angefangen von der oft nicht einfachen Entscheidung für einen Beruf, über das korrekte Bewerbungsschreiben und den ersten aufregenden Tag in der Berufsschule bis zur ersten großen Verantwortung im Betrieb - können Azubis auf Augenhöhe all jenen Schülern weitergeben, die diese Schritte noch vor sich haben. Ihre Botschaft dabei: Ausbildung macht Spaß und bringt im Leben voran!

Botschafter werden gut vorbereitet

Damit das Pilotprojekt ins Laufen kam, sprachen die Mitarbeiter der Berufsorientierung der IHK Dresden Schulen an, zunächst in den Landkreisen Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, ob sie den Besuch von Azubibotschaftern als weiteres Angebot zur Berufsorientierung für ihre Schüler nutzen wollen.
Gleichzeitig haben wir in den Landkreisen Unternehmen besucht und für das Projekt geworben
, erläutert Jana Reimer, Projektkoordinatorin bei der IHK. Das Ergebnis: Zahlreiche Betriebe fanden die Idee klasse und ihre Azubis auch - 15 Azubis aus gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen meldeten sich beim Botschafter-Coaching in der IHK Dresden an. Um die Jugendlichen auf ihre Mission vorzubereiten, erhielten sie in einem zweitägigen Kurs Know-how in Rhetorik und Präsentation vermittelt, lernten die Aufgaben der IHK Dresden kennen und erfuhren alle Fakten rund um die duale Berufsausbildung und weitere Karrieremöglichkeiten nach einer Ausbildung.
Mit diesem Wissen im Gepäck und ihren wertvollen Ausbildungserfahrungen gelingt den Azubibotschaftern der nötige Perspektivwechsel
, so Jana Reimer.
Als ehemalige Schüler können sie sich sehr gut in ihr Gegenüber hineinversetzen, die Sorgen, Bedenken und Fragen verstehen und die passenden Antworten und Tipps geben.
Aber eignet sich eigentlich jeder Azubi auch zum Botschafter?
Die jungen Leute sollten kommunikativ sein und Freude an ihrem Beruf haben
, umreißt Jana Reimer die passenden Eigenschaften für den Botschafterjob. Gut sei es aber auch, wenn sie sich und ihren Beruf anschaulich präsentieren können.

Projekt soll weiter wachsen

Berufsorientierungswochen werden in vielen Schulen von Unternehmen unterstützt. Die neuen Azubibotschafter können mit ihrem Angebot den Unterricht weiter bereichern und damit Firmen entlasten. Dazu müssen sie von den Betrieben freigestellt werden. Ihren Einsatz koordiniert die IHK Dresden nach Anfrage aus den Schulen. Die Azubibotschafter präsentieren in 45 oder 90 Minuten ihren Ausbildungsberuf und ihr Unternehmen, berichten über ihre Berufswahl und den Azubialltag.
Außerdem bringen die Botschafter auch etwas Praktisches zum Ausprobieren mit wie zum Beispiel einen Laptop, der in seine Baugruppen zerlegt und wieder zusammenmontiert werden soll
, sagt Projektkoordinatorin Jana Reimer.
Und natürlich versuchen sie, jede Frage zu beantworten.
Zur Vorbereitung auf den Botschafter-Besuch erhalten alle Schüler Infomaterial von der IHK und auch einen Feedbackbogen, mit dem sie über ihre Erfahrungen im Nachhinein berichten können.
Im Herbst dieses Jahres möchten wir weitere Unternehmen und damit weitere Azubibotschafter hinzugewinnen. Unser Ziel ist es, das Projekt auf den gesamten Kammerbezirk auszudehnen
, sagt Jana Reimer.
Es soll ein langfristiges Angebot zur Berufsorientierung werden, bei dem Schüler und Unternehmen auf lockere Art und Weise ins Gespräch kommen, und für eine duale Ausbildung begeistern.