Genau hier gehören wir hin

Wer sich mit seiner Sache voll und ganz identifiziert, der ist bereit, mehr für den Erfolg zu tun – so auch Nils Willmann und Lars Kückelhahn. Mit guten Ideen und jeder Menge Einsatz haben sie die Eulies Spielwaren GmbH & Co. KG zum beliebten Anlaufpunkt für kleine und große Besucher gemacht. Auch das Zuhause ihres Spielzeugladens ist wichtiger Grund dafür, dass die beiden richtig Gas geben. Aus Sicht der gebürtigen Peiner ist der beste Flecken Erde für Eulies, na klar: Peine.
Nils Willmann und Lars Kückelhahn kennen sich seit der Schule, haben gemeinsam Abitur gemacht und ihren Zivildienst im Klinikum Peine geleistet. „Schon immer waren wir ziemlich beste Freunde“, erzählt Lars Kückelhahn. Was dazu geführt hat, dass die Zweierkombi früh ihre Geschäftstüchtigkeit unter Beweis stellte. „Als wir 16 Jahre alt waren, sind wir zusammen auf den Flohmarkt gegangen, haben dort Waren gekauft und wieder weiterverkauft.“

Emotionen wecken, Einkaufserlebnisse bieten

Offenbar machte das Lust auf mehr. Im April 2019 haben sie ­Eulies Spielwaren in der Peiner Innenstadt eröffnet – mit besonderer Ausrichtung. „Heutzutage reicht es nicht mehr aus, einfach nur Spielzeug in die Regale zu stellen“, betont Lars Kückelhahn. Also setzt das Duo neben der Qualität des Warenangebots auf die Emotionalität der Produktpräsentation. Kurzum: Shoppen soll Spaß machen. Nils Willmann: „Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn wir unseren Besuchern Einkaufserlebnisse bieten.“
Stimmungsmacher, Sympathieträger und selbstverständlich Namensgeber ist Eulie, der in der Eulenstadt Peine ein echtes Heimspiel hat. Damit Eulie sich im Geschäft wohlfühlt, erinnern Pflanzen, Blätter und Bäume an sein natürliches Habitat – den Wald. „In unserem Laden kann man sich in den Details regelrecht verlieren“, sagt Nils Willmann, „es gibt Leute, die sind das vierte, fünfte Mal bei uns und entdecken trotzdem noch etwas Neues.“
Stadtbekannt dagegen ist Eulies Auftritt an Samstagen. Wenn das Maskottchen erwacht, aus seinem Nest steigt und die Showtreppe herunterstakst, dann warten Kinder bereits sehnsüchtig auf ihren guten Kumpel und den Plausch mit ihm. Nils Willmann: „Man merkt richtig, wie sehr sich die Kleinen mit Eulie verbunden fühlen.“
Wohlüberlegt war, zum Start den Laden mit 200 Quadratmetern und so auch das Sortiment etwas kleiner zu halten. Leitgedanke war, sich in unsicheren Zeiten für den Einzelhandel doch etwas Sicherheit zu bewahren. Dass das Eulies-Konzept aufging, erkannten die beiden auch daran, dass sie viel zu häufig Nein zu ihren Kunden sagen mussten. Nach dem Motto: Sorry, eure Wunschspielzeuge haben wir leider nicht vorrätig. „Unser Laden wurde den Ansprüchen nicht mehr gerecht“, sagt Lars Kückelhahn. „Deswegen haben wir uns gesagt: Okay, jetzt gehen wir mehr Risiken ein.“

Verkaufsfläche verfünffacht

Nach dem Umzug nur einen Steinwurf vom ehemaligen Domizil entfernt ist die Verkaufsfläche von Eulies mit 1000 Quadratmetern fünf Mal so groß. „Einen Laden in dieser Größe, der unabhängig von Filialisten ist, findet man fast gar nicht mehr“, meint Lars Kückelhahn. Mittlerweile gibt es so gut wie alles, was das Kinder- und Erwachsenenherz begehrt. Am höchsten im Kurs steht der Klassiker. „Lego gibt es seit Jahrzehnten, hat zwischendurch eine Schwächephase durchlebt und ist jetzt wieder auf dem absoluten Höhepunkt“, sagt der 35-Jährige.
Während der Pandemie ist die Hitliste der erfolgreichsten Spiele kräftig in Bewegung geraten. „Zum Beispiel wird wieder gepuzzelt, was lange Zeit überhaupt kein Thema war“, so Nils Willmann. Über mangelnde Abwechslung kann er sich nicht beklagen, denn in der Spielebranche sind die Trends recht kurzlebig. Bester Beleg aus jüngster Zeit: So schnell die bunten Pop its gekommen waren, so schnell sind sie auch wieder von dannen gezogen. Immer gut informiert zu sein, ist Pflicht. „Im Prinzip sind wir ständig am Schauen, welche Spiele neu herauskommen und wie sie bei den Kindern ankommen.“
Wir möchten ein Geschäft führen, das uns Spaß macht und Eulies zu einem Aushängeschild machen.

„Peines Kaufleute ziehen an einem Strang“

Viele Innenstädte leiden darunter, dass Kunden in das Internet abwandern und Läden schließen. Gut, wenn es Ankergeschäfte gibt, die mit ihrer Anziehungskraft Besucher aus dem ganzen Umland anlocken. Die Eulies-Geschäftsführer wollen eine solche Vorreiterrolle übernehmen, um ihre Stadt nach vorne zu bringen. „Wenn wir als Peiner nicht dazu bereit sind, wer denn dann?“ In der Kaufmannsgilde übernehmen sie Verantwortung, beide engagieren sich in der Vorstandsarbeit. „In Peine haben wir den Vorteil, dass die Kaufleute an einem Strang ziehen und etwas für die Stadt tun. Auch wir leisten unsere 60- bis 70-Stunden-Wochen nicht nur für uns, sondern auch für die Menschen hier.“
Dass sie ihren Job ziemlich gut machen, ist anderen nicht verborgen geblieben. Es habe das eine oder andere Angebot gegeben, auch anderswo ein Geschäft im Stile von Eulies zu eröffnen, erzählen Nils Willmann und Lars Kückelhahn – doch daran verschwenden sie zurzeit keinen Gedanken. „Geld ist nie unser Antrieb gewesen. Vielleicht würde dann die Liebe verloren gehen für das, was wir machen. Wir möchten ein Geschäft führen, das uns Spaß macht und Eulies zu einem Aushängeschild der Peiner Innenstadt machen. Für unsere Stadt wäre es schön, wenn noch mehr Leute so ticken würden wie wir.“
boy