Pressemitteilung 22. April 2026
Girls’ Day 2026: Anteil junger Frauen in MINT-Berufen stagniert seit Jahren
Der Aktionstag bietet Chancen für technische Berufe – MINT-Botschafterin Edith Strassacker: „Wir müssen mehr Mädchen für MINT-Berufe begeistern, sonst bleiben knapp 8500 Stellen unbesetzt!“
Stuttgart, 22. April 2026 – Schon jetzt bleiben laut IHK-Fachkräftemonitor in Baden-Württemberg in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften bis ins Jahr 2035 rund 2100 Stellen unbesetzt. Aus den Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufen kommen noch etwa 6400 unbesetzte Stellen hinzu. „Vor diesem Hintergrund ist es uns besonders wichtig, Mädchen stärker dafür zu gewinnen, sich in den Naturwissenschaften und in Informatik zu engagieren. Aktionstage wie der Girls‘ Day sind wichtig und bieten eine gute Gelegenheit in technische Berufe hineinzuschnuppern. MINT-Berufe bieten großartige Chancen, auch mit Blick auf die Zukunft“, betont Edith Strassacker, IHK-Vizepräsidentin und MINT-Botschafterin des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags. In den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen sei ein Trend zu mehr weiblichen Auszubildenden bislang nicht erkennbar. In den vergangenen zwölf Jahren habe sich der Anteil junger Frauen bei neuen Ausbildungsverhältnissen konstant bei rund 13 Prozent eingependelt. Zum Ausbildungsjahr 2025 (Stichtag 31.12.2025) schlossen 419 Frauen und 2.788 Männer einen Ausbildungsvertrag in einem gewerblich-technischen Beruf ab.
„Gerade in einer Zeit, in der Fachkräfte händeringend gesucht werden, ist es entscheidend, das volle Potenzial unserer Gesellschaft zu nutzen. Ohne eine stärkere Beteiligung von Frauen und Mädchen in den MINT-Berufen, lassen sich diese Lücken langfristig nicht schließen“, so Strassacker.
Von der Fachkraft zur Führungspersönlichkeit
Die IHK Region Stuttgart geht beim Girls’ Day noch einen Schritt weiter und schließt sich der bundesweiten IHK-Aktion „Ich werde Chefin“ an. Der Chefinnentag soll Schülerinnen Mut machen, sich frühzeitig auch mit Selbstständigkeit als beruflichem Weg zu befassen. Unternehmerinnen aller Branchen aus der Region empfangen Mädchen ab Klasse 8 in ihren Betrieben, zeigen, wie ihr Alltag aussieht und verdeutlichen, welche Freiräume eine unternehmerische Laufbahn bietet. „Die Mädchen erhalten einen exklusiven Einblick, was es bedeutet, ein Unternehmen zu leiten, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen in die Tat umzusetzen“, sagt Edit Strassacker, die seit 2001 das Familienunternehmen Kunstgießerei Strassacker in 4. Generation leitet.
Aus der Region Stuttgart nehmen folgende Frauen am Chefinnen-Tag teil:
- Susanne Herre – IHK Region Stuttgart
Hauptgeschäftsführerin IHK Region Stuttgart, Stuttgart - Sophia Hatzelmann - Ahc GmbH Unternehmensberatung (technische Unternehmensberatung), Stuttgart
- Ira Kauderer - Hirsch Hotel Ostfildern (Hotellerie und Gastronomie), Bezirkskammergebiet Esslinge
- Serpil Senger - Netze BW GmbH (Strom/Verteilnetzbetreiber), Bezirkskammergebiet Esslingen
- Verena Meier-Bund - Remsgold Chemie GmbH & Co. KG (Chemie-Branche/Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsprodukte für den gewerblichen Bereich), Bezirkskammergebiet Rems-Murr
Auch für Jungen gibt es am 23. April einiges zu erkunden. Als Ergänzung zum Girls‘ Day findet für Jungs ab Klasse 5 der Boys’ Day statt: Ein Aktionstag, an dem Jungen Berufe kennenlernen können, in denen überwiegend Frauen arbeiten. Mit diesen beiden Aktionstagen sollen Geschlechterklischees bei der Berufswahl aufgebrochen werden, damit sowohl Mädchen als auch Jungen sich nach ihrer Begabung und ihren persönlichen Interessen für einen beruflichen Weg entscheiden können.
Hintergrundinformationen:
Der Girls’ Day wird bundesweit vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundesagentur für Arbeit sowie zahlreichen Verbänden, darunter die DIHK, unterstützt. Er richtet sich an Schülerinnen ab Klasse 5 und findet jährlich im April statt. Berufe, bei denen der Anteil weiblicher Auszubildender unter 40 Prozent liegt, stehen dabei besonders im Fokus.