INFRASTRUKTUR
„Alarmstufe Rot" im Bahn-Regionalverkehr: Bauarbeiten, Langsamfahrten, Ausfälle
Aus Hitzeschäden, Infrastrukturmängeln, Verschleiß, aus dem Zeitplan gelaufenen Baustellen und auch Modernisierungsarbeiten hat sich bei der Bahn in Schwaben in den vergangenen Monaten eine schwierige Gemengelage entwickelt: Auf vielen Strecken, vor allem im Allgäu, ist aktuell kein planmäßiger Zugverkehr möglich – ungeachtet vorausgegangener öffentlicher Proteste vor allem des Bahnbetreibers Arverio und trotz der in Form und Ton außergewöhnlichen Kritik des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter. Auch Verbände, Eisenbahnverkehrsunternehmen, der Fahrgastverband Pro Bahn und Touristiker äußern Sorgen und Kritik.
- Schnellstrecke Ingolstadt–Nürnberg sieben Wochen gesperrt
- Bernreiter: Lage ist besorgniserregend
- Ein Spagat für die Bahn
- Politik ruft zum „Allgäuer Bahngipfel"
- Trotz hoher Investitionen noch kaum ein Effekt
- „Notfahrplan" München–Buchloe bis Jahresende verlängert
- Einschränkungen bis ins Jahr 2027 hinein?
- Kritik auch von BRB, Agilis und Westbahn
- „Angaben zu Langsamfahrstellen sind Sicherheitsrisiko”
Es lässt sich spekulieren ob die am 21. und 22. Oktober 2026 in Hohenschwangau tagende Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern das konkrete Bild vor Augen hatte, das der Bahnbetrieb seit Monaten vor allem (aber nicht nur) südlich der Achse Stuttgart–Ulm–München liefert. Anzunehmen ist dass die Minister bei der Anreise dorthin auch nicht selbst wahrnehmen mussten das tags zuvor – laut Mitteilung der Bayerischen Regiobahn – die Bauarbeiten auf der Strecke München–Buchloe–Füssen bis zum 8. November verlängert worden waren, was gemäß Ankündigung zu „Fahrplanabweichungen und Teilausfällen” führen werde.
Auf folgenden Strecken in Schwaben war oder ist der Betrieb in den vergangenen Wochen und Monaten nach Mitteilung der Bahnunternehmen beeinträchtigt oder komplett ausgefallen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ohen Gewähr):
- Kempten–Immenstadt–Oberstdorf: Modernisierung der Bahnhöfe Kempten, Immenstadt, Blaichach und Sonthofen sowie Bauarbeiten zwischen Kempten und Immenstadt. Es fährt aktuell (Oktober 2026) nur die Zuglinie RE 75 von Ulm nach Oberstdorf; die RE-Züge aus Augsburg und München fahren nur bis Kempten. Wegen der aus dem Zeitplan gelaufenen Arbeiten kann der neue ICE Dortmund–Ulm–Oberstdorf voraussichtlich bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 nicht fahren; weil er schon vorher wegen Bauarbeiten wochenlang ausgefallen war beschränkte sich der Einsatz des neuen Zuges auf wenige Wochen im Sommer. Die Bahn äußerte sich zuletzt aber zuversichtlich dass der Zug ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 und damit zur Tourismus-Wintersaison “stabil” angeboten werden könne.
- Kempten–Immenstadt–Oberstaufen: Die Bauarbeiten in Immenstadt betreffen auch diese Verbindung. Bis zum 3. November Bus-Ersatzverkehr.
- Ulm–Memmingen–Kempten: Langsamfahrstelle und Bauarbeiten zwischen Memmingen und Bad Grönenbach.
- Kempten–Pfronten: Wegen eines “Gleislagefehlers”, der vermutlich auf Hitzeschäden im Sommer zurückzuführen ist, kann die Strecke seit 28. September 2026 nicht mehr befahren werden und ist gesperrt. Wann ein Bauzug für die Reparatur bereitsteht ist unklar, weil solche Schäden in diesem Sommer an vielen Strecken aufgetreten sind und die Maschinen oft langfristig für bereits im Fahrplan eingetaktete Arbeiten verplant sind. Aktuell hat die Bahn die Sperrung “bis auf Weiteres”, also auf unbestimmte Zeit, verlängert.
- München–Memmingen–Lindau: Sperrung wegen Bauarbeiten zwischen Buchloe und Lindau-Reutin am 19. und 20. Oktober sowie zwischen Wangen und Leutkirch am 20. und 21. Oktober (abgeschlossen); weitere Ausfälle am 5. und 6. November zwischen Memmingen und Lindau-Reutin. Außerdem abweichende Fahrzeiten und Ausfälle zwischen München und Buchloe vom 12. bis 31. Oktober 2026.
- Donauwörth–Nördlingen–Aalen: Zeitweise Komplettsperrung wegen hitzebedingter Gleislagefehler, dann Betrieb auf langen Abschnitten nur noch mit 20 km/h (abgeschlossen). Ein Fahrplan war nicht mehr einzuhalten. Zunächst wurde ein Notbetrieb bis Mitte November angekündigt, dann waren die Maschinen für die Reparatur aber schneller verfügbar und der reguläre Betrieb konnte Ende September wieder aufgenommen werden. Zwischen Nördlingen und Aalen gibt es noch vier kleinere Langsamfahrstellen, die sich aber nicht so massiv auf den Fahrplan auswirken.
- Günzburg–Donauwörth: Reparatur der Donaubrücke bei Neuoffingen (abgeschlossen). Hinzu kam zeitweise eine Sperrung zwischen Höchstädt und Donauwörth (abgeschlossen) wegen eines hitzebedingten Gleislagefehlers.
- Augsburg–Friedberg–Aichach–Ingolstadt: Der Umbau des Bahnhofs Friedberg ist zeitlich aus dem Ruder gelaufen. Zwischen Augsburg-Hochzoll und Friedberg können keine Züge fahren. Dies sollte mit den Sommerferien enden, ist aber mittlerweile bis voraussichtlich 15. November verlängert worden. Eine weitere Sperrung zwischen Schrobenhausen und Ingolstadt wegen hitzebedingter Schäden an den Gleisen ist nach Reparatur Mitte Oktober wieder aufgehoben worden.
- Friedrichshafen–Lindau: Der Umbau des Bahnhofs Lindau-Aeschach, der wieder Personenverkehrs-Halt werden soll, und diverse Arbeiten an der Strecke, die mit den Sommerferien enden sollten, haben sich verzögert. Voraussichtlich werden bis mindestens 3. November keine Züge fahren. Die RE-Züge von Ulm und Stuttgart nach Lindau enden in Friedrichshafen.
Schnellstrecke Ingolstadt–Nürnberg sieben Wochen gesperrt
Bauarbeiten treffen auch neue Strecken: Die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg wird vom 30. Oktober bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2026 für einen Austausch von insgesamt 160 km Schienen (beide Richtungen) komplett gesperrt. Daneben würden weitere Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten ausgeführt, teilte die DB mit. Die Strecke war 2006 eröffnet worden. Ein Teil der Züge entfällt, andere werden über Ingolstadt/Treuchtlingen oder über Augsburg umgeleitet. Zusätzliche Verbindungen zwischen Augsburg und Berlin ergeben sich daraus während der Bauzeit – anders als bei früheren Baustellen-Umleitungen – allerdings diesmal nicht; diese ICEs werden in Augsburg ohne Halt durchfahren.
Bernreiter: Lage ist besorgniserregend
Angesichts der Vielzahl der von Baustellen, Sperrungen und Langsamfahrstellen betroffenen Strecken in Bayern (aktuelle Übersicht der DB, nicht vollständig) hatte sich Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter in ungewöhnlich deutlicher Weise mit einen Schreiben an den Bahn-Vorstand und anlässlich eines „Allgäuer Bahngipfels" am 4. September 2026 zu Wort gemeldet und eine Besserung der Situation verlangt. Wegen Mängeln und Bauarbeiten könne mittlerweile auf 45 Linien des Regionalverkehrs in Bayern der reguläre Fahrplan nicht mehr gefahren werden, so Bernreiter bereits am 26. August. Zu den am stärksten betroffenen Gegenden gehöre demnach das Allgäu, der Großraum Augsburg und (damals) die Strecke Donauwörth–Nördlingen. Es herrsche „Alarmstufe Rot beim bayerischen Eisenbahnnetz". Bernreiter verlangte, die DB müsse einen Masterplan liefern.
Hintergrund war und ist ein aktuell ein komplexes Bild aus unterlassenen, verzögerten, aber auch sehr spontan in Angriff genommenen Bauarbeiten an der Infrastruktur, aus der damit einhergehenden offenkundig nicht immer optimalen Kommunikation zwischen der DB InfraGO und den Bahnunternehmen, die auf den betroffenen Strecken fahren (einschließlich der Konzerntochter DB Regio) sowie zwischen Bahn und Fahrgästen, die sich mitunter spontan auf sogenannten „Schienenersatzverkehr", also auf Ersatzbusse, einstellen müssen. Auslöser sind über Jahre aufgelaufener Verschleiß ebenso wie kurzfristig auftretende Hitzeschäden, aber auch planmäßige Modernisierungen, etwa an einigen Bahnhöfen im Allgäu. Dort, wo Schäden oder Verschleiß an den Gleisen auftreten richtet die Bahn sogenannte Langsamfahrstellen ein, reduziert also die zulässige Geschwindigkeit der Züge. Größere Lf-Abschnitte, so die interne Bezeichnung, lassen keinen fahrplanmäßigen Betrieb mehr zu, mitunter über Monate hinweg.
Ein Spagat für die Bahn
Für die Bahn ist es ein Spagat: Dort wo sie investiert und notwendige Sanierungen angeht sorgt sie gleichzeitig für Ärger, weil Baustellen im Netz fast immer mit Verspätungen, Zugausfällen, Fahrplanänderungen und dem „Schienenersatzverkehr” einher gehen.
In dieser Situation hat sich Verkehrsminister Bernreiter in einem „Brandbrief” an Bahn-Infrastrukturvorstand Dr. Philipp Nagl und am 26.08.2026 per Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt.
Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr:
„Die Lage ist besorgniserregend und eine Zumutung für Fahrgäste und Eisenbahnverkehrsunternehmen im Bahnland Bayern. Ich erwarte von der DB, schnellstmöglich einen nachvollziehbaren Masterplan mit konkreten Schritten vorzulegen, wie die Langsamfahrstellen im Freistaat zügig und nachhaltig reduziert werden können.“
Laut Bernreiter gelten bei den aktuell betroffenen 45 Linien entweder Notfahrpläne mit Schienenersatzverkehr, reduziertem Zugangebot, längeren Reisezeiten oder Haltausfällen, oder die Züge seien durch nicht in den Fahrplan eingearbeitete Langsamfahrstellen permanent verspätet. Dies beeinträchtigt die ohnehin eingeschränkte Betriebsqualität weiter. Vor allem für die Verkehre rund um München und Augsburg sei die Lage „dramatisch”. Auch die Verbindungen von München ins Allgäu seien „mit Langsamfahrstellen gespickt", speziell die Abschnitte München–Geltendorf (42 km) und Biessenhofen–Hergatz (104 km).
Bernreiter kritisierte, dass Langsamfahrstellen oder Streckensperrungen oft über viele Monate nicht beseitigt würden, weil es der DB InfraGO AG an Personal wie an Großgeräten fehle. Die DB InfraGO AG verfüge über zu wenige solcher Maschinen, deren Einsatz zudem immer wieder umpriorisiert werde oder an Defekten scheitere.
„Dieser Zustand ist so nicht mehr hinnehmbar“, macht Bernreiter deutlich. „Er führt zu immer schlechteren Pünktlichkeitswerten und immer höheren Ausfallquoten im vom Freistaat bestellten Schienenpersonennahverkehr. Auch die Qualität beim Schienenpersonenfernverkehr und Schienengüterverkehr in Bayern leidet genauso darunter."
Politik ruft zum „Allgäuer Bahngipfel"
Mit einem „Allgäuer Bahngipfel" am 4. September 2026 hat die Politik vor allem auf die Kritik des Bahnunternehmens Arverio an der Baustellenplanung und am Zustand der Infrastruktur im Allgäu reagiert. Am Tisch im Bayerischen Landtag saßen den Instagram- und Facebook-Verlautbarungen zufolge unter anderem Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, CSU-Landtags-Fraktionschef Klaus Holetschek, MdB Stephan Stracke, MdB Florian Dorn sowie Vertreterinnen und Vertreter von DB InfraGO, DB Regio, Arverio, der Bayerischen Regiobahn, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Bayerischen Verkehrsministeriums, darunter der neue bayerische Konzernbevollmächtigte Christoph Kraller. Bauarbeiten ließen sich „nicht von heute auf morgen erledigen", müssten aber „besser abgestimmt" und kommuniziert werden, außerdem müsse „allen Beteiligten klar sein, dass es am Ende um den Fahrgast gehe", hieß es hinterher – was die „Allgäuer Zeitung" zu der Feststellung veranlasste: „Dann stellt sich die Frage, wessen Interessen denn bisher bedient wurden."
Trotz hoher Investitionen noch kaum ein Effekt
Die Zeitung zitierte am 09.09.2026 (hinter Bezahlschranke) den bayerischen Verkehrsminister Bernreiter mit den Worten, es sei „umso bitterer, dass sich die Misere bei der Bahninfrastruktur im Freistaat und insbesondere auch zwischen dem Allgäu und dem Bahnknoten München verschlimmert statt verbessert“ – und dies trotz der auf 400 Millionen Euro bezifferten Investitionen in den vergangenen drei Jahren in das Streckennetz ins Allgäu. Deren Effekt auf die Zuverlässigkeit und Stabilität des Bahnbetriebs sind bislang offenbar begrenzt. Dies ist aber auch Folge von Einschränkungen durch noch laufende Bauarbeiten und eingeschränkte Kapazitäten unter anderem in Kempten, Immenstadt und Sonthofen.
„Notfahrplan" München–Buchloe bis Jahresende verlängert
Zuletzt hatte der Netzbetreiber DB InfraGO AG weitere Baumaßnahmen zwischen München und Buchloe mit erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste Richtung Allgäu angekündigt und erklärt, dass sie den bereits seit 7. Februar 2026 bestehenden „Notfahrplan" zwischen München und dem Allgäu um weitere eineinhalb Monate bis mindestens Mitte Dezember dieses Jahres mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen verlängern wird. Hintergrund sind Langsamfahrstellen, die die Bahn eingerichtet hatte, um die Infrastruktur bis zu den nun beginnenden Sanierungsarbeiten zu schonen. Die Fahrzeiten zwischen München und Buchloe wurden um bis zu 20 Minuten verlängert.
Die aktuelle Baustellen-Planung für diese Strecke hatte das in Augsburg ansässige Bahn-Unternehmen Arverio, das die Regionalzüge zwischen München, Memmingen und Lindau betreibt, bereits am 11. August 2026 heftig kritisiert. Seit 13. August 2026 an fallen für mindestens ein Vierteljahr täglich auf irgendeinem Teilstück dieser Strecke Züge aus, teilweise auf mehreren Abschnitten gleichzeitig. Man begrüße es sehr, wenn die DB InfraGO an der Strecke notwendige Bauarbeiten vornimmt, kritisierte allerdings „die Vielzahl offenkundig schlecht koordinierter Arbeiten, die aufgrund ihrer großen Zahl und der teilweise zusätzlichen kurzfristigen Ankündigung weiterer Streckensperrungen enorme Auswirkungen für die Fahrgäste haben werden.” In einer Mitteilung listet das Tochterunternehmen der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) 14 terminierte und zwei weitere „Baumaßnahmen” zwischen München, Memmingen und Lindau bis in den November 2026 auf, jeweils an unterschiedlichen Tagen auf verschiedenen Teilstücken, teilweise aufeinander folgend, teilweise überlappend.
„Herausragendes Negativ-Beispiel” sei, dass auf dem zweigleisigen Streckenabschnitt zwischen München und Buchloe auch während des Oktoberfestes „mit dem bekanntermaßen sehr großen Fahrgastandrang” nur ein Gleis befahrbar gewesen sei und dementsprechend Züge ausfallen müssten. Als extremes Beispiel lief laut Arverio vom 9. bis 11. Oktober eine Bahnfahrt von München nach Memmingen so ab: Ersatzbus von München bis Fürstenfeldbruck, Zugfahrt von Fürstenfeldbruck bis Buchloe, Ersatzbus von Buchloe bis Mindelheim, Zugfahrt von Mindelheim bis Memmingen.
„Das alles ist überhaupt nicht fahrgastfreundlich geplant“, stellte Arverio-Geschäftsführer Arno Beugel laut der Pressemitteilung fest. „Wir sehen immer mehr kurzfristig angekündigte Baustellen. Und wenn die Bauarbeiten fertig sind, erleben wir häufig, dass die Langsamfahrstellen mit dem reduzierten Tempo nicht beseitigt sind und wir weiter mit verlängerter Fahrzeit oder einem Ersatzverkehr mit Bussen fahren müssen. Wir können hier kein Konzept erkennen, wie die Strecke wieder in den Tritt kommen soll. Aus unserer Sicht ist das Flickschusterei.“
Einschränkungen bis ins Jahr 2027 hinein?
Arverio stellte bereits in Aussicht, dass es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 eine weitere „Fahrplananpassung” geben werde, weil die Langsamfahrstellen auch bis dahin absehbar nicht beseitigt sein würden. Damit würden sich die Beschränkungen bis ins Jahr 2027 hinein ziehen.
Kritik auch von BRB, Agilis und Westbahn
Arverio ist mit der öffentlichen Kritik an der Baustellenplanung der DB nicht allein. Zu Jahresbeginn hatte die Bayerische Regiobahn (BRB), die unter anderem die Strecken von München nach Salzburg und von Augsburg nach Schongau und Füssen bedient, gemeinsam mit der österreichischen Westbahn als Fernverkehrsanbieter zwischen Wien, München, Augsburg, Ulm und Stuttgart die oftmals kurzfristig mitgeteilten Planungen und die generelle Fahrgastinformation kritisiert. BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann hatte schon Ende des vergangenen Jahres einen Hilferuf in einer Pressemitteilung abgesetzt: „Wir können den Zugverkehr kaum noch aufrechterhalten!“ Zuletzt war die BRB mit der kurzfristig über ein Wochenende angekündigten Sperrung der Strecke Augsburg Ingolstadt im Bereich Friedberg konfrontiert wo neue Bahnsteige errichtet werden und der Untergrund aufwendig saniert wird; diese Streckensperrung endet nun aber nicht mit den Sommerferien, sondern erst im November.
Auch die Bahngesellschaft Agilis, die die Strecke Ulm-Donauwörth-Ingolstadt-Regensburg betreibt, hatte sich im Sommer 2026 über Baustellen-Ankündigungen oder -Verlängerungen der Bahn mit zum Teil nur wenigen Tagen Vorlauf beklagt.
„Angaben zu Langsamfahrstellen sind Sicherheitsrisiko”
In einer am 20. Oktober 2026 veröffentlichten Antwort (hier, Fragen 35 bis 49) auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen zu den Langsamfahrstellen der Bahn erklärt die Bundesregierung, dazu keine Angaben machen zu wollen.
Bundesregierung, Bundestags-Drucksache 21/8528 vom 13.10.2026:
„Nach sorgfältiger Abwägung ist die Bundesregierung zu der Auffassung ge langt, dass die Beantwortung einzelnen Fragen nicht öffentlich erfolgen kann. Die Verkehrsinfrastruktur stellt einen wichtigen Baustein der Resilienzfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland im Krisen- und Katastrophenfall dar. In Anbetracht der sich in den letzten Jahren sowohl global als auch in Deutschland zu nehmend verschärfenden Sicherheitslage würde durch die Veröffentlichung der Daten ein Sicherheitsrisiko entstehen."
